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Be part of the art

Volkmar Petermann

Künstler aus Köln

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten: Volkmar Petermann liebt Kontraste und Spannungen aller Art in seinen Arbeiten. Einige seiner Bilder scheinen den Betrachter direkt anzureden: „Hallo, Du interessierst mich!“ – und das ist ganz im Sinne des Künstlers, dem Kommunikation am Herzen liegt.

 

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sigrun Strangmann, www.sigrunstrangmann.com

Interview

Wie hast du als junger Mensch deinen Weg zur Kunst gefunden?

Von Anfang an hat mich die moderne Kunst begeistert. Die provokativen Ausdrucksformen gegen Ende der 50er Jahre fand ich spannend und konnte sie in der Schule ausprobieren. Ein Lehrer, selber Künstler, hat mich damals sehr angeregt und gefördert. Seit dieser Zeit habe ich die Kunst für mich entdeckt.

Du warst lange Zeit Kunstlehrer an einem Gymnasium. Warst du parallel schon immer selbst künstlerisch tätig?

Das war nicht ganz so einfach, weil die vielen zum Teil großen Kunstprojekte mich sehr gefordert haben. Es war auch schön zu sehen, dass die Schule sich langsam mit den Früchten dieser kooperativen Arbeit mit Schülern füllte.

Welche Rolle spielt deine Tätigkeit als Lehrer für deine Kunst?

Meine berufliche Erfahrung mit Theorie und Praxis im Kunstunterricht und den Schulprojekten hat mir viel gegeben. Sie dient mir als Steinbruch für meine Kunst.

Deine Bilder sind hell und leuchtend, die Farben Gelb und Orange spielen eine große Rolle. Spiegelt sich in den Farben dein Gemüt?

Klar ist, dass sonnige Farben eine positive Stimmung erzeugen. Außerdem liebe ich Südfrankreich und die Farbigkeit seiner berühmten Maler. Freundliches, dynamisches Zitronengelb gibt die gewünschte Grundstimmung vor, für die ich gerne stehe. Die Farbwahl ist Programm. Ich hab wohl ein sonniges Gemüt!

Generell scheinen deine Bilder eine begrenzte, genau festgelegte Farbigkeit zu haben. Wie triffst du die Auswahl der Farben für ein Gemälde?

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten: Ich liebe Kontraste, Spannungen aller Art in meinen Arbeiten, sie provozieren Interesse, vielleicht Reaktionen. Daher steht dem leuchtenden, freundlichen Gelb komplementäres Violett gegenüber, ein besinnlicher, kontemplativer Gegenpol. Die Skala der vielen Zwischentöne drückt Gefühle und Beziehungen aus. Manchmal nutze ich noch Blau und Rot, das hängt vom Thema oder dem Material ab. Auf weitere reinbunte Farben verzichte ich und auf Schwarz immer. Schwarz bedeutet ja die Abwesenheit von Farbe.

Woher nimmst du die Inspiration zu deinen Bildern?

Motive und Themen finde ich häufig in Fotos oder Bildern. Sie sprechen auf die eine oder andere Weise mit mir, wollen verändert werden. Rein abstrakte Bilder entstehen auch durch die Umsetzung von Ideen mit technischen, materialbedingten Möglichkeiten, die ich ausprobiere. Sie entwickeln ein Eigenleben, bis die Komposition stimmt.

Winkende Personen sind ein wiederkehrendes Motiv in deinen Werken. Wem winken die Menschen in deinen Bildern?

Kommunikation ist ein zentrales Thema. Das Motiv „Hello, good bye“, Abschied oder Kontaktaufnahme finde ich spannend, weil es den Betrachter direkt involviert, weil er solche Situationen kennt. „Hallo, du interessierst mich. Hallo, hier bin ich! Wem würde er wohl winken?“

Wie würdest du deine Kunst in drei Begriffen umschreiben?

Dekorativer Ausdruck, balancierte Spannung, emotionale Wirkung. Den Zusammenhang kann ich am besten am Beispiel der Bildbetrachtung allgemein beschreiben: Zuerst zieht das zentrale Motiv die Aufmerksamkeit an, weil es einfach und dekorativ ist. Dann wandert der Blick zu Bildteilen, die zum Zentralmotiv in Kontrast stehen. Diese Gegengewichte sind zueinander ausbalanciert. Je weiter der Betrachter diese komplexe Farb- und Formkomposition wahrnimmt, desto interessanter wird er das Bild finden. Alles dies läuft natürlich mehr weniger oder bewusst ab, nicht alles ist eindeutig und fordert zum intensiveren Hinschauen auf.

Du schreibst über deine Kunst, dir sei wichtig, „Erlebnisse und Gefühlslagen gestalterisch so zu komprimieren“, dass der Kern deiner Wahrnehmung sichtbar wird. Gibt es ein Bild, von dem du sagen würdest, „hier ist mir das am besten gelungen“?

Ich versuche immer Erlebnisse und Gefühlslagen auf den Punkt zu bringen. Nehmen wir z.B. die abstrakten Bilder „Balance“ und „Connections“. Hier ist der Kern der Wahrnehmung Gleichgewicht, Ausgeglichenheit, Harmonie. In dem Doppelbild „I am here“ wird durch Wiederholung des Motivs die gewünschte intensive Kontaktaufnahme und durch darstellerische Details der Wunsch „Kümmere dich um mich!“ intensiviert.

Wie wichtig ist es dir, dass die Betrachter deiner Kunst das nachempfinden, was du ausdrücken willst?

Ja, das ist mir sehr wichtig. Wenn sie sich auf das Bild einlassen, durch Farbe, Form und Inhalt ins Bild „gezogen“ werden und spüren, was diese Attraktion mit ihnen macht. Dieses Gefühl möchte ich hervorrufen, dafür arbeite ich, dass sie mich verstehen.

Sprichst du gern mit Menschen über deine Kunst?

Ja, über Verständnisvariationen, über darstellerische Detailfragen, warum ich arbeite. Ich genieße, wenn ich merke, dass sich jemand für meine Arbeit interessiert und sich damit näher beschäftigen möchte.

Wie sieht dein Arbeitsprozess aus und welche Techniken setzt du ein?

Mein Arbeitsprozess ist stark von Materialien und Techniken beeinflusst. Häufig fertige ich Papierschablonen an, so kann ich auch spiegelbildliche Darstellungen nutzen. Flächige Muster werden aufgedruckt oder aufgerollt, gemusterte Stoffe aufgeklebt. Mit diesen technischen Möglichkeiten spiele ich, bis die Komposition stimmt, Motive ein Thema erfassen. Das finde ich sehr spannend. Der Arbeitsprozess ist aber nicht nur spannend, oft auch stressig, wenn ich nicht weiß, wohin die Reise geht. Diese Phasen sind zeitaufwendig, danach geht es locker weiter, bis zum nächsten Engpass.

Wie viel Zeit investierst du in die Kunst?

Ein paar Stunden fast jeden Tag. Das gehört zu meinem Wohlbefinden und hat für mich etwas Kontemplatives.

Wie hat sich deine Kunst über die Jahre entwickelt?

Meine Arbeiten beginnen immer mit kleinformatigen Skizzen. die ich früher direkt auf die Leinwand übertragen habe. Heute übertrage und ergänze ich sie auf Zeichenkarton in Größe der Leinwand. Früher blieben meist schwarze Konturlinien stehen, heute stoßen Farbflächen scharf aneinander. Durch Schablonentechnik entsteht eine „hard edge“- Darstellung mit klarer Kontrastwirkung der Farbflächen. Heute arbeite ich mit Mixed-Media-Darstellungen, um die Ausdrucksvielfalt zu erweitern.

Welche Rolle spielt deine Frau, die selbst Künstlerin ist, für deine Kunst?

Manchmal bin ich „betriebsblind“, dann hilft der Rat meiner Frau: „Da fehlt noch was. Warum machst du das nicht einfach so?“ Wir verständigen uns da erstaunlich gut und fühlen uns dabei sehr wohl.

Seid ihr große Kritiker oder große Bewunderer der Kunst des anderen?

Ich bewundere den Fantasiereichtum und die Vielfältigkeit ihrer Assemblagen und bestätige sie in der Qualität ihrer Arbeiten. Natürlich stehe auch ich ihr bei handwerklichen und kompositorischen Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Hast du einen Traum, ein großes Ziel, das du als Künstler erreichen willst?

Wie wär's mit einer großen Ausstellung in New York, aber natürlich zusammen mit meiner Muse!