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Be part of the art

Werner Schlegel

Künstler aus Niederntudorf, Deutschland

Werner Schlegel ist ein Grenzgänger zwischen Bild und Skulptur. „Beides fließt in meinen Arbeiten zu einer Einheit zusammen", sagt der Künstler aus dem Bürener Land.

 
„Ich begreife mein Leben durch das Machen“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sigrun Strangmann, www.sigrunstrangmann.com

Interview

Welches war dein Traumberuf als Kind?

Ich glaube, das wechselte sehr häufig – z.B. Lokomotivführer, Rennfahrer, Leistungssportler, Grafiker.

Wann hast du dich entschieden, dich der Kunst zu widmen?

Eigentlich hat mich das praktische Tun, in allen Bereichen, immer begleitet; dazu gehörte auch das Zeichnen und Malen.

Gab es ein besonderes Erlebnis, das den Ausschlag gegeben hat?

Nein, ich begreife mein Leben durch das Machen. Dass ich dabei auch künstlerisch arbeite, ist eher ein Zufall.

Wie kamst du zur Bildhauerei?

Das war 1992, als ich nach Niederntudorf zog und mir auf dem Land mein Atelier eingerichtet habe. Aus einem Sägewerk in der Nähe habe ich mir mehrere dicke Holzbohlen mitgenommen und sie grob bearbeitet. Die intensive körperliche Arbeit, das Schwitzen dabei, die immer wieder gleichen handwerklichen Prozesse über längere Zeit taten mir gut. Heute bin ich in meiner Kunst ein Grenzgänger zwischen Bild und Skulptur. Beides fließt in meinen Arbeiten zu einer Einheit zusammen.

Was ist für dich das besonders Erfüllende an der Bildhauerei?

Das sind, wie gerade schon gesagt, die langen handwerklichen Prozesse, das körperliche Arbeiten und vielleicht auch ein wirkliches Gegenüber bei der erstellten Arbeit zu haben.

Bitte beschreibe einmal einen typischen Arbeitsprozess von der Idee bis zur Fertigstellung.

Das ist immer unterschiedlich. Da ich viele anderen alltäglichen Dinge auf meinem Grundstück gerne mache, eine Lehrtätigkeit in der Kunst habe und auch oft längere Zeit mit bestimmten Ideen „schwanger“ laufe, arbeite ich manchmal drei Wochen hochkonzentriert an meinen gedanklich entwickelten Ideen und setze sie im Atelier um. Das ist dann eine Zeit, wo ich nichts anderes mache – eine sehr intensive und sehr glückliche Zeit.

Welches ist dein Lieblingsmaterial, um Kunst zu formen?

Das ist sicherlich das Holz, die Abfälle beim Arbeitsprozess und das Papier.

Viele deiner Werke sind aus Holz. Woher stammt das Material und wie wählst du es aus?

Das Holz stammt zum einen aus dem nahegelegenen Wald und aus den Sägewerken, wenn ich trockenes Holz zum Arbeiten benötige.

„Kleine Körper“ heißt eine Skulpturenreihe von dir. Was verbindet die Arbeiten mit diesem Titel?

Es sind Skulpturen, die intuitiv mit der Kettensäge bearbeitet sind. Es sind, wenn man so will, Skulpturenskizzen, die ich eine Zeitlang täglich erstellt habe. Anschließend wird die Oberfläche mit einem speziellen Werkzeug bearbeitet. Diese Oberfläche ist dann die „Haut“, die mit weißer Acrylfarbe bemalt wird. Daraus hat sich dann der Titel „Kleine Körper“ ergeben.

Gibt es bestimmte Themen und Motive, die du mit deinen Werken „bearbeitest“?

Ich bin der Meinung, dass in jedem Menschen ein einfaches Formensystem vorhanden ist. Es ist bei den meisten Menschen, glaube ich, zugedeckt durch eine Alltäglichkeit, die immer hektischer und schnelllebiger wird. Durch eine Alltäglichkeit, die viele schon nicht mehr richtig bewältigen können. Meine Formensprache versucht, Hilfestellung zu geben im Entdecken der einfachen Strukturen. Stille und Meditation sind dabei eine große Hilfe. Wenn ich auch ein Stück Natur bin und die Kunst aus mir herauskommt, dann geht doch beides eine Symbiose ein.

Gibt es andere Künstler, die dich inspirieren?

Alberto Giacometti, Mark Rothko schätze ich sehr. Jackson Pollock zeigt mir, wie jemand an seiner Authentizität zerbrechen kann.

Sind dir Reaktionen auf deine Kunst wichtig?

Auf jeden Fall entsteht dadurch ein Reflexionsprozess bei mir; das ist mir sehr wichtig.

An welchem besonderen Ort möchtest du gern einmal eines deiner Kunstwerke platzieren?

So habe ich noch nie gedacht; es sind einige meiner Kunstwerke in öffentlichen Räumen platziert – das gefällt mir.

Gibt es Techniken, die du gerne noch ausprobieren würdest?

Im Arbeitsprozess entsteht dies von ganz alleine – aber eigentlich habe ich meine Art der Bearbeitung in meinen Bereichen gefunden.

Was würdest du tun, wenn die Kunst nicht wäre?

Dann würde ich etwas anderes tun.