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Be part of the art

Christine Friebe

Künstlerin aus München, Deutschland

Christine Friebe ist eine Künstlerin der Reduktion. Sie nennt es ein Loslassen, ohne das Wichtigste zu verlieren. So entstehen in ihren Gemälden Strefenkompositionen, mal farbig, mal schwarz und weiß, die in ihrer Klarheit zugleich ausgewogen und komplett wirken.

 
„Die Welt braucht Reduktion. Genauso wie das eigene Leben.“

Impressionen

Interview

Was war dein Traumberuf als Kind?

Sekretärin, das war zu Hause mit meinen Schwestern unser Lieblingsspiel, allerdings hatten wir eine sehr kreative Vorstellung davon. Zum Beispiel die Idee, dass man dann rote Fingernägel hat. Gott sei Dank habe ich später gemerkt, dass man auch als Lehrerin und als Künstlerin alle Freiheiten bezüglich der Fingernägel hat.

Wie und wo bist du der Kunst begegnet? Und war es Liebe auf den ersten Blick?

Ziemlich genau vor 43 Jahren, am Tag meiner Geburt. Das Leben ist ein Kunstwerk, und ich habe mich gleich verliebt.

Du wählst in deiner Kunst den Weg der Reduktion, zum Beispiel auf Schrift, auf Schwarz, auf Streifen. Bitte erzähle uns von den Vorteilen der Reduktion. Und wenn du magst, auch, was es mit dir macht, so zu arbeiten.

Reduktion sieht sehr einfach aus, ist es aber nicht. Die Schwierigkeit besteht darin, Dinge wegzulassen, aber ihren Kern zu behalten. Es ist ein Loslassen, ohne das Wichtigste zu verlieren. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, ist impulsiv, teilweise auch meditativ, und beinhaltet eine große Freiheit. Manchmal dauert es, bis eine Idee stimmt, aber dann geht es schnell. Ich bin kein sehr geduldiger Mensch, fotorealistische Bilder wären mir allein aus diesem Grund unmöglich.

Du sprichst auf deiner Website unter anderem vom „von Bildern überfluteten Leben“. Was genau meinst du?

Unsere Welt ist voller Bilder, die völlig belanglos sind, oder auch schrecklich, wunderschön, kaum zu ertragen oder schmerzhaft überladen. Manche sind unauslöschlich. Alles fließt durch unsere Augen in uns hinein, mit allem müssen wir klarkommen. Die Welt braucht Reduktion. Genauso wie das eigene Leben.

Ist deine Kunst eine Reaktion auf diese Überflutung?

Zuerst einmal ist sie eine Reaktion auf das Leben. Und dann auf die Überflutung.

Eine deiner Serien heißt „Streifen“ – Kunstwerke, die horizontale, verschiedenfarbige Streifen zeigen und bedeutsame Titel tragen wie „Herzschlag“, „Welt in mir“, „Durchatmen“. Wie entstehen diese Kunstwerke?

Sie entstehen während des Malens, entwickeln sich, sind nicht wirklich planbar. Und am Ende entdeckt man, dass sie einen Kern des Daseins beinhalten, eine Emotion, ein Stück des Weges, eine zwischenmenschliche Geschichte, und dann weiß man, jetzt kann man durchatmen, jetzt ist alles gut.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Schon vor meinem Studium der Kunstpädagogik habe ich viel abstrahiert und reduziert, im Studium selbst musste ich aber wieder unten beginnen: beim Gegenstand selbst, der Schraffur, dem Körper. So lange, bis alles gut genug war, um sich aufzulösen. Und da bleibe ich jetzt mit wechselnden Ideen.

Welches sind die Dinge, die dich inspirieren?

Das Leben. Die Emotionen. Im Atelier zu liegen und an die Decke zu schauen. Und von der Technik her natürlich die abstrakten Expressionisten und die Konzeptkunst.

Wenn du nur einen Satz hättest, um jemandem deine Kunst zu beschreiben, was würdest du sagen?

Ich mache abstrakte Kunst, ein Stück Leben in einem Streifen, und wenn man die Bilder betrachtet, kann man das verstehen, muss es aber nicht.

Wie wichtig ist dir, was andere über deine Kunst denken oder fühlen?

Wenn jemand vor meinem Bild verweilt und ich merke: Das findet gerade einen Weg durch die Augen ins Herz, dann bin ich stolz, weil ich etwas ausdrücken konnte, das berührt. Dabei muss derjenige nicht genau dasselbe fühlen wie ich. Und die, die gar nichts fühlen, die gibt es eben auch.

Welches ist dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

In einer dicht besuchten Ausstellung kramt eine ältere Dame ihre Lesebrille aus der Tasche, damit sie mein Bild noch genauer sehen kann. Da habe ich gemerkt, was das Wichtigste für mich ist: Dass sich Menschen in eben dieser von Bildern überfluteten Welt Zeit nehmen für eins meiner reduzierten Bilder. Und die Examensnote natürlich, die war auch sehr schön.

Fällt es dir schwer, dich von deinen Werken zu trennen?

Manche haben einen langen Schaffensprozess hinter sich, andere sind schnell entstanden, aber jedes ist mir wichtig, weil immer sehr viel von mir drinsteckt. Aber ich will auch, dass die Bilder zu anderen Menschen finden. Außerdem ist bei mir zu Hause einfach kein Platz mehr.

Wenn du dir aussuchen könntest, wer deine Werke erwirbt, was für einen Menschen würdest du wählen

Die Bilder liegen mir am Herzen, deshalb hoffe ich immer auf Käufer, die auch ein großes Herz haben. Bis jetzt war das aber immer der Fall.

Wohin geht deine künstlerische Reise als Nächstes?

Ich experimentiere mit verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten, von Malerei über Mischtechniken mit Tape, Konzeptkunst, Schrift und Fotografie. Die Ideen gehen mir nicht so schnell aus, aber die Intention wird dieselbe bleiben: Mit möglichst wenig möglichst viel ausdrücken.

Was ist dir neben der Kunst wichtig im Leben?

Mein Mann und meine zwei Kinder. Die Liebe. Die Natur. Lachen. Ein Stern. Musik. Gutes tun. Luft. Die Sonne. Roter Nagellack.

Was für Kunst hängt eigentlich bei dir zu Hause?

Streifen. Und Coco Wasabi.