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Be part of the art

Don't B. A. Brand

Maler aus München, Deutschland

Don’t B. A. Brand ist Name und Programm dieses Künstlers – was diese Maxime für seine Kunst bedeutet, erklärt er uns im Interview. Der Münchner verbindet verschiedenste Maltechniken wie Öl, Acryl, Airbrush mit Elementen aus Comic und Street Art.

 
„Ich bin der Überzeugung, dass wir alle das Hinterfragen verlernt haben und in viel zu vielen Dingen einfach blind mitziehen.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Was ist Kunst?

Kunst ist alles, was Betrachter oder Zuschauer in eine bestimmte Stimmung versetzen, Emotionen hervorrufen oder zum Nachdenken anregen kann.

Wann hast du die Kunst für dich entdeckt?

Die bildende Kunst habe ich sehr früh schon für mich entdeckt. Bevor ich schreiben konnte, war meine größte Leidenschaft, Ninja Turtles zu malen. Ich erinnere mich auch, während der Schulzeit immer sehr viel gezeichnet zu haben.

Wie hat sich deine Kunst in den letzten Jahren entwickelt?

Zwischen meinen 18. und 30. Lebensjahr habe ich mich mehr der Musik gewidmet und das Zeichnen eher vernachlässigt, bin allerdings vor zwei Jahren, unter anderem aufgrund meiner Verlobten, wieder auf den Geschmack gekommen und probiere mich gerade durch verschiedenste Maltechniken .

Don’t B. A. Brand, „Sei keine Marke“, ist dein Künstlername und zugleich Statement und Programm. Was bedeutet das Statement in Bezug auf deine Kunst?

Der Name beschreibt meine Kunst sehr gut, da ich mich auf keinen Fall auf eine gewisse Richtung beschränken möchte. Obwohl ich es gut finde, wenn Künstler einen eigenen Stil und einen gewissen Wiedererkennungswert besitzen, erscheint mir das oft, insbesondere bei der jüngeren Künstlergeneration, sehr zwanghaft. Mir ist klar, dass vor allem das Internet hierfür eine große Rolle spielt und man als Künstler teilweise gezwungen ist, eine Besonderheit zu haben, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Kunst wird, wie so viel anderes, im Internet viel schneller und mit kürzerer Aufmerksamkeitsspanne konsumiert, da das Angebot für den Konsumenten im Internet riesig ist. Trotz allem hat diese Mentalität in meinen Augen immer etwas von „Brand"-Vermarktung.

Deiner Website kann man entnehmen, dass du drei Fragen ins Zentrum deiner Arbeit stellst, sie kreisen um die Begriffe Sozialisierung und Gesellschaft. „Was bedeutet Sozialisierung?“, „Wie wird man ein gutes Mitglied unserer Gesellschaft?“ Und „Wollen wir wirklich sein, wozu unsere Gesellschaft uns machen will?“. Sind diese Fragen nach wie vor dein künstlerischer Hauptantrieb?

Die beiden Fragen waren vor allem für die erste Bilderserie ausschlaggebend, werden aber auch in Zukunft immer ein Thema bleiben. Eines der Ziele meiner Kunst war es immer, dem Betrachter als Teil dieser Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und ihn dazu zu bringen, sein tägliches Handeln in diesem Gesellschaftsmodell in Frage zu stellen. Ich bin der Überzeugung, dass wir alle das Hinterfragen verlernt haben und in viel zu vielen Dingen einfach blind mitziehen, weil das entweder von uns verlangt wird oder weil wir der großen Masse folgen. Das bedeutet aber nicht, dass alle meine Bilder einen politischen oder sozialkritischen Hintergrund haben müssen.

Wann hast du dir diese Fragen zuerst gestellt?

Die Fragen waren eigentlich immer schon präsent. Bewusst gestellt habe ich sie mir jedoch erst vor einigen Jahren, bevor ich wieder mit der Kunst anfing. Mit bewusst meine ich, dass es auch Konsequenzen in meinem Leben mit sich brachte, wie z. B. mein Konsumverhalten.

Möchtest du wirklich in erster Linie zum Denken anregen oder gibt deine Kunst schon die Antworten auf diese Fragen?

Wenn überhaupt, dann die Antworten, die ich für mich gefunden habe.

Wenn man deine Kunst auch als eine Art Programm betrachtet, welcher Erfolg würde dich sehr zufrieden stimmen?

In erster Linie natürlich einen Eindruck beim Betrachter hinterlassen zu haben. Ein voller Erfolg, wenn es eine positive Wirkung hat.

Bitte erzähl mal, was dich zum Diptychon „Kopf oder Zahl“ inspiriert hat und wie es entstanden ist.

Das Bild „Kopf oder Zahl“ ist spontan für ein Kunstprojekt in der Makeria Maximilianstraße entstanden, in der ich für einige Tage ausstellen durfte und passend zu deren Headliner „luxury is best served in small quantities“ die beiden Bilder malte. Das Bild zeigt eine Momentaufnahme einer Situation aus zwei Perspektiven und heißt Kopf oder Zahl. Die Münze soll das Leben symbolisieren, in dem oft nur Glück entscheidet, auf welcher Seite der Münze man steht. Beide Personen auf den Bildern sind reell. Vor allem die Geschichte des Mannes war sehr tragisch und hat mich zu diesem Bild inspiriert.

Du arbeitest mit Öl, Acryl, Airbrush, auch immer wieder mit zeichnerischen und Comic-Elementen. Welches sind deine stilistischen Einflüsse und Vorbilder?

Ich beschäftige mich zurzeit überwiegend mit zeitgenössischer Kunst. Street, Urban-Art hat mich immer schon interessiert. Künstler wie Lou Rose, Paul Wright, Ray Turner, Jota Real, Herakut, Etam Cru fallen mir spontan als Inspiration ein.

Wie viel Zeit verbringst du mit deiner Kunst?

Das ist phasenweise sehr unterschiedlich. Wenn eine Idee da ist, will ich sie so schnell wie möglich umsetzen und nutze jede freie Minute. Es gibt aber natürlich auch mal Phasen, in denen kreativ nicht viel läuft, und dann versuche ich auch mal eine künstlerische Pause zu akzeptieren.

Wo arbeitest du?

Ich hatte bisher ein Atelier im Norden von München. Da ich vor Kurzem aber wieder in die Stadt gezogen bin, suche ich momentan etwas Passendes in der Umgebung. Bis es soweit ist, muss unsere Wohnküche als Atelier herhalten.

Welche Umgebung brauchst du, um kreativ zu sein?

Am liebsten im Freien, ohne Ablenkung.

Kannst du dich gut von deinen Werken trennen?

Solange ich weiß, dass sie in guten Händen landen und ich dem Käufer damit eine Freude machen kann, eigentlich schon.

Welches war bisher dein schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Da ich im März letzten Jahres meine erste eigene Ausstellung hatte und das auch die erste Gelegenheit war, die Resonanz der Leute live zu erleben, denke ich, dass diese bisher auf jeden Fall zu den besten Erfahrungen gehört.

Was tust du, wenn du nicht malst oder zeichnest?

Ich bin selbstständig und betreibe eine WG-Zimmer-Vermietung seit 2007. Ansonsten ist nach wie vor die Musik eine große Leidenschaft von mir.