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Voula Kereklidou

Malerin aus Berlin, Deutschland

Voula Kereklidous Malerei zeigt schöne, idealisierte Menschen, die zeitlos erscheinen. Die Künstlerin möchte die Gefühle der Menschen zeigen – unbeeinflusst durch modische oder örtliche Besonderheiten. Sie malt in beeindruckend strahlenden Ölfarben – umso überraschender ist es, dass sie auf eine Farbe komplett verzichtet.

 
„Ich mochte es schon als Kind, andere Menschen zu beobachten“

Impressionen

Interview

Menschen sind dein Hauptthema. Was fasziniert dich an deinen Artgenossen am meisten?

Seit Beginn meiner künstlerischen Tätigkeit und sogar noch während des Studiums habe ich eine Vorliebe für das Thema Menschen. Als Kind war ich verschlossen und mochte es, andere Menschen zu beobachten. Noch heute interessiert es mich, die Beziehungen zwischen den Menschen – jung und alt, klein und groß – zu erkunden. Über die Jahre habe ich mich zunehmend auf die Schönheit, die verliebte Menschen ausstrahlen, konzentriert. So wurde dieses Thema zentral in meiner Arbeit.

Deine Reihe „Flirt“ zeigt auf leise, gefühlvolle Art die Annäherung, Nähe und Liebe zwischen Menschen. Bitte erzähle uns, wie diese Bilder entstanden sind.

Die Reihe „Flirt“ beschäftigt mich kontinuierlich seit mehreren Jahren. Mir gefällt der Zustand des verliebten Menschen. Er wird gütiger, aufmerksamer, romantischer, zärtlicher, sensibler. Diese Zustände werden sehr durch Körpersprache zum Ausdruck gebracht. Thematisiert wird hier besonders der Beginn des Verliebtsein, wenn eine einfache Berührung intensiv wie eine Umarmung oder ein Kuss gespürt wird. Die Empfindungen sind sehr stark. Die Verliebten interessiert es nicht, ob sie jemand beobachtet. Sie befinden sich in einer besonderen eigenen Welt. Meiner Meinung nach gehört das zu den wundersamsten Zuständen, in denen man sich befinden kann. Danach kommt die Liebe.

Wer sind die Menschen, die du malst?

Die Menschen, die ich male, sind keine bestimmte Leute und keine konkreten Charaktere. Sie sind idealisierte Figuren einer jungen Frau, eines jungen Mannes und haben schöne Körper, schöne Gesichter, schöne Augen, schöne Hände. In den meisten Bildern sind die Haare der Frau durch ein Band versteckt. Das ist eine Frisur, die uns oft an die Antike erinnert. Ich will nicht eine bestimmte Zeitperiode darstellen, deswegen sind die Haare in so einem Band versteckt. Auch der Körper ist oft mit einem Band zum Teil abgedeckt. Auf der einen Seite wird hier Kleidung symbolisiert. Auf der anderen Seite sind das dynamische Linien, die die Komposition dynamischer und bewegter machen sollen. Zeit und Ort spielt für meine Figuren keine Rolle. Nur ihre Gefühle sind wichtig und diese sind zeit- und ortsunabhängig. Eine bestimmte Kleidung oder wie die Frau die Haare trägt, würde auf eine bestimmte Zeit und Mode hinweisen, weswegen Frisur und Kleidung durch Bänder repräsentiert werden. Ich will, dass der Betrachter sich nur auf die Augen, Hände und Körper der Figuren konzentriert.

Deine Farben sind etwas ganz Besonderes. Dir gelingt es, in diesen Bildern eine sehr warme, kräftige und ausgesprochen lebendige Farbigkeit zu erschaffen. Magst du uns verraten, wie du mit Farben arbeitest?

Die Farbigkeit entwickelt sich erst während des Entstehungsprozesses. Das Bild diktiert mir sozusagen, mit welchen Farben ich arbeiten soll. Es ist kein Aspekt, über den ich mir im Voraus Gedanken mache oder den ich plane. Es ist ein Vorgehen, das auch mich oft vor Überraschungen beim Ergebnis stellt.

Wie lange arbeitest du etwa an einem Bild?

Die Dauer der Arbeit an einem Bild kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal bin ich mit dem Ergebnis schnell zufrieden, manchmal dauert es länger. Es kann sein, dass ich mehrere Varianten eines Themas gleichzeitig und parallel entwickle und an mehreren Bildern gleichzeitig arbeite. Ich verwende Ölfarben. Sie trocknen langsam. Ich warte immer ab, dass ein Arbeitsschritt fertig getrocknet ist, bevor ich mit dem nächsten weitermache. Und dann muss ich noch Abstand zum Bild bekommen, es einige Zeit liegen lassen und später wieder anschauen. Dann entscheide ich, ob ich zufrieden bin oder weiter daran arbeiten will.

Du stammst aus Griechenland und lebst seit einigen Jahren in Berlin. Welchen Einfluss hat der Ort, an dem du lebst, auf deine Malerei?

Der Ort, an dem ich lebe, hat definitiv keinen Einfluss auf meine Malerei. Ich kann immer und überall arbeiten und tue das sehr gern. Die Themen, Farblichkeit und Stimmung meiner Bilder werden nicht von außen von meiner Umgebung beeinflusst. Genauso gibt es Farben, die für meine Kunst keine Bedeutung haben. Zum Beispiel liebe ich das Grün in der Natur. Aber in meiner Malerei kann ich mit der ganzen grünen Farbpalette nichts anfangen. Ich verwende sie nicht, sie drückt mich nicht aus, ich kann nicht mit ihr umgehen und das unabhängig davon, ob ich im Wald lebe, in der Wüste, in der Großstadt oder auf dem Land.

Was war dein Berufswunsch als Kind?


Auf jeden Fall habe ich nicht davon geträumt, Malerin zu werden. Ich wollte Balletttänzerin werden. Ich wollte den ganzen Tag mit ballettähnlichen Bewegungen zu klassischer Musik tanzen und bin die Treppen immer auf Zehenspitzen hochgelaufen. Meine Schuhe waren immer schnell kaputt. Als ich 13 oder 14 Jahre alt war, sagte mir eine meiner Lehrerinnen, dass ich sehr gut malen kann. Ich bin ihr sehr dankbar. Ich liebe meinen Beruf.

Wie hat sich dein künstlerischer Stil entwickelt?


Ein persönlicher künstlerischer Still war für mich vom Anfang an sehr wichtig. Während des Studiums an der Akademie konnte ich sehr realistisch malen. Ich wurde oft „die Renaissance-Künstlerin“ genannt. Im letzten Studienjahr habe ich mir vorgenommen, meinen persönlichen Stil zu entwickeln, etwas, das nicht leicht ist. Ich wollte, dass meine Bilder erkennbar sind und sich von den Werken anderer unterscheiden. Bald habe ich festgestellt, dass der Mensch und sein nackter Körper im Mittelpunkt meines Interesses steht. Zu dieser Zeit habe ich mit Aquarellen und einer besonderen Technik gearbeitet. Dann habe ich beschlossen, diese Technik mit Ölfarben auszuprobieren. Ich habe 3 bis 4 Jahre gebraucht, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erziehen. Natürlich hat sich der Stil seitdem kontinuierlich immer weiterentwickelt. Dem Publikum, das meine Bilder mag, gefallen die Augen meiner Figuren, die ausdrucksvollen Hände mit den langen empfindlichen Fingern. Die Helden sind monumental, sie füllen die Fläche aus, unabhängig vom Bildformat. Auf emotionalem abstraktem Hintergrund hauchen die Figuren Realismus ein. Sie befinden sich in einer farbigen und weiter unbestimmten Umgebung, damit die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Augen, die Hände und die Körper fallen kann.

Wenn du deinem Stil einen Titel geben solltest, wie würdest du ihn nennen?

Die Komposition eines Bildes entsteht erst, nachdem ich einen absolut abstrakten Hintergrund durch expressives Auftragen der Farben auf die Leinwand erstelle. Auf dieser Basis, aus dieser Vorlage ziehe ich die Figuren heraus, die sich in den meisten Fällen aus den Flecken und Flächen der Farben ankündigen. Meine Figuren haben eher realistischen Charakter. Deswegen nenne ich selber meinen Stil „Expressiven Realismus“.

Wo malst du?


Ich arbeite in meinem Atelier, das sich in meiner Wohnung befindet. So habe ich die Möglichkeit, jederzeit, wenn ich es will, zu arbeiten. Als meine Kinder klein waren, konnte ich in deren Nähe sein und trotzdem arbeiten. Inzwischen ist fast meine gesamte Wohnung ein gemütliches Atelier. Ich wohne in meinem Atelier.

Welche Umgebung schaffst du dir, um zu malen?


In der Regel male ich in meinem Atelier, wo alles für die Arbeit eingerichtet ist. Ich kann aber auch woanders und unter ganz anderen Bedingungen arbeiten als zu Hause. Wenn ich meine Palette, die Farben, die Pinsel und die Leinwand habe, kann ich arbeiten. Für meine Figuren brauche ich keine Modelle, nur meine Fantasie. Eine bestimmte Bewegung oder Haltung des Körpers, die ich darstellen will, kann ich mir im Kopf vorstellen. Mit anderen Worten, ich brauche keine besondere Umgebung, um zu arbeiten. Absolute Stille ist etwas, was ich überhaupt nicht mag. Deswegen läuft immer das Radio, wenn ich arbeite.

Wie wichtig ist dir die Reaktion der Betrachter auf deine Kunst?


Sehr wichtig. Auf jeden Fall. Ich lebe seit vielen Jahren ausschließlich von meiner Kunst. Ich weiß sehr gut, was für einen großen Einfluss die Reaktionen und die Kommentare der Betrachter haben können. Es motiviert und ermutigt mich zu sehen, wenn dem Betrachter meine Bilder nicht nur gefallen, sondern wenn er sie auch versteht, wenn er die eigenen Gefühle darin wiederfindet und sich mit Situationen und Emotionen identifizieren kann.

Welches war dein schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?


Vor Jahren hatte ich eine Ausstellung in einer kleinen Stadt im Norden von Griechenland. Eine sehr alte, schwarz gekleidete Frau hat ein Bild, komplett in blauen Farbtönen, für ihre Enkeltochter gekauft. Das Bild hieß „Mädchen mit Vogel“. Ich habe mich mit der Frau lange unterhalten. Sie war sehr religiös, hatte viele Kloster besucht und hatte bis dahin keine Berührung mit Malerei gehabt. Sie hat mir viele Fragen gestellt, über Kunst und Malerei, und hat sehr interessiert zugehört. Ich war von ihrer Entscheidung, für ihre Enkelin ein Bild von mir zu kaufen, sehr berührt.

Noch eine Situation gab es, die mir stark in Erinnerung geblieben ist: Es war Millennium, Gruppenausstellung. Eine Frau hat mich angesprochen und mir mitgeteilt, dass sie gerade auf ihre geplante große Millennium-Exkursion verzichtet hatte, um ein größeres Bild von mir zu kaufen. Sie war ein paar Tage nacheinander gekommen und hat sich immer das ein Bild angeschaut. Am Ende entschied sie sich gegen die Exkursion und für das Bild. Das war für mich überwältigend.

Kannst du dich gut von Bildern trennen?


Auf jeden Fall, ja. Ich habe nie ein Bild geschaffen, das ich nicht weggeben wollte. Ich freue mich immer sehr, wenn ein Bild von mir ein neues Zuhause bekommt, weil es jemandem gefallen hat und demjenigen etwas anbieten kann.

Würdest du gern die Käufer deiner Bilder auswählen, wenn das möglich wäre?

Ich muss nicht die Käufer auswählen, nein. Mir ist nur wichtig, dass meine Werke gefallen und es für jedes Bild einen Käufer gibt, der an dem Bild lange Freude findet.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich mache, was Menschen normalerweise tun, wenn sie nicht arbeiten. Außerdem reise ich gern und plane meine nächsten Themen und Projekte.