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Be part of the art

Jens Günther

Maler aus Halle

Jens Günther malt bezaubernde realistische Bilder, für die er teils aufwändige Recherchen betreibt. Immer ist eine Fotografie – oder Fotoserie – Vorlage für das Gemälde. Die Ölfarbe zwingt ihn zum bedächtigen Arbeiten, was er mit der Zeit als Vorteil schätzen gelernt hat.

 
„Die alten Meister waren meine größten Vorbilder.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Lisa Schmidt, www.galerie-lilou.de

Interview

Was bedeutet die Kunst für dich?

Kunst, insbesondere Malerei, ist meine Leidenschaft. Der Motor meines Lebens. Ich finde es sehr spannend, Kunst zu erschaffen, und kann mir nicht vorstellen, irgendwann damit aufzuhören.

Wann bist du der Kunst zuerst begegnet?

Gemalt und gezeichnet habe ich schon immer sehr gern. Ich habe noch Bilder im Kopf, die ich im Kindergarten gezeichnet habe. An einen sehr wichtigen ersten Kontakt mit bildender Kunst kann ich mich erinnern. Da war ich, glaube ich, 16 Jahre alt und habe mir ein Buch über Picasso angeschaut. Seine Kunst hatte mich damals sehr fasziniert. Vor allem seine Bilder des Kubismus. In dem Stil hatte ich danach einige Bilder gemalt. Picasso war mein erstes großes Vorbild.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Im Studium habe ich sehr intensiv die Maltechniken der Maler der Renaissance und des Barock studiert. Vor allem von Künstlern wie Raffael, Caravaggio, Rubens und Vermeer. Ich wollte auch gern so realistisch wie sie malen können. Aus dem Gelernten habe ich über die Jahre meinen Malstil entwickelt. Mich haben auch immer wieder Künstler der klassischen Moderne oder zeitgenössischen Kunst inspiriert und ihre Spuren in meiner Kunst hinterlassen. Die alten Meister waren aber in der Maltechnik meine größten Vorbilder.

Deine Bilder auf ARTvergnuegen.com sind realistische Darstellungen der Natur und teils auch von Menschen. Wie findest du deine Motive?

Momentan arbeite ich an einer Serie, die sich mit dem Thema Zookultur beschäftigt. Immer wenn ich in einer größeren Stadt bin, in der es einen Zoo gibt, gehe ich dort rein und suche mir spannende Szenarien. Von denen mache ich Fotos. Pro Zoobesuch können das 200 bis 300 Fotos werden. Die Fotos dienen mir dann als Vorlage für meine Malereien. Um meine Vorlagen zu finden, muss ich bewusst nur dafür losgehen und mich dann auch ganz darauf konzentrieren. So habe ich bis jetzt immer die besten Ideen gefunden. Die Vorlagen entwickele ich dann auf der Leinwand weiter. Ich nehme Details weg oder füge andere hinzu oder baue aus mehreren Vorlagen ein Bild zusammen.

An welchem Ort malst du – und wie bereitest du dich dort vor, um zu malen?

Ich habe mein Atelier in einem kleinen Laden eingerichtet. Vor mir war dort mal ein Bäcker drin. Wenn ich am Ende eines Arbeitstages gehe, wasche ich nur die Pinsel aus und lasse ansonsten alles so liegen, wie es ist. Wenn ich dann am nächsten Tag komme und weitermache, muss ich nicht viel vorbereiten, sondern kann schnell da einsteigen, wo ich war. Dadurch sieht es in meinem Atelier zwar etwas unordentlich aus. Aber das ständige Aufgeräume nach dem Malen und Vorbereiten vor dem Malen würde mich zu sehr nerven. Ich bin ein Künstler, der das kreative Chaos braucht.

Arbeitest du mit Skizzen oder Fotografien?

Ich verwende immer selbst gemachte Fotos als Vorlage für meine realistischen Malereien.

In welchem Gemütszustand kannst du am besten malen?

Wenn ich den Kopf frei habe und nicht zu viel über andere Sachen nachdenken muss. Wenn ich die ganze Zeit über Dinge nachdenken muss, die noch zu erledigen sind, dann lenkt das zu sehr ab. Ich höre zum Malen sehr gern Radio oder Hörbücher. Das Konzentrieren darauf hilft mir beim Malen.

Warum Ölfarbe?

Ölfarben haben den Vorteil, dass sie lange zum Trocknen brauchen. Außerdem gibt das Öl den Farben eine schmierige Konsistenz. Sie sind nicht so stumpf wie z.B. Acrylfarben. Aufgrund dieser Eigenschaften kann ich besser die Feinheiten auf meinen Bildern ausarbeiten, weiche Übergänge erschaffen. Das brauche ich, um den realistischen Eindruck zu erzeugen. Für die realistische Malerei, wie ich sie mache, sind Ölfarben die besten Farben.

Was war das Entscheidende, dass du im Umgang mit Ölfarbe gelernt hast?

Als ich das erste Mal mit Ölfarben gemalt habe, hatte es mich sehr gestört, dass sie so lange zum Trocknen brauchen. Ich konnte damit nicht umgehen und hatte nicht die Geduld, so lange zu warten, bis die Ölfarben trocken waren, damit ich weiter an dem Bild malen konnte. Mit der Zeit habe ich aber gelernt damit umzugehen und den scheinbaren Nachteil als klaren Vorteil zu sehen. Jetzt male ich fast nur noch mit Ölfarben.

Welches sind deine größten Einflüsse und Inspirationen?

Für die Maltechnik sind es Künstler wie Rubens, Caravaggio, in den letzten Jahren vor allem Vermeer. Für den Inhalt meiner Kunst lasse ich mich von allem inspirieren. Der Alltag liefert dafür genügend Inspiration. Die Ideen gehen da nie aus.

Wie überwindest du kreative Flauten?

Zum Glück hatte ich solche Flauten schon lange nicht mehr. Momentan habe ich so viele Ideen, die ich aus Zeitmangel gar nicht alle umsetzen kann. Mir hat es immer sehr geholfen, in Kunstmuseen oder Ausstellungen zu gehen. Künstler, die mich faszinieren, können mich sehr gut zu neuen Bildern inspirieren. Man muss einfach weitermachen und auch mal schlechte Gemälde erschaffen. Ich sehe das als Motivation, nach neuen Ideen zu suchen.

Was bereitet dir am meisten Freude an der Kunst?

Der Prozess des Erschaffens eines Gemäldes. Die Ideenfindung, die maltechnische Ausarbeitung und am Ende die Freude, wenn nach langer Arbeit das Resultat alles belohnt.

Und was nervt dich manchmal?

Die Krisen im Entwicklungsprozess eines Gemäldes. Wenn das Bild nicht so wird, wie ich es gern hätte. Dann stelle ich es erst mal in die Ecke und male an anderen Bildern weiter. Nach ein paar Wochen oder auch mal nach Monaten findet sich dann schon ein Weg, wie ich damit weitermachen möchte. Das Nervige kann die eigene Ungeduld sein, die das Gemälde schneller fertig machen möchte, obwohl der für mich scheinbar richtige Weg noch nicht sichtbar ist.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Dann mache ich sehr gern Sport. Das lange Sitzen vor der Staffelei macht den Körper recht steif. Da zwickt es schon mal im Rücken. Daher brauche ich den sportlichen Ausgleich.

Stell dir bitte mal die ideale Umgebung für deine Bilder vor.

Da habe ich eine sehr verträumte Fantasie. Ich würde sehr gern mal in einer Ausstellung mit meinen Vorbildern vertreten sein. Meine Gemälde neben denen von Rubens, Caravaggio und Vermeer zu sehen wäre sehr spannend.

Welches war bisher dein schönstes Erlebnis mit der Kunst?

Da gab es bereits so viele ... Eines der schönsten Erlebnisse war, als ich die Zusage von der Kunsthochschule bekommen habe, dort studieren zu dürfen. Die hat meinen beruflichen Weg erst ins Rollen gebracht.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Ich hoffe, dass ich langfristig vom Verkauf meiner Kunst leben kann. Ich werde nicht nur realistische Bilder malen. Inzwischen arbeite ich parallel an einer Serie, die in Richtung abstrakt, Konstruktivismus geht.