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Anna Eibl-Eibesfeldt

Künstlerin aus München

Anna Eibl-Eibesfeldt ist aus der Stadt ins bayerische Voralpenland gezogen, was ihr „völlig neue landschaftliche Erfahrungen“ bereitete. Den dortigen Himmel, Lichtstimmungen und die weiten Landschaften bringt sie mit ihrer selbst entwickelten Acryltechnik auf auf die Leinwand – nicht naturgetreu, sondern, wie sie sagt, als Idee oder Erinnerung.

 
„Die unfassbaren, fein nuancierten Farbstimmungen in der Natur versuche ich in mir aufzunehmen und im Atelier nachzuerleben.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Warst du schon als Kind besonders kreativ?

Tatsächlich war es für mich als Kind schon besonders schön, aus verschiedenen Materialien etwas zu gestalten. Farben, Ton oder Stoffe haben mich sehr fasziniert. Ich mochte auch immer Geschichten sehr gerne und die Bilder, die in meinem Kopf zu den Geschichten entstanden.

Wie hast du zur Kunst gefunden?

Kunst hat mich schon immer fasziniert. Fantasiewelten zu schaffen, die eigene Wirklichkeit zu gestalten. Durch die Kunst in fremde Welten eintauchen zu können. Dem Eigenartigen eines anderen Menschen näherzukommen, durch das Erleben der Seherfahrungen. Über die Zeiten und Orte hinweg. Verschiedene Ausstellungen, die ich als Kind gesehen habe, sind mir als eindrückliche Bilder und faszinierende Erlebnisse im Gedächtnis geblieben. So erinnere ich mich an dunkle Velázquez-Gemälde, an eine poetische Marc-Chagall-Ausstellung und auch an die atemberaubende Sammlung der Impressionisten im Musée d'Orsay.

Wie hast du zur Kunst gefunden?

Kunst hat mich schon immer fasziniert. Fantasiewelten zu schaffen, die eigene Wirklichkeit zu gestalten. Durch die Kunst in fremde Welten eintauchen zu können. Dem Eigenartigen eines anderen Menschen näherzukommen, durch das Erleben der Seherfahrungen. Über die Zeiten und Orte hinweg. Verschiedene Ausstellungen, die ich als Kind gesehen habe, sind mir als eindrückliche Bilder und faszinierende Erlebnisse im Gedächtnis geblieben. So erinnere ich mich an dunkle Velázquez-Gemälde, an eine poetische Marc-Chagall-Ausstellung und auch an die atemberaubende Sammlung der Impressionisten im Musée d'Orsay.

Wie hat sich dein Stil entwickelt?

Zu Beginn habe ich viel gezeichnet, mit Kohle, Kuli und Bleistift. Dann eine Zeit lang Zeichnungen mit durchscheinender Aquarellfarbe oder Buntstiften koloriert. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich jetzt intensiv mit Farbe. Welche Farben sehe ich und wie kann ich das Erleben in ein Bild umsetzen? Was entsteht auf der Leinwand während des Malprozesses? Wie beeinflusst die Materialität des Pigments die Farbe? Ich lasse mich vom Fließen der Farbe, den Farbkontrasten und den Farbintensitäten überraschen, reagiere darauf und entscheide, was ich dagegensetze. Manchmal ist es ein großer Genuss, manchmal eine unbeschreibliche Mühe und ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen.

In einer Bildbeschreibung sagst du, deine Malerei erinnert an die Natur, ohne sie aber abzubilden. Tatsächlich nennst du ja deine Bilder oft „Landschaft“. Welche Landschaften sind es, die du malst? Und wie rufst du sie dir selbst ins Gedächtnis?

Durch einen Umzug aus der Stadt ins bayerische Voralpenland waren plötzlich wieder völlig neue landschaftliche Erfahrungen möglich. Den Himmel hatte ich zum Beispiel jahrelang kaum wahrgenommen. Durch die Nähe zur Natur konnte ich die unglaublichen Lichtstimmungen über der weiten Landschaft oder den wunderbaren Gewässern völlig anders erleben. Diese unfassbaren, fein nuancierten Farbstimmungen versuche ich in mir aufzunehmen und im Atelier nachzuerleben. Das Erinnern kann ich nicht sprachlich beschreiben, es findet in einer Verbindung von Sehen und Fühlen statt, und in Kombination mit meiner jahrelangen Erfahrung im Umgang mit Farben entsteht ein eigenes Bild.

Woher nimmst du außerdem Inspiration für deine Kunst?

Die Stofflichkeit der Gegenstände fasziniert mich sehr. Nicht nur die pulverige, leuchtende Haptik der Pigmente, auch kühler Ton, der so bearbeitet werden kann, dass er rau und porös erscheint oder glatt und glänzend. Die Oberflächen und die Farbigkeit verschiedener Papiere. Samtige Japanpapiere, die Struktur von Aquarellpapieren. Inspirationen finde ich auch in meinem Leben. Bestimmte Kontraste, Lichtstimmungen oder Menschen fangen mein Interesse, und diese Erlebnisse wirken sich auf meine Arbeit aus. Es ist auch wunderschön und für mich sehr wichtig, andere Künstler und ihre Kunst zu erleben.

Mit welcher Technik malst du am liebsten und warum?

Ich habe über die Jahre eine eigene Acryltechnik entwickelt. Dazu verwende ich im Wesentlichen unterschiedliche Pigmente, bestimmte Acrylfarben und verschiedene Binder. Mit diesen Farben kann ich wunderbare, tiefleuchtende Farben auftragen, sie sehr stark verdünnen, aber auch deckende Schichten anlegen. Außerdem interessiert mich immer auch die Gestaltung der Oberfläche. Eine matte dunkelrot leuchtende Schicht wirkt im Kontrast zu einem glänzenden goldenen Punkt anders als eine durchgehende Oberfläche. Auch die Bearbeitung der Untergründe spielt eine Rolle, hier habe ich schon viele Experimente gemacht, und jetzt grundiere ich meine Leinwände meist nach eigenen Erfahrungen.

Hast du Vorbilder?

Unbedingt. Es gibt so viele wunderbare Künstler. Immer wieder sehe ich in der Kunst etwas, das mich absolut begeistert. Der großflächige Farbauftrag von Katharina Grosse, die düstere, verzerrt wirkende Farbigkeit von El Greco, die sensible Materialität und eigenwillige Vehemenz in Louise Bourgeois' Werk.

An welchem Ort malst du?

Ich arbeite im Atelier. Auf Reisen, zu Hause oder vor der Natur aquarelliere ich gerne.

Wenn du malst, welche Umgebung schaffst du dir, welche Atmosphäre brauchst du?

An meinem Arbeitsplatz gibt es viele Farben, Pinsel, Licht, Musik. Ich versinke in mein Dasein. Das Denken verändert sich. Die Konzentration ist sehr hoch, ich weiß, welche Form ich möchte, welche Farbe ich brauche. Dann bin ich eins mit dem, was ich tue. Darauf folgen dann häufig zähe Entscheidungen. Manchmal brauche ich Mut weiterzumachen. Das ist aber zentral. Weitermachen, viel entsteht aus dem Tun und nicht aus dem Planen.

Woher weißt du, dass ein Bild fertig ist?

Der Arbeitsprozess erstreckt sich häufig über einige Monate. Ich sehe mir das Bild immer wieder an. Überarbeite, überlege, male an anderen Bildern weiter. Manchmal ist es plötzlich klar: Es ist fertig. Manchmal bin ich mir nicht so klar und verändere noch einmal Grundlegendes.

Fällt es dir leicht, dich von deiner Kunst zu trennen?

Manche Bilder möchte ich behalten, aber grundsätzlich ist es der Sinn meiner Bilder, ohne mich zu strahlen. Es freut mich, wenn die Bilder das Leben eines anderen Menschen bereichern und Farben in Räume bringen.

Was macht die Kunst mit dir?

Kunst macht mich lebendig, interessiert mich. Verlangt Mut und gibt mir viel Unabhängigkeit.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich verbringe viel Zeit mit meinen Kindern. Wir sind gerne in der Natur, beim Fahrradfahren, Wandern oder Skifahren. Außerdem liebe ich Lesen, Reisen und Filme.

Erzähl uns bitte von deinem bisher schönsten Erlebnis mit deiner Kunst.

Ein schönes Erlebnis war letztes Jahr, als ich eine Ausstellung fertig gehängt hatte, noch mal alleine in den Räumen zu stehen. Die Bilder nahmen untereinander Verbindungen auf. Teilweise ergänzten sich Farben durch geöffnete Türen zu einem Farbklang. Es war sehr befriedigend zu sehen, wie jedes Werk an seinem Platz ausreichend Luft hatte und die Auswahl der Bilder sich in den Räumlichkeiten zu einem großen Ganzen formieren konnte. Es ist immer wieder ein schöner Moment, wenn die Bilder aus dem Atelier an einen anderen Ort kommen und dort ihre Farbigkeit so richtig zur Entfaltung kommt.