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Be part of the art

Marc Kirschvink

Künstler aus Sankt Augustin

Marc Kirschvink sagt, er brauche keine Vorbilder als Inspirationsquelle. Doch die ersten Malversuche seiner Tochter haben es ihm angetan: „Es hat mich fasziniert, wie schön diese Zeichnungen im Grunde waren, sodass ich beschloss, eine Werkserie daraus zu machen“, erzählt er uns im Interview.

 
„Alles, was ich tue, ist irgendwie verbunden und fließt in meine Kunst.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.thepixeleye.com

Interview

Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit der Kunst?

Als Kind habe ich schon früh gezeichnet, aber erst die Entscheidung, mein Abitur in Kunst zu machen und später dann Illustration zu studieren, hat mich zum bewussten, künstlerischen Arbeiten gebracht. Auch die Auseinandersetzung mit anderen Künstlern, sei es durch Ausstellungsbesuche oder direkte Kontakte, hat mein Interesse an Kunst gestärkt. Auch wenn ich dann oft meinen eigenen Weg gesucht habe.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Das Illustrationsstudium war ein „Kompromiss“ mit meinen Eltern. Eigentlich wollte ich Malerei studieren. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass es so gekommen ist. Durch das Studium habe ich viele verschiedene Techniken erlernt und konnte so in meiner späteren Arbeit immer auf die für mich passende zurückgreifen. Die technische Vielfalt erlaubt mir bis heute große Freiheiten bei der Umsetzung meiner Arbeitsansätze. Anfangs habe ich mich oft figurativ und realistisch ausgedrückt. Inzwischen arbeite ich wechselhaft mal figurativ oder mal abstrakt. Wobei die Abstraktion klar einen größeren Schwerpunkt besetzt.

Wie nennst du deinen Stil?

Ich suche nicht nach Begrifflichkeiten für meine Arbeitsweise. Das überlasse ich anderen.

Hast du Vorbilder?

Ich habe keine Vorbilder im eigentlichen Sinne. Im Grunde arbeite ich unabhängig und brauche keine Vorbilder als Inspirationsquelle. Aber einen Gerhard Richter finde ich zum Beispiel wegen seiner Vielfältigkeit interessant.

Für einige deiner Bilder hast du Zeichnungen deiner Tochter als Vorlage benutzt. Wie läuft das ab, wie können wir uns das vorstellen?

Wie sicher viele Eltern haben meine Frau und ich auch die Zeichnungen unseres Kindes gesammelt und aufbewahrt. Es gab da also ein großes Paket von Zeichnungen, die meine Tochter im Alter von eineinhalb Jahren auf kleinen weißen Notizzetteln gemacht hatte. Zum ersten Mal hatte sie absichtlich eine Spur hinterlassen. Einige Monate später habe ich diese dann beim Aufräumen gefunden und noch mal angesehen. Es hat mich fasziniert, wie schön diese Zeichnungen im Grunde waren, sodass ich beschloss, eine Werkserie daraus zu machen. Bei dieser Serie gab es auch eine selbst auferlegte Disziplin: Als Erstes musste immer die Linie auf der Leinwand sein. Und erst dann kam Farbe hinzu. So musste ich mir zwar Techniken erfinden, die mir ermöglichten, auch nach Auftrag der Farbe die Linie wiederzufinden, aber diese Eigenheit machte auch den eigenen Duktus der Bilder aus.

Was sagt denn deine Tochter zu deinen Interpretationen ihrer Bilder?

Bisher, meine Tochter ist jetzt 11 Jahre alt, findet sie die Interpretationen wohl okay. Auch hat sie selber die von ihr inspirierten und von mir gemalten Bilder als Inspirationsquelle für eigene Bilder genutzt. Wir haben so non-verbal über die Bilder kommuniziert. Darauf sind wir beide ein wenig stolz.

Welche anderen Inspirationsquellen nutzt du?

Meine Inspirationsquellen suche ich oft aus Situationen, die mich emotional berühren. Meine letzten Werkserien beschäftigen sich deswegen mit Musik, da mich auch Musik auf die verschiedenste Art und Weise berührt. So arbeite ich in der Werkserie „Partitur“ mit einem Komponisten und Musiker zusammen. Die Bildkomposition wird Musikkomposition. Aber auch meine eigenen Bilder inspirieren mich immer weiter. Selbst beim Wechsel in eine andere Werkserie nutze ich oft Elemente aus anderen Bildern. Dies geschieht häufig, seitdem ich mit den Kinderzeichnungen gearbeitet habe.

Wo malst du?

Ich male in meinem Atelier im Kunsthaus Troisdorf.

Bitte beschreibe mal, wie du vorgehst, wenn du ein neues Kunstwerk beginnst.

Erst mal versuche ich, mir das Bild vorzustellen. Dies ist aber keine unwiderrufliche Festlegung für das Bild. Im Arbeitsprozess darf das Bild auch seinen eigenen Weg finden. So wäge ich bei jeder neuen Bildebene oder nach jedem neuen Arbeitsschritt erneut ab, wie sich das Bild entwickeln soll. Da kann es natürlich sein, dass am Ende ein ganz anderes Bild entstanden ist als das, was ich mir ganz am Anfang vorgestellt hatte. Ich arbeite fast immer in Serien, sodass ich zahlreiche Variationen ausprobieren kann.

Wann ist ein Bild fertig?

Sobald ich meinen inneren Frieden mit dem Bild geschlossen habe. Erst wenn alle Farben und Formen so arrangiert sind, wie ich es für richtig halte, ist ein Bild fertig. Das kann dann auch schon mal ganz schön lange dauern.

Was bedeutet dir die Reaktion der Betrachter?

Während der Erschaffung des Bildes spielt die Reaktion des Betrachters kaum eine Rolle. In dieser Zeit bin ich alleine mit meinem Bild und es hat so lange auch nur meinen Gesetzen zu gefallen. Sobald es aber fertig ist, hat das Bild auch die Aufgabe, bei den Betrachtern eine Reaktion hervorzurufen. Wobei es keine Rolle spielt, ob diese positiv oder negativ ist. Wichtig ist, dass eine Reaktion stattfindet. Dabei darf der Betrachter gerne seine individuelle Ansicht erfahren, die nicht deckungsgleich mit meiner sein muss.

Welches sind die drei Dinge, die dich am stärksten antreiben, kreativ zu sein?

Erneuerung. Non-verbale Kommunikation. Freiheit.

Welches war das bisher schönste Erlebnis mit deiner Kunst?

Zum Beispiel als sich ein total vernunftorientierter Kunde ein abstraktes Bild gekauft hat, das ihn an seine eigenen Kinder erinnerte.

Hast du ein Lieblingswerk, auf das du besonders stolz bist?

In jeder Werkserie das Bild, in welchem die Idee der Serie am schlüssigsten auf den Punkt gebracht ist.

Ein Leben ohne Kunst – wie wäre das?

Belanglos.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich mache noch viele andere Dinge neben dem Malen wie Familie, Musik, Grafik, Organisation und Kuration von Kunstmessen und Kunstausstellungen. Und ich glaube, dass dies auch für mein Malen wichtig ist. Alles, was ich tue, ist irgendwie verbunden, und Erfahrung, Gefühltes und Gesehenes fließen in meine Kunst. Manchmal ruhe ich mich auch einfach aus!