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Be part of the art

Anja Witt

Malerin aus Hamburg

Anja Witt hat aus „Ehrfurcht vor den Ausmaßen und dem Geheimnis der Tiefsee“ Ozeanographie studiert. Seit 1993 widmet sie sich ganz der Malerei und bleibt dem Meer doch verbunden. Über die Rolle der Ozeane in ihrer Kunst erzählt Anja Witt im Interview.

 
„Die Meeresforschung ist der Ausgangspunkt für meine Malerei, die nicht illustriert, sondern auf einer neuen Wellenlänge sendet.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Asja Caspari, www.asjacaspari.com

Interview

Wann und wo hast du die Kunst kennengelernt?

Durch Bilder, die meine Eltern und Großeltern an der Wand hängen hatten, z.B. von Menzel, Nolde und Modersohn. Die habe ich mir als Kind genau angesehen, dummerweise hängen für Kinder alle Bilder viel zu hoch, da muss man schon auf Stühle steigen. Als Aich den Gehweg schön farbig bemalt hatte, bekamen meine Eltern die Kündigung vom Vermieter.

Du hast Ozeanographie studiert und am Hamburger Institut für Meereskunde gearbeitet. Woher stammt die Liebe zum Meer?

Das sind wahrscheinlich Gene von meinem Vater, der war Kapitän, obwohl er auch wie ich mit Seekrankheit zu kämpfen hatte. Es ist nicht nur die Liebe zum Meer, sondern auch die „Ehrfurcht vor den Ausmaßen, den Kräften und der Weite, dem Geheimnis der Tiefsee“. Ich wollte wissen, wie alles zusammenhängt. Unser Planet hat einfach viel mehr Wasser- als Landoberfläche.

Wann war dir bewusst, dass du Künstlerin bist?

Erst spät, denn das Malen war für mich nichts Besonderes, es hat mich immer begleitet und ist kontinuierlich gewachsen. Ich hatte nach der Schule kein Zutrauen in den oft brotlosen Beruf als Künstler und habe zunächst dem naturwissenschaftlichen Studium den Vorrang gegeben. Als sich aber Berge an Rollen und Leinwänden ansammelten und die Leute Arbeiten kauften, habe ich 1993 die Wissenschaft aufgegeben und arbeite seitdem als Künstlerin.

Die Liebe zum Meer und die Ozeanographie spielen auch eine große Rolle in deiner Malerei. Erzähl doch mal, wie du zu deinen Motiven kommst – zum Beispiel bei deiner Reihe elsewhere.

Ich habe kein Motiv, das ich dann abmale, sondern entwickle das Bild aus meiner Vorstellung und Erfahrung. In der Reihe „elsewhere“ geht es zum Beispiel um die Untersuchung bestimmter Schichten im Ozean. Während der Meeresforscher eine Sonde messen lässt und dann an den Werten charakteristische Wassermassen erkennt, war es bei mir eher die bildliche Vorstellung, Licht ins Dunkle zu bringen. In der Serie „elsewhere“ gibt es eine eher horizontale Schichtung und eine Lichtquelle, die Struktur und Farbigkeit beleuchtet. Man ist hier woanders, also „elsewhere“, nämlich auch in der Vielschichtigkeit der Malerei.

Bist du selbst einmal tief unter der Meeresoberfläche gewesen?

Nicht so tief wie die Messgeräte der Forschung, aber ich habe eine Tauchausbildung und liebe es, in die Wasserwelt abzutauchen. Hier herrschen andere Regeln und es ist großartig, sich unter Wasser zu bewegen, ein bisschen als könnte man fliegen.

Wie gehst du vor, wenn du ein Bild beginnst?

Am Anfang steht die Idee, die ich im kleinen Format entwickle und im Skizzenbuch in vielen Variationen sammle. Dann überlege ich mir das passende Leinwandformat und skizziere grob auf der Leinwand die wesentlichen Kompositionslinien. Mit Mut und Schnelligkeit geht es dann in die Farbe, ich male den ersten Wurf und lasse alles erst einmal trocknen. Die Leinwand ist für mich kein Heiligtum, sondern eine Arbeitsfläche. Das Malen gelingt mir im Wechselspiel aus Kontrolle und Intuition, die Skizze liegt immer daneben. Am nächsten Tag gucke ich mir das Ganze an, denke nach und mache weiter oder lasse es noch stehen. Ich arbeite immer an mehreren Arbeiten gleichzeitig.

Wie viel Wissenschaft steckt in deinen Bildern – und wie viel Fantasie?

Die Meeresforschung ist der Ausgangspunkt für meine Malerei, die nicht illustriert, sondern auf einer neuen Wellenlänge sendet.

Was möchtest du im Betrachter auslösen?

Begeisterung, Überraschung, das Eintauchen in eine nicht überall erklärbare Bildwelt. Am besten ist es, wenn sich der Betrachter einfach auf das Bild einlässt und keine Erklärungen braucht.

Wo arbeitest du?

In einem schönen großen Atelier, einem ehemaligen Lebensmittelladen. Es steht nicht zu viel Krimskrams herum, es ist Platz zum Rangieren von mehreren Bildern und der Holzfußboden ist mit Farbe vollgekleckert.

Welche Dinge brauchst du, um gut malen zu können?

Viel Platz und gutes Material, z.B. erstklassige Farben. Wichtig ist mir auch Ruhe von außen, also keine Musik, kein nervöses Handy und keine Nachbarn mit Laubpüster. Innere Ruhe, kein Druck und ein Atelier, das ich jederzeit aufschließen kann, sind Voraussetzungen, die ebenfalls eine große Rolle spielen.

Stell dir bitte mal die ideale Umgebung für deine Bilder vor.

Da ich vorwiegend großformatig male, sind großzügige Räume mit reduzierter Farbigkeit ideal. Hotels, Foyers, Kanzleien, der Bungalow am Meer. Manchmal sind auch Kontraste von klassischer Umgebung im Altbau und abstrakter Kunst reizvoll. Die kleineren Arbeiten können überall mitmischen.

Kannst du dich gut von deinen Bildern trennen?

Ja, denn die Bilder sind nicht für die Galerie oder mein Lager gemacht, sondern ich wünsche mir ein Umfeld, in dem mit Kunst gelebt wird. Im besten Fall sind die Bilder treue Begleiter, die sich nicht verbrauchen.

Welches war das bisher schönste Erlebnis mit deiner Kunst?

Der Wettstreit zweier Sammler in ihren Anwesen am Luganersee.

Hast du Sehnsucht nach dem Meer, wenn du auf den Sachsenwald schaust?

Allerdings, 2015 bin ich noch einmal auf Forschungsfahrt gefahren, um an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu arbeiten. Das waren 5 Wochen Arbeit und Blick auf das Meer ohne Land in Sichtweite. Auch im Urlaub geht es fast immer ans Meer.

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