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Be part of the art

Asta Caplan

Künstlerin aus Berlin

„Träume und Tageslicht reichen sich die Hand“, sagt Asta Caplan treffend über ihre Malerei. Ein helles, warmes Licht herrscht in ihren Stillleben. Es beleuchtet alltägliche Dinge, die ganz ungestört im Fokus des Betrachters liegen und dessen Gedanken anregen, als wollten sie ihm ihre Geschichten erzählen. Neben der Kunst war Asta Caplan Tänzerin des Finnischen Staatsballetts und unterrichtet heute den als besonders anspruchsvoll geltenden Yoga-Stil Ashtanga.

 
„Meistens sehe ich das Publikum lächeln.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Denise van Deesen, www.denisevandeesen.com

Interview

Was bedeutet dir die Kunst?

Kunst ist so ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie ich ohne Kunst überleben könnte. Es ist meine Art, die Wirklichkeit zu verarbeiten und über ihre wichtigsten Aspekte mit anderen zu kommunizieren. Ich sage oft, dass ich besser zeichnen als reden kann. Es ist eine Art Existenz in wacher, nicht-wertender Beobachtung und ebensolchem Ausdruck.

Wo bist du der Kunst zuerst begegnet?

Meine Eltern sind beide Künstler von Beruf, daher kenne ich gar kein Leben ohne Kunst. Ich wuchs in der Überzeugung auf, dass Kunst einfach dazugehört, dass man sie macht und lebt.

Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?

Neben der bildenden Kunst habe ich mich auch ins klassische Ballett verliebt, als ich Dreieinhalb war. Und mit viel Unterstützung meiner Familie, Entschlossenheit und harter Arbeit machte ich 2001 meinen Abschluss als ausgebildete professionelle Balletttänzerin.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Mit der Erfahrung von mehr als 30 Jahren Malerei möchte ich sagen, dass ich mit dem Wunsch male, jedes Werk besser zu machen als das vorige.

Wie nennst du deinen Stil heute?

So wie ich es verstehe, gibt es so etwas wie einen bestimmten „Stil“ nicht für einen Künstler der bildenden Kunst. Deine Kunst sieht so aus, wie sie aussieht, denn das ist er ehrlichste Weg deines Ausdrucks und auch deine einzigartige „Handschrift“. Ich interessiere mich für bildlichen Ausdruck als Sprache und als ein Weg, die menschlichen Erfahrungen mit der Welt zu untersuchen.

In deinen Bildern beeindruckt oft ein leuchtendes, indirektes Tageslicht. Welche Rolle spielt Licht für dich?

Licht ist der wechselnde Aspekt, der meine Aufmerksamkeit und mein Interesse einfängt. Es schärft den Fokus: Das Wechseln des Lichts kann auch Dinge in den Hintergrund gleiten lassen. Es ist wie eine Zeichensetzung, die unserem Blick Struktur gibt.

Viele deiner Bilder bei ARTvergnuegen zeigen Geschirr oder Blumen. Was verbindet dich mit diesen Motiven?

Stilleben und Interieurs haben eine lange Geschichte in der Malerei. Ein Galerist hat meine Gemälde einmal beschrieben als zeitgenössisches Kontinuum einiger Malweisen des Niederländischen Goldenen Zeitalters, der Interieurs und Stillleben. Ich würde dem auch die Sammler-„Porträts“ von Blumen und wertvollen, liebgewonnenen oder ausgefallenen – oder sogar verderblichen Objekten – hinzufügen. Wenn man sich mehr in der Gegenwart umsieht, denke ich beim Malen an Künstler wie Georgia O’Keefe, Edward Hopper, David Hockney und Gerhard Richter. Andererseits kommen durch mein Interesse an fernöstlicher und besonders japanischer Kunst die Blumenthemen ganz natürlich vor.

Um es weniger theoretisch zu sagen: Ich interessiere mich einfach für Natur und für von Menschen gemachte Objekte. Ihre Präsenz im Raum frei von der Anwesenheit einer bestimmten Person. Oft genug male ich auch Tiere, aber meist nur solche, die ich in ihrer natürlichen Umgebung gesehen habe, und auch gelegentlich Auftrags-Porträts.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Malerei?

Sie ist überall um mich herum. Ich bin immer dabei, Material für meine Kunst zu sammeln. Ich kann es gar nicht verhindern – nicht dass ich das wollte! – und ich vermute, ich werde nie alles verwirklichen können, für das ich Ideen habe.

An welchem Ort malst du – und wie bereitest du dich dort vor, um zu malen?

Ich male in einem separaten Atelierraum, zurzeit in unserer Wohnung, da sie groß genug ist. Vorher hatte ich Ateliers außerhalb der Wohnung. Was die Vorbereitung zum Malen angeht, glaube ich, da bin ich etwas unromantisch. Kunst ist mein Beruf, also gehe ich zur Arbeit wie jeder andere auch. Ich versuche, mich an regelmäßige Zeiten zu halten, arbeite tagsüber und nie nach 18 Uhr, wenn es möglich ist. Meine beste Zeit zum Arbeiten ist morgens und mittags.

Du versiehst deine Werke mit Titeln, die Fragen aufwerfen. Zum Beispiel die Serie „From a dream collector’s catalogue“ – welche Idee verbirgt sich hinter dem Titel?

Aus dem Katalog eines Traumsammlers – in dieser Serie mit üppigen Blüten und zartem Porzellan betrete ich den Bereich einer ästhetischen Offenbarung, wenn unsere Realität sich unseren Träumen annähert, erfüllt von Neugier und Ehrfurcht, sogar mit dem Verlangen zu besitzen und festzuhalten – festzuhalten mit der Hingabe eines Verehrers oder Sammlers. Meine Bilder fügen sich in ein Kontinuum von Blumenstudien und Stillleben. Diese Art akribischer katalogartiger Blumenporträts erreichte vom 17. Jahrhundert an große Popularität bei den Sammlern besonders seltener, schöner und ausgefallener Blüten.

Für mich sind diese kostbaren, sorgfältig komponierten Fenster zu flüchtiger, nie erreichbarer Perfektion wie ein Traum, in den man hineinspazieren kann, ein Spanne des Unwahrscheinlichen, in der die Zeit stillsteht. In Gemälden reichen die Objekte über ihre natürliche Größe und Lebenszeit hinaus. Ein Objekt wie eine Blume, einen Raum oder ein Gesicht in aller Tiefe zu studieren und wertzuschätzen ist für mich ein Ausdruck der Hingabe: Ein Interesse jenseits des eigenen Selbst erweitert den Horizont von Verständnis und Empfindsamkeit.

Man mag das menschliche Verlangen nach Besitz und Kontrolle des Unkontrollierbaren kritisieren, doch dessen Ergebnisse haben in der Kunst eine reiche Sprache an Metaphern, Mustern und völlig neuen unabhängigen und unerwarteten Formen geschaffen. Und wenn die eigentlichen Objekte eine neue Gestalt annehmen, verschieben sich die Realitäten – Träume und Tageslicht reichen sich die Hand.

Und ein weiterer rätselhafter Titel: „Preparation of a thousand years” – das Motiv ist ein Teeglas. Magst du uns etwas dazu erzählen?

Wie meine Antwort auf die vorige Frage vielleicht zeigt, ergeben sich die Titel meiner Arbeiten aus dem Ausdenken von Geschichten, Räumen und Zeiten zwischen den Gegenständen und auch von geschichtlicher Entwicklung, die hinter ihnen liegt. Es ist eine Mischung aus Assoziationen und eine Anregung einer Geschichte, um den Betrachter auf eine Gedankenreise zu schicken. Einige der Namen sind ursprünglich Wortspiele, entweder auf Finnisch oder auf Englisch. Die deutschen Namen sind eindeutig weniger ausdrucksstark, da einige von jemand anderem übersetzt wurden und so die Bedeutung beeinträchtigt worden sein könnte.

Wie reagieren die Menschen auf deine Bilder?

Meistens sehe ich das Publikum lächeln. Und darüber freue ich mich, da ich auch einen grundlegenden Wunsch habe, Werke zu schaffen, die die Zeit überdauern und einen Platz einnehmen als lebenslanger Begleiter der Menschen. Es macht mich also sehr glücklich, wenn ich sie froh oder heiter sehe. Ich finde es äußerst lohnend, herausfordernd und interessant, einen Raum der Schönheit und Einkehr zu schaffen.

Neben der Malerei hast bist du ausgebildete Yogalehrerin, ist das richtig?

Ich würde das etwas anders ausdrücken, da es keine direkte Ausbildung zur Ashtanga Yoga-Lehrerin gibt. Die Eignung basiert rein auf dem eigenen jahrelangen Training und der eigenen Hingabe und wird einem Schüler nach der Entscheidung des K. Pattabhi Jois Ashtanga Yoga Institute in Mysore, Indien, zugesprochen. Ich bin seit 2012 vom K. Pattabhi Jois Ashtanga Yoga Institute für die Serie zwei autorisierte Ashtanga-Yoga-Lehrerin und praktiziere Yoga seit bald 19 Jahren. Außerdem habe ich einen Abschluss der Finnischen Staatlichen Ballettschule und tanzte beruflich mit dem Finnischen Staatsballett und dem Ballett Vorpommern. Tägliches körperliches und geistiges Training ist also ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens, seit ich 6 Jahre alt bin.

Welche Verbindung gibt es zwischen Yoga und Malerei?

Ich sehe sie als Aspekte der gleichen Suche nach dem tieferen Sinn des Seins, durch Beobachtung, Betrachtung und Verstehen. Die Schönheit wertschätzen und Dinge so sehen, wie sie sind. Wie David Hockney es kürzlich in einem Interview sagte: Wenn du malen willst, musst du genauer hinsehen.

Kannst du dich gut von deinen Werken trennen?

Kommt darauf an. Es gab ein paar Gelegenheiten, wo eine kleine Arbeit verkauft wurde, bevor sie überhaupt trocken war, und ich fühlte mich gedrängt, eine Kopie für mich zu malen. Diese paar Arbeiten waren auf eine Art wichtiger für die Entwicklung meines Malprozesses als andere, und ich fand, dass sie mein Atelier zu schnell verlassen haben. Meistens geht's mir aber nicht so. Da Ölgemälde sehr langsam trocknen, bin ich meist froh, wenn sie gehen. Noch mehr, wenn ich weiß, dass sie ein neues Zuhause finden. Ich bin schon viel mehr an den neuen Werken interessiert, die bereits auf ihrem Weg sind. Die Trennung von den vollendeten Werken geschieht für mich in dem Moment, in dem sie vollendet sind. Es ist geschafft und ich bin hungrig nach Neuem.

Was ist dein größter Wunsch in Bezug auf deine Malerei?

Die Bilder zu malen, die ich noch nicht gemalt habe, und mein Leben lang fähig sein zu malen.

Welches war dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Die Arbeit selbst. Die Zeit, die ich im Flow verbringe, wenn mein eigenes Selbst im Prozess des Malens eingeht. Ich glaube, es ist dieselbe Erfahrung, die man in tiefer Meditation macht, auf der Bühne oder in jedem anderen Moment der tiefen Konzentration. Das Schöne für mich ist, dass man immer wieder eine längere Zeit in Offenbarung, Ehrfurcht und Staunen verbringt. In der Zeit dazwischen wird das alltägliche Leben sehr interessant, lebendig und voll mit schönen Dingen. Und mit schön meine ich nicht hübsch oder niedlich. Schönheit ist etwas Tieferes, das wir als Menschen alle brauchen.