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Frank Nitsche

Maler aus Aschersleben

Frank Nitsche aus Aschersleben ist Kunsterzieher und Maler. Seine Werke kreisen um das Thema Kindheit und Rollenspiele. Die kubistischen Ölgemälde lassen Menschen, Häuser, Szenerien erkennen. Nebeneinander im zweidimensionalen Raum angeordnet bilden die farbigen Elemente einen lichtdurchwobenen Mikrokosmos, stehen im Austausch miteinander, als würden sie spielen. „Leichtigkeit“, sagt Nitsche, sei sein künstlerischer Traum – seine Bilder vermitteln diese bereits.

 
„Ein Spiel mit bunten Perlen … nichts Ernstes jedenfalls.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Lisa Schmidt, www.galerie-lilou.de

Interview

Was wolltest du als Kind werden, wenn du groß bist?

Irgendwas mit Bauen und Konstruieren.

Kunst – was bedeutet das für dich?

Ein Spiel mit bunten Perlen … nichts Ernstes jedenfalls.

Wann bist du der Kunst zuerst begegnet?

Das war wie bei vielen Menschen in einem Museum – der Dresdner Gemäldegalerie. Die alten Meister hatten es mir angetan – besonders die Porträts von Rembrandt.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Über viele Jahre – nach einem Plan, den ich mir zurechtgelegt hatte. Zuerst wollte ich mich grafisch entwickeln, eine eigene Formensprache finden. Zu diesem Zweck habe ich mich intensiv um die menschliche Figur und insbesondere um die Technik der Radierung und den Linolschnitt bemüht. Das verhalf mir zu einer Sicherheit im Umgang mit Formen. Dann kamen die Farbstifte, die Pastellkreiden, die Temperafarben und das Aquarell und erst danach habe ich mich in Jahren mit der Ölfarbe beschäftigt. Ich glaube, dass solch ein Prozess nie wirklich zu Ende ist. Meine Malerei entwickelt sich weiter.

Über deine Kunst reden – wie leicht fällt dir das?

Da ich von Haus aus einen lehrenden Beruf habe, fällt es mir nicht schwer, über Kunst im Allgemeinen oder über meine Kunst zu reden.

Welches sind die wichtigsten Themen deiner Malerei?

Meine Malerei kreist um das Thema Kindheit und Rollenspiele. Ich male den Menschen und seine bunte Welt. In meinen Bildern baue ich gern: Interieurs, Landschaften, Häfen. Dabei gehe ich vor wie beim kindlichen Spiel mit bunten Steinen.

Auf ARTvergnuegen.com bietest du kubistische Ölgemälde aus den Jahren 2013 und 2014 an. Bitte erzähle uns, was dich bewegt hat, diese Werkreihe zu erschaffen.

Die Bilder gehören in den aktuellen Werkkomplex, bilden jedoch keine eigene Reihe. Sie vereint das Spiel mit der ersten und zweiten Dimension. Die perspektivische Tiefe als dritte Dimension lasse ich weg. Räumlichkeit entsteht durch das Nebeneinander von Farben. Der Raum und die Figuren in ihm werden zu einer Einheit, durchwoben von Licht. Ein herrliches Spiel.

Wo arbeitest du und wie hast du dich dort zum Malen eingerichtet?

Gearbeitet wird im eigenen Atelier, welches vielen Ansprüchen genügen muss: Neben der Malwerkstatt ist es ebenso Druckerei, Archiv, Rückzugsort zum Lesen, aber auch Werkstatt für den Rahmenbau.

Zu welcher Tageszeit kannst du am besten malen?

Das gelingt jeden Tag nach 17.00 Uhr und an den Wochenenden. Es ist also zuerst Disziplin, aber mehr noch Lust, die dann kommt, wenn der „Rücken frei ist“, wenn alles erledigt ist, was sonst so getan werden musste.

Wie gehst du vor, wenn du dich an ein neues Werk machst?

Die weiße Fläche fülle ich gern schnell mit farbigen Flecken – willkürlich, spielerisch, emotional und von guter Musik begleitet. Es ist wie Durchatmen und zwanglos. Auf diese Weise werden immer gleich viele Bilder „aufgemacht“, die sich dann über lange Zeit parallel zueinander entwickeln. Während die einen trocknen, geht’s bei den anderen weiter.

Hast du Vorbilder oder stetige Inspirationsquellen?

„Gute Malerei inspiriert mich“. Der freie Umgang mit Farbe steht an erster Stelle, die Stimmung aus Farbe und Licht – da gibt’s eine Reihe Vorbilder: zum Beispiel Henri Matisse, Pierre Bonnard, Walter Libuda, Oskar Moll, Charles Crodel oder Hans Laabs – die feiern ein Fest fürs Auge.

Gibt es etwas, das du durch Kunst in den Menschen bewegen willst?

Das klingt so pathetisch – ich bleibe da bescheiden: Freude am Sehen.

Kannst du dich gut von deinen Bildern trennen?

Das geht leicht.

Du bist auch Kunsterzieher an einem Gymnasium. Befruchten sich deine Tätigkeiten gegenseitig?

Auf jeden Fall. Kinder und Jugendliche zeigen mir täglich frisch und unverstellt den Umgang mit Form und Farbe. Sie führen mir vor Augen, dass bildnerisches Gestalten zuerst ein sinnliches Spiel ist – konzentriert und offen im Ergebnis. Vor allem der Freude verpflichtet. Umgekehrt profitieren meine Schülerinnen und Schüler davon, dass ich aktiv künstlerisch arbeite. Ich mache viel praktisch vor. „Ich lebe die Kunst.“ Klingt irgendwie komisch, kommt aber – glaub ich – authentisch rüber.

Bitte verrate uns einen künstlerischen Traum, dessen Erfüllung du dir wünschst.

Leichtigkeit.

Erinnere dich bitte mal an das schönste Erlebnis, das du bisher mit deiner Kunst hattest.

Das müsste eigentlich jeder Maler kennen: Das schönste Erlebnis kommt immer dann, wenn ein Bild besonders gelingt, nach Monaten oder Jahren der Arbeit daran. Es gibt da so einen „Kippmoment“. Da klopft das Herz und man ist überglücklich. So entstehen meine „Alphabilder“.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Bei dem Wort Reise drängt sich mir der Vergleich mit einer Paddeltour auf. Wir sind eine begeisterte Wasserwanderfamilie. Daher: Wie eine lange Tour die Spree abwärts. Ruhig, stetig, ein Fest für die Augen und die Seele.