Top
Kundenbereich schließen

Willkommen im Kundenbereich

Melde dich mit deinen Zugangsdaten an.

  • Unikate & limitierte Sondereditionen
  • Exklusive Kundenevents
  • Lieblingsartikel merken
  • Bestellungen & Daten verwalten
Be part of the art

Barbara Mertens

Künstlerin aus Herzogenrath

Das Kunstschaffen ist Barbara Mertens‘ erklärter Traumberuf. Träume und Sehnsüchte sind zugleich ihre Hauptquelle für Inspiration. Im Interview beschreibt sie ihre Kunst als Sinnsuche und erläutert den besonderen Malprozess der Enkaustik, der bei ihren Bildern zum Einsatz kommt.

 
„Kunst ist der Verweis auf unser eigentliches Sein“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.thepixeleye.com

Interview

Was bedeutet Kunst für dich?

Kunst berührt meine Seele und gibt mir die Möglichkeit, das, was ich denke und fühle, zum Ausdruck zu bringen. Kunst ist mein ständiger Begleiter. Die Natur, Musik und Literatur bringen mich ständig in eine traumartige Welt. Ich möchte sie gerne begreifen und eine Antwort nach dem Sinn des Seins finden. Ich bin dankbar für diese Ausdrucksform und freue mich, meine Mitmenschen daran teilhaben lassen zu können.

Die Malerei und du – wie habt ihr euch getroffen?

Soweit ich denken kann, habe ich gemalt, gebastelt und war verträumt. Mein liebster Ort war in der Natur. Ständig hatte ich neue Ideen und Sehnsüchte. Wünsche, wie ein eigener Ölfarbkasten oder eine Fotokamera, wurden durch meine Eltern erfüllt und gefördert. Die Weichen waren gestellt, und meine schulische Laufbahn brachte mich bis zum Studium „Visuelle Kommunikation“.

Hattest du einen Wunsch- oder Traumberuf als Kind?

Was ich heute bin, war schon immer mein Traumberuf.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Als studierte Designerin verbinde ich das gelernte Handwerk mit meiner Kunst. Mein Anspruch, das, was ich sehe, naturalistisch erfassen zu können, sei es über Zeichnungen, eigene Fotografien oder Malereien auf Papier, um es dann eventuell digital zu bearbeiten, ist Grundvoraussetzung, um es im nächsten Schritt zu verändern und wieder neu zusammenzufügen. Dieser Prozess ist meine Inspirationsquelle für die weitere Gestaltung. Mit Fragmenten aus der realistischen Welt, der Liebe zur Enkaustik und dem Malen mit Öl- oder Acrylfarben vervollständigt sich meine Technik.

Wie hast du die Technik Enkaustik entdeckt?

Ich war schon immer von dem Naturmaterial Wachs fasziniert und setzte mich schon früh mit der Wachsmalerei auseinander. Dieses Material regt sämtliche Sinne an. Es lässt sich vielseitig einsetzen und beflügelt die Fantasie.

Bitte erzähle mal einem Laien, wie Enkaustik funktioniert und was das Faszinierende daran ist.

Die Enkaustik ist ein Jahrtausende altes Verfahren, mit dem sich schon die alten Ägypter und Griechen in der Antike beschäftigt haben. Der Begriff leitet sich vom Wort „enkausis“ ab, das „einbrennen“ oder „erhitzen“ bedeutet. Dabei wurde Bienenwachs mit Farbpigmenten versetzt und heiß auf dem Malgrund aufgetragen und eingebrannt. In der heutigen Zeit kommen elektrisch geheizte Malgeräte wie das Mal-Eisen, der Enkaustik Mal-Pen, die Malplatte und die Heißluftpistole zum Einsatz. Verwendet man das Mal-Eisen, wird Wachs auf die Fläche eines bügeleisenähnlichen Gerätes aufgeschmolzen und auf der Papierfläche verstrichen. Das Wachs muss darauf zügig verarbeitet werden, denn es härtet nach dem Auftrag schnell wieder aus. Ob altes oder neues Verfahren: Dem Experimentieren mit Wachs sind keine Grenzen gesetzt und das Ergebnis fasziniert durch die leuchtenden Farben und interessanten Strukturen.

Wie würdest du deinen heutigen Stil beschreiben?

Zeitgenössische Kunst.

Woher nimmst du hauptsächlich die Inspiration für deine Arbeiten?

Aus der Natur.

An welchem Ort arbeitest du?

Überall! Die Ausführung findet dann in meinem Atelier statt, das sich im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen befindet. Am liebsten arbeite ich zu Zeiten, wenn ich alleine bin, dann genieße ich die Ruhe und schöpfe aus der kraftvollen Atmosphäre des Gebäudes.

Wie gehst du vor, wenn du dich an ein neues Werk machst?

Sehen, erfassen, mich leiten lassen. Spontan gefesselt von einer Blume, einem Blatt, dem Marabu, der mich stolz und verschmitzt ansieht! Die Idee entsteht aus den unterschiedlichsten Eindrücken. Im Kopf habe ich ein fertiges Bild. Die Umsetzung kann jedoch abweichen. Von Musik begleitet, lasse ich mich leiten, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Aber jedes Bild hat eine Geschichte.

Wann ist ein Bild fertig?

Wenn mich ein unglaubliches Glücksgefühl überkommt und ich nicht weitermalen kann. Losgelöst von Kritiken oder anderen Einflüssen.

Kannst du deine Werke gut loslassen?

Ja, weil es mich glücklich macht zu sehen, wie sich andere Menschen darüber freuen.

Gibt es etwas, das du durch Kunst in den Menschen bewegen willst?

Ich möchte den Betrachtern die Chance geben, sich von meinen Bildern in eine bestimmte Atmosphäre verführen zu lassen, um sich zu suchen und ihre eigenen Gefühlslagen zu finden, sei es Hoffnung, Freude, Angst oder Trauer. Es ist der Verweis auf unser eigentliches Sein.

Tauschst du dich gern über deine Kunst aus?

Ja, aber nur, wenn mein Gegenüber authentisch bleibt.

Wie reagieren die Menschen auf deine Kunst?

Sie freuen sich. Sind fasziniert. Bleiben stehen und schauen. Oft suchen sie das Gespräch und drücken ihre Gefühle aus, die sie in den Bildern wiederfinden.

Welches war dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Als mir eine Kundin erzählte, wie schlecht es ihr ging und sie deshalb dieses Bild von mir gekauft hätte, da sie eine immense Stärke darin finden würde. Sie konnte nicht wissen, dass gerade dieses Bild mir selber zu schlimmen Zeiten geholfen hatte und ich jetzt dieses weitergeben konnte.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Neben den alltäglichen Verpflichtungen und sozialem Engagement versuche ich mir Ruheinseln zu schaffen, um im Hier und Jetzt zu sein.