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Be part of the art

Brigitte Hofherr

Künstlerin aus Heidelberg, Deutschland

Brigitte Hofherr malt in erster Linie Blüten und Früchte. Ihre Ölgemälde sind Kompositionen, keine Abbilder: Neben ihren Eindrücken nutzt sie eigene Fotografien und Wissensquellen über die Pflanze, bevor sie sich ans Werk macht.

 
„Dieses extreme Interesse an der Botanik wird mich wohl nicht mehr loslassen“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Bitte erinnere dich mal an deine erste Begegnung mit der Kunst.

Als sehr kleines Kind faszinierten mich die Landschaftsgemälde meines Großonkels. Er hatte Malerei studiert, musste aber nach dem Krieg mit Plakatentwürfen seine Familie ernähren. In der Kunsthalle Mannheim sah ich dann zum ersten Mal Malerei von bekannten Künstlern. Ich unterließ keine Gelegenheit, Kunstmuseen zu besuchen, um vor bestimmten Werken in lange Betrachtungen versinken zu können. Parallel kaufte ich nach und nach Artbücher, was ich bis heute fortsetze, um in Ruhe über Kunstrichtungen, Malerei, Künstlerbiografien, Techniken, Epochen und Ähnliches zu lesen. Zurückdenkend kann ich sagen, dass mich die Malerei von früher Kindheit an ungemein anzog und ich an kunstschaffenden Menschen extrem interessiert war und den Kontakt zu ihnen suchte.

Seit wann nennst du dich Künstlerin?

Dazu kann ich nur sagen, dass ich mich selbst niemals als Künstlerin bezeichne. Das machen eher andere. Ich sehe mich als Malerin und das bedeutet, aus innerer Leidenschaft zu diesem Vorgang meine Vorstellungen von dem, was ich gerne auf einer Leinwand sehen möchte, in Arbeitsprozessen zu verwirklichen.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Indem ich mich auf einen bisher nicht endenden Weg machte, mich mit den Materialien, das ist bei mir die Ölfarbe, auseinanderzusetzen. Es ist ein endloser Prozess des Lernens und der Suche nach Herausforderungen.

Weinreben, Oliven, Seerosen, Bougainvillea: Viele deiner Bilder zeigen Pflanzen. Was fasziniert dich an diesen Motiven?

Neben allem, was mit Malerei oder überhaupt mit Kunst zu tun hatte, war ich als Kind auch sehr von der Natur begeistert und besonders von der Pflanzenwelt. Meine Großmutter pflegte einen herrlichen Rosengarten, der Großvater von mütterlicher Seite einen Gemüsegarten. Als Kind zu gärtnern liebte ich, auch wegen der Schönheit der unterschiedlichen Pflanzenarten, aber auch wegen der sinnlichen Wahrnehmungen, wie das Anfassen und Genießen von unterschiedlichen Gerüchen. Dieses extreme Interesse an der Botanik wird mich wohl nicht mehr loslassen. Eher spüre ich, dass es von Jahr zu Jahr zunimmt. So gab es zwischendurch Ausflüge, die mich zu anderen Themen führten, allerdings bisher nur als kurze Episoden. Da ich kräftige Farben liebe, Formenvielfalt schätze, gerne mit Licht und Schatten arbeite, finde ich bisher in den Pflanzen enorm viel Antrieb, neue Kompositionen zu erarbeiten.

Verbringst du viel Zeit in der Natur?

Wenn ich nicht male, was ich allerdings täglich tue und dann auch möglichst viele Stunden am Stück, gehe ich sehr gerne in die Landschaft. Von meinem Arbeitsort aus laufe ich nur knapp 10 min zum Waldanfang, der Botanische Garten ist nicht weit entfernt, die Felder auch mit dem Fahrrad sehr nahe. Allerdings reise ich auch sehr gerne und das immer mit offenem Auge für neue Natureindrücke, offen zur Themenfindung neuer Werkgruppen.

Welches sind die drei Dinge, die dich am stärksten antreiben, kreativ zu sein?

Ich kann nicht anders, als möglichst jeden Tag zu malen, es ist für mich wie essen und trinken, es gehört zu mir. Dies ist ein Faktor – aber auch der Wunsch, etwas zu malen, das andere Menschen zum Hinschauen und eventuell sogar zum Erwerb für die eigenen Räume verführt, ist für mich ein enormer Anreiz zu arbeiten.

Gibt es etwas, das du durch Kunst in den Menschen bewegen willst?

Mich würde es freuen, wenn einige meiner Bilder Menschen innehalten ließen, ihnen Muße zum längeren Betrachten schenken könnten, vielleicht auch zu einem anderen Blick auf die Natur. Ich erlebe oft, dass über das Betrachten meiner Bilder Menschen ins Gespräch kommen, auch über ihre Passionen, über Sinneswahrnehmungen, über vieles, was sie innerlich bewegt. Daneben habe ich sehr häufig erfahren, dass Menschen bei Ausstellungen zum ersten Mal in ihrem Leben zu dem Entschluss kamen, ein Originalwerk für ihre Wohnung erwerben zu wollen.

An welchem Ort arbeitest du?

Mein Arbeitsplatz ist in einem Zimmer meines Apartments, das auch gleichzeitig Ausstellungs- und Begegnungsraum ist. Ich liebe es, Besucher da zu haben, die sich umschauen, verweilen und gerne mehr über meine Malerei erfahren wollen.

Welche Umgebung, welche Stimmung brauchst du, um gut zeichnen zu können?

Das ist für mich beinahe überall möglich, wenn ich den inneren Drang dazu verspüre.

Arbeitest du mit Fotos oder Skizzen?

Ich besitze inzwischen eine große Sammlung von Fotografien, die ich nicht abmale, aber zur Kompositionsfindung nutze. Oft füge ich aus mehreren Fotos einzelne Objekte gedanklich zusammen, mache Skizzen. Davor recherchiere ich zu der Pflanze oder Frucht, trage viele Informationen zusammen, lerne, mich auszukennen im Aufbau des Objektes. Das ist wichtig, um zu verstehen, was ich malen möchte.

Davor habe ich natürlich bereits ein Format gewählt und beginne mit den Umrissen der wichtigsten Formen, die ich malen möchte, das dann immer sofort mit Pinsel und Farbe auf der Leinwand. Dann beginnt der eigentliche Malprozess mit Ölfarbe, erst nass in nass. Ist die erste Malschicht vollendet, erfolgen viele weitere Farbaufträge, bis ich zu der Überzeugung komme, dass ich erreicht habe, was ich möchte.

Hast du ein Lieblingswerk, auf das du besonders stolz bist?

Nun, das kann ich nicht sagen. Es gibt immer wieder Bilder, von denen ich sofort begeistert bin, die mich selbst sehr zum Hinschauen anziehen. Andere Bilder hänge ich erst einmal auf, laufe eine Woche lang immer wieder prüfend vorbei, um dann nochmals verschiedene Bereiche durch Übermalung zum Abschluss zu bringen. Wenn ich ein Bild beende, möchte ich immer rundum zufrieden damit sein.

Kannst du dich gut von deinen Bildern trennen?

Ich würde sagen ja! Das Malen gibt mir viel Gutes – die Bilder an einem Ort zu wissen, an dem sie jemanden im Alltag begleiten, ist für mich ein großartiges Gefühl.

Bitte erinnere dich einmal an den schönsten Moment, den du mit deiner Kunst hattest. Magst du uns davon erzählen?

Oh, das ist sehr schwer, mich auf einen Moment zu reduzieren. Die schönsten Augenblicke waren immer für mich die Momente der überraschenden Begegnungen mit interessanten Menschen, die mir durch meine Bilder ermöglicht wurden. Dies waren schon sehr viele. Auch plötzliche Anrufe von Menschen, die eines meiner Bilder geschenkt bekamen, Einladungen zu Reisen. Aber auch Türen, die sich mir öffneten in besonderen Momenten, nur deshalb, weil jemand im Besitz einer meiner Arbeiten war und mir auch etwas Gutes tun wollte.

Ja, dazu kann ich sagen, dass mir wohl neben den vielen einsamen Stunden in der Auseinandersetzung mit meinem Bild die Begegnung und das Gespräch mit Menschen immer besonders wertvoll und wichtig ist.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Wie schon erwähnt, bin ich sehr gerne in der Natur, bewege mich liebend gerne, indem ich jogge, Rad fahre und wandere. Nicht zu vergessen bin ich natürlich regelmäßig auf Reisen, um interessante Ausstellungen zu sehen – Malerei zu betrachten ist und bleibt eine große Leidenschaft. Regelmäßig treffe ich mich gerne mit mir lieben Menschen im Austausch zum Gespräch über Kunst, Literatur und Musik.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Zunächst werde ich meine geplanten Projekte verfolgen. In diesen steht die Botanik weiterhin im Vordergrund. Wohin mich die Auseinandersetzung mit der Malerei in einigen Jahren getragen haben wird, das vermag ich heute noch nicht zu sagen. Mir scheint es jedenfalls nicht so, als ob mir Inhalte zur Umsetzung in Malerei ausgehen könnten.