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Be part of the art

Claudia Pollack

Künstlerin aus Dresden

Claudia Pollack findet ihre Inspiration überall: „Plötzlich habe ich das Gefühl, dass sich mir durch das, was ich erlebe, etwas mitteilt“, sagt sie. Aus diesen Erlebnissen speist sich ihre Kunst: kleine Collagen und Acrylbilder, fantasievoll und berauschend.

 
„Das, was oft als Illusion, Träumerei oder Spinnerei erscheint, ist der Wirklichkeit viel näher, als viele gelernt haben zu glauben.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sandra Haubold, www.studio-objektiv.de

Interview

Was ist Kunst?

Ehrlich gesagt, das habe ich mich auch oft gefragt und bisher keine allgemeingültige Antwort darauf gefunden. Was ich versuchen kann zu beantworten ist, was Kunst für mich ist: Im besten Falle der hemmungslose Ausdruck meiner selbst, also eigentlich ich. Das Schönste an Kunst ist meiner Meinung nach, dass, egal ob mit einem Strich auf Papier oder mit welchen Mitteln auch immer, ich erschaffen und möglich machen kann, was immer ich will.

Die Kunst und du: Wie habt ihr euch getroffen?

Früh. In meinem Kinderzimmer. Wir haben uns sofort ineinander verliebt. Später haben wir uns, aufgrund vernunftorientierter Ratschläge und Überlegungen, immer wieder etwas aus den Augen verloren. Nein, eigentlich hat man uns immer mal wieder die Trennung oder wenigstens nur eine Wochenendbeziehung nahe gelegt. Mittlerweile sind wir nicht mehr dazu bereit, uns für fadenscheinige Alternativen zu trennen, und leben jetzt schon längere Zeit eng zusammen.

Was motiviert und inspiriert dich, kreativ zu sein?

Ich kann gar nicht anders. So viele Ideen, so viele lnspirationseinschläge ... Meine Inspirationen, das sind meist so Sekundenbruchteile, in denen ich etwas zwischen den Dingen oder den Welten wahrnehme. Etwas, das mir wahr erscheint. Eine Atmosphäre. Diese Momente der Inspiration können überall geschehen: Beim Blick auf ein Foto, beim Blick in die Augen eines Menschen, in der Natur, bei einem Film, während ich Musik höre ... Dann habe ich plötzlich das Gefühl, dass sich mir durch das, was ich erlebe, etwas mitteilt. Ich kann die Botschaft meist nicht erklären. Aber ich weiß, dass sie da ist. Und das versuche ich in meinen Arbeiten symbolisch sichtbar werden zu lassen. Darüber hinaus liebe ich Schönheit. Das Schöne an sich ist eine große Quelle der Inspiration für mich. Auch handwerklich schön gestaltete Dinge, wie Stickereien, Schnitzereien, Keramik usw. begeistern mein Herz.

Viele deiner Kunstwerke sind kleine Collagen. Bitte erzähle uns, wie diese entstehen.

Angefangen hat die Arbeit an den Collagen mit sehr kleinen Porträtfotografien aus dem Buch „Fellini's Faces“. Ein altes Buch, ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Darstellern in Fellini-Filmen gefüllt. Die Gesichter darin haben mich sehr fasziniert. Sie sind so verschieden, markant, schrill, lustig und schön. Ich habe begonnen, Kopien der Fotos mit Acryl zu übermalen und ihnen eine Umgebung, einen Kontext zu geben, und habe deshalb Dinge dazu gedichtet und mit vielen verschiedenen Materialien experimentiert. Dabei benutze ich zum Beispiel gern Papierreste von anderen Arbeiten, Goldpapier, Stoffe, Perlen, Draht, gefundene schöne Holzstücke oder Schneckenhäuser. Ich nähe die Papiere, Stoffe und Perlen dann meist auf den Papiergrund. Manchmal klebe ich auch. Später dann kam mir die Idee, diese Miniaturcollagen als Auftragsarbeiten anzubieten. Das funktioniert auch wunderbar. Mittlerweile hat sich das Collagenthema ausgebreitet und weiterentwickelt. Ich nutze nicht mehr nur Schwarz-Weiß-Fotos, sondern auch meine eigenen Zeichnungen. Außerdem habe ich auch größere Collagen gemacht und es kommen Landschaftsthemen hinzu.

Welche Materialien und Techniken setzt du außerdem gern ein?

Für meine Acryl-Malereien verwende ich meist harte Untergründe wie MDF oder Holz, weil mir das besser gefällt. Zum Teil arbeite ich auch auf Leinwand. Für kleinere Arbeiten benutze ich auch weißen Karton. Mit schwarzen Buntstiften entstehen meine Zeichnungen.

An welchem Ort arbeitest du?

Ich arbeite zu Hause, entweder in unserer Küche oder in meinem Zimmer.

Wie überwindet man kreative Flauten am besten?

Ich kann nur sagen, wie ich es kürzlich gemacht habe: einen Schritt zurück gehen und beobachten. Den Pinsel hab ich quasi fallen lassen und einige Monate künstlerisch nicht gearbeitet. Stattdessen habe ich alles aufgeschrieben, was ich in mir als Gedanken zu dem ungewollten Zustand fand. Ich bin auf eine Menge merkwürdige Gedanken gestoßen, die ich einer Wahrheitsprüfung unterzogen habe, und jeder dieser Gedanken hat sich als Quatsch herausgestellt. In der Summe waren sie der Brocken, der dazu geführt hatte, dass ich mich zu Beginn jeder kreativen Arbeit verkrampfte.

Außerdem hab ich in mir geistigen Platz geschaffen, um mich von Erwartungen anderer an mich und meine Kunst zu befreien und meinem eigenen künstlerischen Interesse zu folgen. Ich hatte Erfolg mit dieser Strategie. Jetzt arbeite ich leichter als je zuvor.

Welche Umgebung und Stimmung brauchst du, um gut arbeiten zu können?

Am liebsten bin ich völlig allein und konzentriere mich vollkommen auf den Prozess. Ein Gemeinschaftsatelier ist wahrscheinlich einfach nichts für mich. Ich genieße es, mir zu Hause jederzeit einen Kakao oder ein gutes Mittagessen machen zu können.

Es gibt Tage, da fühle ich meinen inneren Kompass nicht so gut und denke zu viel. An denen ist es besser, etwas anderes zu machen: entspannen, in die Natur gehen, den Speicher mit Inspirationen füllen, loslassen, akzeptieren, dass gerade nichts geht. Wenn ich arbeite, will ich nicht denken und beurteilen. Ich erlaube mir, alles zu tun, wonach immer mir ist. Auf diese Art und Weise kann ich ungehindert meine Kunst sichtbar werden lassen. Ansonsten brauche ich keine spezielle Stimmung, um Kunst machen zu können. Kunst machen ist mein Zuhause. Was immer geschieht, dorthin kehre ich zurück und bin gut aufgehoben. Eine Quelle der Freude.

Sprichst du gern über deine Kunst?

Ja, weil es mich dazu bringt, etwas präzisere Gedanken zu meiner Kunst zu finden. Meine Kunst entspringt meiner Haltung dem Leben gegenüber, und diese Haltung gebe ich auch gern mit Worten weiter. Wird daraus dann ein Dialog, erfahre ich sehr viel über meine Kunst und ihre Wirkung. Nicht selten sagen mir andere Menschen, was ich selbst so habe nicht greifen können, und das ist sehr interessant.

Kannst du dich gut von fertigen Kunstwerken trennen?

Manchmal fällt mir das tatsächlich schwer. Dann lebe ich lieber noch eine Weile mit dem Kunstwerk, bis es genug ist und ich es verkaufen kann. Im Allgemeinen bin ich froh, wenn ich einen Teil von mir hinaus in die Welt schicke und er seine Wirkung entfalten kann.

Wie reagieren andere auf deine Kunst?

Fasziniert. Das trifft es wahrscheinlich am besten. Und berührt. Besonders bei Auftragsarbeiten habe ich einige Male das Feedback bekommen, dass die Menschen zu Tränen gerührt waren. Das macht mich sehr glücklich.

Hast du ein übergeordnetes Ziel, das du gern mit deiner Kunst erreichen willst?

Ja. Ich will den Menschen nahebringen, dass das, was oft als Illusion, Träumerei oder Spinnerei erscheint, der Wirklichkeit viel näher ist als viele gelernt haben zu glauben. Darin liegen für mich Freiheit und Selbstermächtigung. Man kann die Welt mit solchen oder mit solchen Augen sehen. Kleinigkeiten können eine große symbolische Bedeutung bekommen. Man kann sich berauschen lassen von Farben und Formen und Sinn darin finden. Es gibt so viel Schönheit.

Erinnere dich bitte mal an dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst.

Darüber könnte ich jetzt lange nachdenken. Es gibt viele schöne Erlebnisse, und dass Menschen wirklich berührt sind, ist sicherlich ein ganz wichtiges. Aber das schönste Erlebnis ist für mich jedes einzelne Mal, wenn ich ein Kunstwerk verkaufe. Damit kommt eine Verbindung zustande, in der jeder das seine gibt. Und ich erhalte die Möglichkeit und auch irgendwie den Auftrag, weiter zu arbeiten.

Würde sich etwas an deiner künstlerischen Arbeit ändern, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe?

Es wäre für mich logische Würdigung der Tatsache an sich, dass ich mich als Künstlerin viel mit inneren Prozessen auseinandersetze, was ich zum Teil stellvertretend für viele Menschen tue und womit ich einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leiste. Und das tue ich jeden Tag, auch wenn ich für einige Monate in einer Krise stecke. Diese Zeiten ohne verkäufliche Ergebnisse sind sehr notwendig und es ist wichtig, dass man sich in ihnen entspannen kann.

Abgesehen davon würde ein BGE, meiner Meinung nach, eine Art gesellschaftliche Heilung bedeuten. Der Wert eines Menschen wäre, in einem grundsätzlichen Maß, nicht von seinen Leistungen abhängig. Und das ist etwas, das die meisten Menschen noch nie erfahren durften, weder gesellschaftlich noch persönlich.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Im Moment brüte ich gerade mein zweites Kind aus. Außerdem beschäftige ich mich mit anderen für mich faszinierenden Themen oder lebe einfach: fahre zur Kiesgrube, um zu baden, verbringe Zeit mit meinem Liebsten und mit meinem Kind, bin mit dem ganz normalen Leben beschäftigt oder entspanne mich mit Yoga. Außerdem bin ich in Hypnose ausgebildet und arbeite mit Klienten. Kunst und Hypnose sind sich ähnlich, denn beides schöpft aus dem Potenzial des Unbewussten.

Gibt es das Projekt „question> <everything“ und das Buch mit 33 Fragen noch, mit dem du untersuchen wolltest, ob es etwas gibt, das alle Menschen miteinander verbindet?

Grundsätzlich ja. Ich habe aber recht schnell meine persönlichen Grenzen das Projekt betreffend wahrgenommen oder anders herum, ich habe erkannt, dass ich andere Ideen nicht umsetzen kann, wenn ich mich diesem Projekt weiterhin verschreibe. Das Transkribieren der lnterviewaufnahmen ist sehr mühselig und langwierig. Um mehr Menschen auch ohne persönliche Interviews zu erreichen, habe ich das 33-Fragen-Heft gemacht, in dem alle Fragen enthalten sind und das man über meinen Shop kaufen kann. Ich habe ebenfalls einen Download des Heftes auf meiner Website zur Verfügung gestellt und die Leute darum gebeten, mir ihre ausgefüllten Seiten zuzuschicken. Bisher hat das niemand gemacht. Es waren auch Übersetzungen der Fragen in Spanisch und Englisch von Freunden angedacht, aber auch diese sind noch nicht realisiert worden. Im Moment ist mir unklar, wie und wann es mit dem Projekt weitergeht. Mehr Öffentlichkeit würde ihm wahrscheinlich gut tun.

Was konntest du herausfinden?

Aus den Interviews, die ich geführt habe, sind zwei Dinge für mich deutlich hervorgegangen: Erstens wünschen sich alle Interviewpartner, dass ihr Leben Bedeutung und Sinn hat und wertvoll für andere ist. Zweitens sehnen sich alle Interviewpartner nach mehr Freiheit, hauptsächlich im gesellschaftlichen und beruflichen Sinn.

Wohin führt dich dein künstlerischer Weg als Nächstes?

Wohin auch immer meine Intuition mit dem Finger zeigt.