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Ekaterina Moré

Künstlerin aus Düsseldorf, Deutschland

Ekaterina Moré beschäftigt sich künstlerisch mit dem Thema Schönheit. „Mich interessiert das Universelle, das Zeitlose in der Schönheit“, sagt sie. „Eine Blume muss sich zuerst durch altes Laub kämpfen, um genug Sonnenstrahlen zu bekommen, um wachsen und sich so in voller Schönheit entfalten zu können. Viele Menschen identifizieren sich aber eher mit dem alten Laub als mit der Pflanze selbst.“

 
„Es geht um etwas sehr Privates“

Impressionen

Interview

Was bedeutet Kunst für dich?

Kunst ist für mich die Erschaffung künstlicher Welten. Wenn ein Kind eine Zeichnung macht, ein Hobbymaler in seiner Freizeit ein Landschaftsbild gestaltet oder ein bekannter Künstler an einem neuen Konzept arbeitet – bei allen entsteht Kunst als Ausdruck der eigenen Gefühle. Es werden Paralleluniversen erschaffen in denen die Ängste, Ärgernisse aber auch die Wünsche und Hoffnungen sichtbar und fühlbar werden. Es geht dabei um etwas sehr Privates. Und oft ahnt der Kunstschaffende selbst nicht einmal, wie viel er wirklich von seiner eigenen Geschichte preisgibt. Das ist das wirklich Spannende für mich.

Und auch bei der Beurteilung von Kunst gibt es für mich nur zwei Kriterien – berührt es einen, oder ist es langweilig? Kunst die berührt, kann dem Betrachter seine eigenen Gefühle näher bringen und damit die entscheidenden Themen seines Lebens offenbaren. Die Geschichte jedes Künstlers ist spannend und außergewöhnlich. Die Frage ist nur, inwieweit sich der Künstler auf diese Geschichte einlässt und wie gut er diese in eine eigene künstlerische Sprache übersetzten kann.

Welche Themen sind für dich und deine Arbeit wichtig?

In meiner Arbeit geht es um Themen wie Schönheit, Stärke, Nähe und Einsamkeit. Aber gerade das Thema „Schönheit“ polarisiert in unserer heutigen Welt sehr stark. Um was geht es wirklich, wenn wir über Schönheit sprechen? Wieso fühlen sich aktuell so viele Frauen angegriffen, wenn es um dieses Thema geht? Wieso sprechen wir so viel darüber, dass wir uns so annehmen sollen, wie wir sind? Die Realität sieht doch ganz anders aus. Denn egal wie klug und erfolgreich wir sind, wir möchten als schön gelten. In meinen Arbeiten beschäftige ich mich intensiv mit diesen Fragen und habe darauf eine Antwort gefunden, die ich in meinen Projekten preisgebe.

Wie lautet diese Antwort?

Die Schönheitsideale verändern sich mit der Zeit. Aber mich interessiert das Universelle, das Zeitlose in der Schönheit. Wenn man das Menschenleben mit einer Pflanze vergleicht, dann ähnelt es einer Blume. Sie muss sich zuerst durch altes Laub kämpfen, um genug Sonnenstrahlen zu bekommen, um wachsen und sich so in voller Schönheit entfalten zu können. Kaum eine Pflanze hat von Anfang an optimale Bedingungen und muss viel Altes, Schädigendes und Verwelktes hinter sich lassen. Viele Menschen identifizieren sich aber eher mit dem alten Laub als mit der Pflanze selbst. Sie schleppen das alte Laub mit sich herum, als wäre es etwas Wertvolles. Man hält sich an allen Ängsten, Hässlichkeiten und Misshandlungen fest als wären sie unentbehrlich. Meine Vision ist es, den Menschen zu zeigen, dass die Welt gestaltbar ist! Das Schöne war schon immer da. Es wartet nur darauf gesehen zu werden, auch wenn es lange verleugnet worden ist.

Sprichst du gern mit anderen über deine Kunst?

Ich spreche gerne über das Leben, nicht über die Kunst. Bei ihr ist es mir viel wichtiger, dass die Menschen etwas fühlen statt zu verstehen – die Sprache ist beim Fühlen eher hinderlich. Und glücklicherweise ist es auch sehr oft so, dass sich die Betrachter von meinen Arbeiten berührt fühlen. So finden sich viele Frauen in meinen Frauenporträts wieder und es hat nicht unbedingt mit äußerlichen Ähnlichkeiten, sondern mit Gefühlswelten zu tun.

Was macht deine Kunst besonders?

Ich denke, es sind Ehrlichkeit und Mut, mit denen ich Themen entfalte. Ich mache etwas, das mir wirklich Spaß macht und gehe meinen eigenen Weg. Gerade viele akademische Künstler sind in engen Rahmen gefangen, der bestimmt, was erlaubt ist und was nicht. Ich arbeite gerne grenzübergreifend, gestalte Objekte und Produkte, mache Illustrationen, entwickele Kunstprojekte in Verbindung mit Mode und vieles mehr. Für mich sollte Kunst kein elitärer Bereich sein, sondern ganz nah am alltäglichen Leben stattfinden.

Bitte verrate uns einen künstlerischen Traum, dessen Erfüllung du dir wünschst.

Ich habe keinen bestimmten Traum für die Zukunft, denn solche Träume sind meistens Trugbilder. Sie bringen uns weg von dem, was uns heute, hier und jetzt Freude macht. Du wirst nie ein besserer Künstler sein als der, der du heute schon bist. du lernst vielleicht neue Maltechniken kennen, erweiterst deine künstlerische Thematiken, findest neue Kontakte, machst deiner Meinung nach wichtige Ausstellungen, aber glücklicher macht es dich trotzdem nicht. Daher ist mein Wunsch einfach weiterhin mit Spaß und Freude das zu machen, was ich als Künstlerin ohnehin schon mache.

Wie könnte man deine Kunst furchtbar missverstehen?

Meine Kunst kann man nicht missverstehen. Das gilt aber für jede andere Kunst auch. Menschen sehen in einem Kunstwerk oder Künstler das, was sie aufgrund ihrer eigenen Geschichte verstehen und das ist vollkommen legitim. Ich finde es jedoch verlogen, einem Betrachter Ansichten über ein Kunstwerk aufzuzwingen, die er nicht teilt. Dies ist manipulativ und bringt die Menschen weg von ihren wahren Gefühlen. Wenn ich ein Kunstwerk langweilig oder scheußlich finde, ist es mir auch egal, ob es als große Kunst verkauft wird.

Hast du eine Vision?

Ja, dass sich die Menschen über meine Kunst mit eigener Schönheit auseinandersetzen. Und sich bewusst werden, dass die Hässlichkeit nicht dem Naturell des Menschen entspricht. Sie wurde aus Lügen und Grausamkeiten erschaffen. Und der erste Schritt daraus ist zu lernen, sich selbst mit Liebe zu begegnen. Und genau das mache ich auch für mich durch meine Arbeit.

Was sind deine größten Einflüsse und Inspirationen?

Das menschliche Leben ist zu kompliziert, um auf solche Frage antworten zu können. Vielleicht waren es erlebte Hässlichkeit, Kälte und Schwere, die mich dazu getrieben haben, einen Ausweg zu suchen und diesen in symbolischen Bildern darzustellen. Vielleicht aber waren es auch innere Bilder der Schönheit und Stärke, die ihren Ausdruck gesucht haben. Auf jeden Fall hat mich alles beeinflusst, was ich in meinem Leben erfahren habe. Inspirationen liegen für mich nicht außen, sondern immer im Inneren des Menschen. Im Äußeren spiegeln sie sich nur wider.