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Be part of the art

STAY

Illustrator aus Köln

Tim Piotrowski, Künstlername Stay, lebt und arbeitet in Köln. Der Illustrator und Street-Art-Künstler arbeitet entweder an seinem Grafiktablett oder direkt an der Wand. Im Interview sprechen wir mit Tim über Vorbilder, Graffiti und Kritik an der eigenen Arbeit. Außerdem verrät er uns, wie seine Werke entstehen und was er für die Zukunft plant.

 
Ich finde es interessant, mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen und Dinge zu entdecken, die andere Leute vielleicht nicht sehen.

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sigrun Strangmann, www.sigrunstrangmann.com

Interview

Seit wann bist du Künstler? Wie kamst du dazu?

Hier sagt wahrscheinlich jeder, dass er seit dem Kindesalter schon immer nur gemalt hat. Bei mir ist das eigentlich auch nicht anders. Mit dem Studium habe ich dann das Feld Illustration kennengelernt und seither versuche ich, das immer weiter auszubauen und meine Nische dort zu finden.

Du machst Graffiti. Ist das nicht illegal?

Ich habe natürlich auch lange rumprobiert und alles Mögliche gemacht. Seitdem ich mich aber intensiver mit Illustration beschäftige, suche ich eher ruhige Stellen, an denen man auch entsprechend Zeit hat, aufwendige Bilder zu malen.

An welchen Orten siehst du deine Kunst am liebsten?

Schön sind öffentliche Orte, an denen ein Bild länger stehen bleibt. An freigegebenen Wänden ist die Frequenz „leider“ sehr hoch, in der immer wieder neue Bilder gemalt werden. Das ist natürlich einerseits gut, andererseits ist die Lebensdauer eines Bildes dann natürlich sehr gering. Daher interessieren mich im öffentlichen Raum im Moment eher Jams und Festivals, bei denen Wände nicht nur temporär gestaltet werden sollen.

Warum heißt du Stay?

Als der Name entstanden ist, habe ich darin allein die Buchstabenkombination gesehen, die mich gereizt hat. Ich bin aber natürlich nach wie vor Tim. Heute sehe ich „Stay“ mehr wie ein Label, unter das ich verschiedenste Sachen fassen kann. Ich probiere gern viel rum: Graffiti, Illustration, Siebdruck, Malerei ... Da brauche ich einen gemeinsamen Nenner für alles.

Wie viel Zeit investierst du in deine Kunst? Und wohin geht die übrige Zeit?

Ich habe mal über ein Jahr lang jeden Sonntag ein neues Bild auf meinem Blog veröffentlicht. Das macht schon Spaß. Ich versuche aber auch, regelmäßig Pausen zu machen, in denen ich mal einen Monat lang gar nichts mache. Dann genieße ich vor allem die Zeit mit meiner Frau, Familie und Freunden.

Kann man dich auch einladen, um eine Wand bemalen zu lassen?

Das kann man. Was das angeht, bin ich allerdings Wochenendkünstler, da ich auch noch einen festen Job in einem Designbüro habe. Ich versuche, mir die Freizeit dann auch nicht zu vollzuladen.

Was inspiriert dich?

Ich finde es interessant, mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen und Dinge zu entdecken, die andere Leute vielleicht nicht sehen. So was halte ich gern fest und entwickle dann eine kleine Geschichte drumherum.

Auf welches deiner Werke bist du besonders stolz?

Meistens sind das die aktuellsten Bilder. 2015 habe ich zum Beispiel in Köln-Nippes einen Brückenpfeiler im Rahmen des Cityleaks Festivals gemalt. Das ist direkt in meiner Nachbarschaft und das freut mich natürlich.

Liegt die Begeisterung für Kunst bei dir in der Familie? Wie hat sie sich bei dir entwickelt?

Das wurde definitiv gefördert, wofür ich sehr dankbar bin. Die Begeisterung für Graffiti war jedoch nicht immer auf allen Seiten gleich groß.

Du lebst und arbeitest in Köln. Was verbindest du mit der Stadt?

Aufgewachsen bin ich ja im kleinen Neubrandenburg. Da war Köln natürlich am Anfang ein Riesending. Inzwischen finde ich die Stadt auch ziemlich beschaulich, da es viele kleine Gassen gibt und die Veedel gar nicht so großstädtisch wirken.

Mit welchem Material arbeitest du am liebsten?

Viele Illustrationen entstehen am Rechner. Als ich mir während des Studiums mein erstes Grafiktablett gekauft hab, gab’s kein Halten mehr. Ansonsten versuche ich natürlich auch weiterhin, viele Bilder mit der Sprühdose umzusetzen.

Gibt es ein künstlerisches Ziel, das du verfolgst?

Es gibt eigentlich kein spezifisches Gesamtziel. Ich überlege mir immer etwas, das ich im nächsten Jahr erreichen möchte, und da setze ich dann alles dran, das auch zu erreichen. Zum Beispiel diese Challenge, jede Woche ein Bild zu malen. Oder 2015 an unserem Street Art Festival in Köln teilzunehmen. Für nächstes Jahr muss ich mir noch was überlegen …

Hast du ein künstlerisches Vorbild?

Puh. Viele. Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Manchmal verliere ich mich komplett darin, Bilder von anderen Künstlern anzusehen. Am meisten interessieren mich Character-Illustratoren. Die Bandbreite ist da echt riesig.

Bist du sehr kritisch mit deiner Arbeit?

Kurz nach dem letzten Strich an einem Bild gibt es immer eine sehr euphorische Phase. Irgendwann fallen mir dann aber immer Dinge auf, die ich bei der nächsten Arbeit anders machen will. Von daher freue ich mich auch immer über Feedback von außen.

Arbeitest du lieber frei oder nach Aufträgen?

Prinzipiell arbeite ich lieber frei. Das hängt damit zusammen, dass ich jeden Tag von 9 bis 6 schon für Kunden arbeite und deren Vorstellungen berücksichtige. Da freue ich mich, wenn ich bei meinen eigenen Arbeiten 100% mein eigenes Ding mache. Daher wähle ich sehr genau aus, welche Aufträge ich annehme und welche lieber nicht.

Welches Motiv möchtest du unbedingt mal zeichnen?

Hm, meist haben meine Ideen keine extrem lange Vorlaufzeit. Wenn ich etwas im Kopf habe, kann ich nicht still sitzen, bis ich das irgendwie zu Papier gebracht habe.

Kannst du dir vorstellen, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten?

Klar. Es gibt tausend Leute, mit denen ich gern mal was machen würde. Über neue Kontakte freue ich mich auf Veranstaltungen immer am meisten!

Welche Kunst hängt in deiner Wohnung?

Bei mir hängen drei Fotografien, die meine Frau gemacht hat, und Drucke von Kevin Dart und Ciara Phelan. Außerdem natürlich immer mal wieder Drucke von mir selber.

Planst du deine Motive oder überlässt du sie dem Zufall?

Ich habe am Anfang meist schon eine genaue Vorstellung davon, wie alles aussehen soll. Während der Arbeit probiere ich dann aber auch gern viel rum und verwerfe auch vieles wieder. Das ist dann weniger Zufall, sondern eher der Prozess, der das Bild auch noch beeinflusst.

Gibt es zukünftige Projekte, von denen du uns schon berichten magst?

Ich beginne gerade eine Reihe von Musik-Evergreens, die ich auf meine eigene Art darstellen will. Da habe ich dann ein breites Spektrum, was man alles machen kann.