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Be part of the art

Constanze Reithmayr-Stark

Malerin aus München, Deutschland

Constanze Reithmayr-Stark malt „Flugfüßler“, „Amöben im Wi nter“ und andere phantastische Wesen. Viele ihrer Figuren, darauf legt sie Wert, stehen aber mit allen Beinen auf dem Boden. In klar begrenzten Formen und zumeist mit kräftigem Rot, Blau oder Schwarz lässt sie ihre Wesen auf der Leinwand entstehen – spannende Kompositionen mit hohem Wiedererkennungswert.

 
„Das Gefühl von Freiheit und Bodenständigkeit – das liebe ich“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Was bedeutet dir die Kunst?

Die Kunst nimmt schon einen ganz besonderen Platz in meinem Leben ein. Neben meiner Malerei gehe ich viel in Museen und Ausstellungen. Vernissagen sind dabei immer eine gute Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und neue Leute kennenzulernen.

Wie habt ihr, die Kunst und du, zueinander gefunden?

Meine ersten Berührungen mit der Kunst waren während meiner Zeit in Schwabing. Ich hab dort einige Jahre gewohnt und gearbeitet. Das Flair, die vielen Kunstschaffenden und die entsprechenden Aktivitäten waren allgegenwärtig und ich habe aus dieser Zeit bis heute sehr viel mitgenommen.

Du bist gelernte Grafikdesignerin. Wie hat das deine Kunst geprägt?

Während meiner Ausbildung zur Grafikdesignerin wurden Skizzen, Entwürfe und Layouts noch per Hand ausgeführt. Daraus ist meine Liebe zur Linie gewachsen und bis heute geblieben. Als ich mit der Malerei begann, hatten meine Bilder noch sehr viele weiche Übergänge. Mit der Zeit kamen dann doch immer mehr grafische Elemente dazu. In Verbindung mit den schwarzen Kohlelinien hat sich für mich daraus meine eigene Bildersprache entwickelt. Also auch wieder ein Stück zurück zu den Wurzeln.

Bitte beschreibe einmal mit eigenen Worten deinen heutigen Stil.

Ich würde meine Art zu malen als „Gestische Malerei“ beschreiben. Meine Bilder sind weder rein abstrakt noch rein gegenständlich. Der Inhalt und die Gefühle sollen vermittelt und angesprochen werden. Nicht so sehr das, was ich mir beim Malen gedacht habe, sondern was der Betrachter vielleicht darin sieht, ist mir wichtig und auch oft spannend zu erfahren.

Deine Malerei erscheint auf den allerersten Blick recht abstrakt. Dann beginnt man Gegenstände, manchmal auch Wesen zu erkennen. Magst du uns etwas über deine Motive erzählen?

Meine Hauptthemen sind Fantasiewesen, -tiere, -landschaften, -gebäude. Einen Menschen oder einen Gegenstand so zu malen, wie er ist, interessiert mich nicht so sehr. Wenn ich aber zum Beispiel ein männliches Wesen darstellen möchte, dann in einem Bild wie dem „Guterhaltenen Vierziger“. Darin habe ich meine eigenen Gedanken festgehalten – ein anderer wird vielleicht ganz andere Assoziationen damit verbinden.

Flügel, das Fliegen, vogelartige Wesen scheinen wiederkehrende Motive in deinen Bildern zu sein. Was bewegt dich, diese Bilder zu malen?

Diese Motive haben sich mit der Zeit, so glaube ich, in meinem Unterbewusstsein entwickelt. Einerseits sind Vögel und auch das Fliegen Sinnbild für Freiheit, Weite, das eigene Umfeld verlassen und die Welt mal von einer anderen Perspektive sehen. Andererseits stehen viele dieser Figuren aber auch mit beiden Beinen auf der Erde. Genau dieses Gefühl von Freiheit und Bodenständigkeit liebe ich.

Wie kommt es zu den fantasievollen Namen deiner Bilder?

Es ist mir sehr wichtig, dass alle meine Bilder einen Namen bekommen, ohne Titel geht nicht. Ich mache mir schon sehr viele Gedanken darüber, dass die Titel das widerspiegeln, was auf der Leinwand zu sehen ist, wenn auch oft mit einem Augenzwinkern. Die überaus strapazierte „Metamorphose“ wird es bei mir nicht geben. Stattdessen lieber „Flugfüßler“, „Amöben im Winter“ oder „Viertelvorlinksmitteoben“.

Wie entstehen deine Bilder? Bitte beschreibe einmal den Arbeitsprozess.

Das ist unterschiedlich. Vieles entsteht aus dem Malprozess heraus ohne konkreten Anlass. Ich arbeite aber auch gerne mit verschiedenen Materialien wie für die Ausstellungen „GummiART“, „Transparent“, oder „Stein, Kohle, Grafit“ oder zu speziellen Themen wie „Zartschwarz“ oder „Erzähl mir was ...“

Oft gehen in deinen Bildern eine oder zwei kräftige Farben, immer wieder auch Schwarz, mit zarten Pastell- oder Grautönen eine Verbindung ein. Bitte erzähle uns über dein Verhältnis zu Farben, wie du sie wählst und komponierst.

Ja, in den meisten meiner Bilder herrschen Rot- und Blautöne vor. Rot ist für mich absolut die Farbe der Gefühle, der Lebendigkeit, Sinnlichkeit und Lebensfreude. Blau empfinde ich als sehr tiefe, beruhigende, aber auch geheimnisvolle Farbe. Ich glaube, diese Empfindungen sind so tief in mir, dass ich automatisch immer wieder darauf zurückgreife. Deshalb habe ich, ganz egal welches Thema ich angehe, nie Braun oder Grün verwendet. Diese beiden Farben finde ich in der Natur wunderschön, sie sprechen mich aber als Malerin nicht an. Sie fehlen auch in meiner Farbpalette. Schwarz ist manchmal als Kontrastfarbe, die einem Bild Halt und auch Tiefe verleiht, sehr wichtig. Da ich vielschichtig arbeite, entstehen am Anfang eines Malprozesses erst mal mit Kohle gezeichnete Strukturen. Diese übermale ich teilweise wieder mit Farbe, sodass verschiedene Farbschichten übereinander liegen können. Wichtig sind mir dann aber auch freie Flächen, in denen die zarten Kohlestriche stehenbleiben. Die dicken, grafischen Linien verwende ich für die Formgebung, als Grenzlinie zwischen zwei Farbflächen und für den Inhalt eines Bildes.

Welche Umgebung, welche Atmosphäre schaffst du dir, bevor du zu malen beginnst?

Ich male fast ausschließlich in meinen „eigenen vier Wänden“. Ich brauche den schützenden Raum meines Ateliers. Musik, Kaffee und alles um mich herum bereitgestellt, so arbeite ich am liebsten.

Wie viel Zeit deines Lebens nimmt die Kunst ein?

Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt Zeiten, in denen ich zum Beispiel für eine Ausstellung sehr intensiv arbeite. Da kann ich dann alle anderen Arbeiten, die so im täglichen Leben zu erledigen sind, gut delegieren. Und dann kommen auch wieder Phasen, wo die Malerei in den Hintergrund tritt, weil ich einfach mal eine schöpferische Pause brauche oder mir andere Dinge wichtiger sind.

Hast du Vorbilder?

Nicht unbedingt Vorbilder, aber Maler/Zeichner, deren Werke mich sehr beeindrucken: Die kraftvollen, witzigen und auch erotischen Zeichnungen von Alfred Hrdlicka und Tomi Ungerer mag ich sehr. Ebenso Arnulf Rainers Überdeckungen von Porträts und die großflächigen Skizzen von Christo zu seinen verhüllten Gebäuden und Landschaften.

Was tust du, wenn du keine Kunst machst?

Ich gehe gerne und oft in Kleinkunstbühnen, von denen es in München jede Menge gibt. Musik, Filme sind wichtig, und ich verreise sehr gerne. Vor allem nach Island, für mich das schönste Land, das ich kenne.

Wie schwer fällt es dir, dich von Kunstwerken zu trennen?

Eigentlich nicht sehr schwer. In der Regel kenne ich ja die Käufer. Ich liefere meine Bilder meistens selbst ab und weiß dann auch, wo sie einen neuen Platz gefunden haben. Natürlich gibt es aber auch einige Bilder, die ich nicht verkaufen will und kann, weil zu große persönliche Emotionen daran hängen.

Wohin geht deine künstlerische Reise als Nächstes?

Seit einiger Zeit arbeite ich auch mit Ton. Das Dreidimensionale ist dabei schon eine Herausforderung. Ich nehme vorwiegend weißen Ton, den ich dann wie einen Bildträger mit Bleistift, Kohle oder Acrylfarben bearbeiten kann. Die Verbindung Objekt mit Bild möchte ich in Zukunft noch weiter ausbauen.