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Stefanie Rogge

Malerin, Illustratorin und Künstlerin aus Wennigsen, Deutschland

Stefanie Rogges Gemälde entstehen in ihrem Atelier auf dem Land bei Hannover, in einem ehemaligen Stallgebäude. Neben der gesellschaftskritischen Serie „Kühe codiert“ erschafft sie dort auch weitaus stärker abstrahierte Ostseelandschaften und andere Motive, immer farbenfroh, immer Gefühlsstark.

 
„Reines Abbilden ist nicht mein Ziel, es werden immer auch Gefühle transportiert.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Lars Rogge, www.roggewf.de.

Interview

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Gezeichnet und gemalt habe ich auch schon während der Schulzeit viel. Oft waren es Comics oder rein grafische Arbeiten mit schwarzer Tinte oder Zeichnungen mit Kohle und Graphit. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Grafik-Designerin gemacht. Die Kunst als Ausdruck für mich entwickelte sich dabei parallel. Im Anschluss beim Studium an der FH für Kunst und Design Hannover habe ich meinen Stil weiterentwickeln können.

Wie hat sich deine Kunst insgesamt entwickelt?

In meinen Werken sind verschiedene Zyklen oder Arbeitsphasen erkennbar. Im Gegensatz zur Grafik werden meine künstlerischen Arbeiten sehr von Stimmungen von außen und auch von meinem Inneren bestimmt. Zuerst habe ich viel gegenständlich gearbeitet. Die Grafik und auch die Kombination mit Typographie haben meine Bilder immer wieder bestimmt. Das Auflösen des Gegenständlichen immer weiter in Richtung Abstraktion prägte dann eine lange Zeit meine Arbeitsphase. Die Formate wurden größer und ich habe in dieser Zeit meine Leidenschaft fürs Actionpainting entdeckt.

Du malst abstrakte Bilder – ich sehe darin abstrahierte Landschaften, ist das richtig?

Ja, es gibt eine lange Phase der Werkserien „Steilküsten” und „Strandgut”, die beide ineinander übergehen. Die Steilküstenserie ist dabei aus Impressionen der Ostseeküsten auf Rügen und Møn entstanden. Das Spiel des Lichts an den hellen Kreidefelsen beeindruckte mich sehr. Die Arbeiten sind großformatig auf Leinwand, teilweise collagiert mit Sackleinen, Holz und Wellpappe. Außerdem habe ich neben Acryl auch die Original-Kreide der Küsten und Ockerschlamm eingearbeitet. Die Arbeiten der Serie „Strandgut” sind in dem gleichen weichen Naturfarbschema gehalten, die Motive sind aber weiter abstrahiert und expressionistischer.

Du malst aber auch immer wieder Kühe. Wie kommt es zu der Vorliebe für das Motiv?

Ja, aber auch Hühner, Hähne, Schafe und Hirsche … Die Tierserie, die durchaus plakativ, expressiv und teilweise in Richtung Pop Art geht, hat ihren Ursprung in dem ersten Motiv: der Hahn, der „Mist” kräht. Das war 2011, als in unserer Umgebung eine Massentierhaltung und eine Bruteiproduktion gebaut werden sollte.

Du nennst deine Reihe „Kühe codiert“ gesellschaftskritisch. Magst du das einmal erklären, bitte?

In den Motiven „Kühe codiert” sind es die Kühe, die stellvertretend für alle Lebewesen dargestellt werden, die von uns Menschen als Sache abgewertet und nur noch als Ware wahrgenommen werden. Der Gegensatz von dem Bedürfnis des Tieres und der „von Menschen gemachten Sachlichkeit” wird in den Motiven durch Codierungsstreifen, mathematischen Berechnungen, Preisangaben, ironischer Nummerierung etc. zum Ausdruck gebracht. Die Bilder sind zwar Medium für einen Protest und für ein Überdenken der bestehenden Wertevorstellung und des Konsumverhaltens unserer Gesellschaft, trotzdem wirken die Arbeiten farbenfroh und hoffnungsvoll. Ich bin halt Optimist.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Meine Arbeiten sind expressionistisch. Reines Abbilden ist nicht mein Ziel, es werden immer auch Gefühle transportiert.

Deine Bilder sind zumeist im Format 100 x 80 cm oder 75 x 75 cm. Was spricht für die Größe?

Das ist Zufall, dass gerade in diesen Größen viele Leinwände in meinem Atelier stehen. Ich habe keine favorisierten Leinwandgrößen. Bis zu diesem Format kaufe ich die Leinwände schon fertig bespannt auf Keilrahmen. Alle Formate, die über dieses Format hinausgehen, spanne ich selbst auf den Galerierahmen auf oder versende die bemalte Leinwand an den Käufer des Bildes. Das sind dann meist Arbeiten bis 180 x 200 cm.

Wie und wo schaffst du dir die Umgebung, um gut malen zu können?

Ich bin glücklich in meinem großen Atelier auf dem Lande, in der Nähe von Hannover. Ein ehemaliger Resthof dient mir als lichtdurchflutetes Studio. Die früheren Stallgebäude bieten ausreichend Platz, um auch mehrere Leinwände parallel zu bearbeiten, und die Farbspritzer machen den Boden immer schöner. Im ehemaligen Schweinestall finden mittlerweile Kinder- und Erwachsenenkurse statt – da kann es auch immer mal eine Sauerei geben. Und ganz wichtig: Ich bin in ein paar Schritten im Wald und kann entspannen und Eindrücke sammeln, mein Hund Skipper hilft mir dabei.

Du bist auch Inhaberin einer Werbeagentur. Wie spielt das in dein Schaffen als Künstlerin hinein?

Beide Bereiche, die freie Kunst und die Grafik, sind ein Teil von mir. Sie ergänzen sich und geben mir Freiheiten, von beiden Seiten an eine visuelle Arbeit heranzugehen. Bei einer grafischen Arbeit weiß ich, was am Ende das Ziel ist, bei der Kunst weiß ich das definitiv nicht. Ich bin in beiden Bereichen immer mit Leidenschaft dabei. Es gibt Phasen, da arbeite ich lieber grafisch handwerklich und am Rechner, und dann wieder Phasen, wo ich die Farbe auch an meinen Fingern sehen möchte und frei arbeiten will. Beide Bereiche geben mir die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen, neue Motivation und Ideen zu entwickeln.

Hast du Vorbilder?

Es gibt viele Künstler, die ich in ihrem Schaffen sehr bewundere. Zum Beispiel finde ich die Plakatkunst von Toulouse-Lautrec immer wieder inspirierend, ich mag auch seinen grafischen Stil. Oder noch einen klassischen Künstler, den ich schon lange um seinen lockeren Zeichenstil bewundert habe, das ist Egon Schiele. Aber es gibt auch viele moderne Künstler, deren Arbeiten ich sehr klasse finde.

Tauschst du dich gern über deine Kunst aus?

Ja klar. Lockere Gespräche auf meinen Ausstellungen finde ich für mich sehr spannend, um zu sehen, wie die Bilder auf andere wirken. Viel Spaß macht auch die KunstSpur Wennigsen, bei der mittlerweile ca. 50 Künstler in den umliegenden Ortschaften mitwirken und ihre Ateliers öffnen. Das Austauschen mit anderen Künstlern, der bunte Mix aus verschiedenen Kunstarten und -stilen und die Kombination mit Musik machen diese Tage zu einem bunten Event. Und den Trubel genieße ich in meinem Atelier sehr.

Wohin geht deine künstlerische Reise als Nächstes?

Das kann ich nicht sagen, das ist das Schöne daran: In der Kunst ist der Weg das Ziel.

Danke!

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