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Andrea Würtinger

Malerin aus Siegsdorf, Deutschland

Andrea Würtinger lebt im südöstlichsten Zipfel Deutschlands. „Ich lebe auf dem Land, die Natur ist meine größte Inspirationsquelle“, sagt die Chiemgauerin. Ihre Acrylbilder zeigen überwiegend Wald- Holz- und andere Naturmotive, in unterschiedlichen Abstraktionsgraden.

 

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Als Kind habe ich schon gerne gemalt. Nach einer längeren Malpause fing ich dann erst mit meinen Kindern wieder an zu malen. Dadurch reifte der Wunsch, mich mehr damit auseinanderzusetzen, und ich meldete mich zu meinem ersten Aquarellkurs an.

Was gab den Ausschlag dazu?

In diesen ersten Kursen hatte ich eine sehr gute Dozentin, bei der ich sehr viel gelernt habe. Vor allem habe ich das Sehen neu gelernt. Ab da war ich gefangen und konnte gar nicht mehr anders als weiterzumachen.

Liegt die Kreativität bei dir in der Familie?

Wir hatten zwar noch keine Künstler in der Familie, aber unser Vater konnte sehr gut zeichnen. Auch meine Schwester und andere Familienmitglieder sind sehr kreativ.

Wie hat sich denn deine Kunst entwickelt, seit du angefangen hast?

Anfangs entstanden meist gegenständliche Aquarelle. Dann kam eine längere Experimentierphase in verschiedenen Techniken. Auch belegte ich Seminare in verschiedenen Akademien. In den letzten Jahren habe ich fast ausschließlich mit Acrylfarben gearbeitet. Mich reizen verschiedene Themen. Manchmal male ich gleichzeitig an einem abstrakten und an einem gegenständlichen Bild. Ich möchte mich nicht festlegen. Wichtig ist mir in meiner Malerei, immer mehr zu reduzieren.

Gab es ein Erlebnis, das dich und deine Kunst besonders geprägt hat?

Da gab es nicht das eine Erlebnis. Ich denke, das ganze Leben, alles was man sieht, fühlt, hört, erlebt, hat Einfluss auf meine Arbeit.

Viele deiner Bilder zeigen den Wald, Natur, Erde. Bist du besonders naturverbunden?

Auf jeden Fall! Die Natur ist meine größte Inspirationsquelle. Ich lebe auf dem Land, inmitten von Wiesen, Wäldern, Bergen, da kann man sich gar nicht entziehen.

Ein anderes Bild heißt „Verlorene Stadt“. Bitte erzähle uns, wie es entstanden ist.

Zu der Zeit, als es entstanden ist, habe ich einen sehr erschütternden Bericht über Aleppo gelesen, über die schrecklichen Ereignisse dort, und über einen Arzt, der heimlich und unter schwierigsten Bedingungen Verwundete in Aleppo versorgte. Das Bild entstand nicht bewusst, ich wollte nicht Aleppo darstellen, aber als es fertig war, wusste ich, dass es das ist. Leider ist das Thema noch immer aktuell.

Was ist Kunst für dich?

Kunst ist das, wo ich ich sein kann. Wo ich Zeit und Raum vergesse. Wo man aber auch an Grenzen stößt, etwas ausprobiert, gegen den Strom schwimmt.

Könntest du dir etwas anderes vorstellen, das dich ähnlich ausfüllt?

Ich denke schon. Wäre ich nicht auf die Malerei gekommen, hätte ich mich sicher für etwas anderes begeistern können. Wenn ich ein Instrument spielen könnte, wäre sicher auch die Musik ein Thema für mich gewesen. Dann begeistert mich Garten und Innenarchitektur ,ich koche auch sehr gerne ... Mir würde bestimmt was einfallen.

Wie wichtig ist es, dass man den Hintergrund deiner Arbeiten, das was dich antrieb, sie zu erschaffen, versteht?

Ich denke, wenn ein Bild jemanden berührt, dann versteht er auch die Botschaft, die dahintersteckt.

Wie reagieren andere auf deine Kunst?

Natürlich ganz unterschiedlich. Kunst polarisiert, und das ist auch wichtig. Man kann nicht alle ansprechen, muss authentisch bleiben.

Ist dir die Reaktion wichtig?

Mir ist erst mal wichtig, bei mir selbst zu bleiben, nicht gefallen zu wollen. Wenn es dann doch gefällt und jemand spontan ein „Wow“ rauslässt, freue ich mich natürlich. Mir gefällt aber auch, wenn jemand länger vor einem Bild verweilt, sich Gedanken macht, hinterfragt. Das ist das, was Kunst ausmacht.

Arbeitest du in einem eigenen Atelier?

Ich war lange Zeit zu Hause im Keller. Das war okay, aber nicht optimal. Nun habe ich ein geräumiges Atelier in einem umgebauten Stall. Besser geht’s kaum, hier fühle ich mich sehr wohl, hier tauche ich richtig ab.

Wie arbeitest du und welche Umgebung schaffst du dir, um gut malen zu können?

Manche Bildideen trage ich längere Zeit mit mir herum, verwerfe sie wieder, greife sie erneut auf, bis ich sie dann endlich umsetze. Andere Bilder entstehen wiederum sehr spontan. Das ist sehr unterschiedlich, und ich arbeite oft gleichzeitig an verschiedenen Themen. Zum Arbeiten brauche ich schon eine gewisse Ordnung. Farben und Material müssen in Griffnähe bereit liegen. Dann suche ich mir, je nach Stimmung, die passende Musik und dann kann es losgehen. Und da muss ich dann allein sein. Dann kann ich richtig abtauchen, da kommen die besten Resultate hervor.

Was tust du, wenn du keine Kunst machst?

Da ist erst mal meine Familie. Dann bin ich auch in Haus und Garten gerne kreativ. Dann mag ich alles, was man draußen machen kann. Ich gehe gern auf die Berge in unserer Umgebung oder fahre mit Freunden mit dem Rad an den See, ich mach gern Sport, oder ich streife nur mal durch den Wald. Alles ist Inspiration für mich. Wenn ich in der Stadt bin oder im Urlaub, freue ich mich über jede Ausstellung, die ich entdecke. Dann lese ich auch sehr gerne, hab aber oft zu wenig Zeit dazu.