Top
Kundenbereich schließen

Willkommen im Kundenbereich

Melde dich mit deinen Zugangsdaten an.

  • Unikate & limitierte Sondereditionen
  • Exklusive Kundenevents
  • Lieblingsartikel merken
  • Bestellungen & Daten verwalten
Be part of the art

Martina Hamrik

Künstlerin aus Tutzing, Deutschland

Martina Hamrik lebt und arbeitet am Starnberger See. Ihre Motive sind Menschen in Bewegung, die sie auf einem patentierten Hintergrund aus Stoffschlaufen in Szene setzt. Die Schlaufentechnik bringt auf einzigartige Weise Dynamik und Tiefe in die eigentlich zweidimensionalen, in der Bewegung festgehaltenen Figuren.

 
„Mich fasziniert die Dynamik, Eleganz und natürliche Schönheit des aktiven Menschen“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Miu Reck, www.miureck.com

Interview

Wenn man deine Vita anschaut, steht dort „Geboren 1967 in Kenzingen bei Freiburg“. Dann geht es weiter mit 2005. Wie ist denn die Zwischenzeit gelaufen?

Ich war schon seit meiner Kindheit fasziniert von der Malerei und von kreativem Arbeiten. Habe mir z.B. eigene Kleidung entworfen und auch getragen! Beruflich war ich dann jedoch im sozialen Bereich tätig und lebe seit 1988 erst in München und dann später mit meinem Mann und zwei Töchtern im Münchner Umland, in Tutzing am Starnberger See.

Wie hast du zur Kunst gefunden?

Zur Kunst gefunden habe ich wie gesagt schon seit meiner Kindheit. Dass ich jetzt seit einigen Jahren hauptberuflich von meiner Kunst lebe, hat sich so nach und nach ergeben. Immer mehr Ausstellungen und Ankäufe meiner Bilder sowie Auftragsarbeiten. Quasi wie ein Schneeballsystem!

Deine Motive sind häufig Menschen in Bewegung, zum Beispiel Sportler. Was fasziniert dich daran?

Mich fasziniert generell der Mensch an sich, jedoch ganz besonders die Dynamik, Eleganz und natürliche Schönheit des aktiven Menschen. Sport bedeutet für mich positives Lebensgefühl. Zu beobachten, wie sich die Extremitäten je nach Perspektive verlängern oder verkürzen, das Formen der Muskulatur. Dies genau zu beobachten und malerisch umzusetzen. Malerei bedeutet eben genaues Beobachten und Hinschauen!

Wie findest du deine Motive?

Ich bin eigentlich ständig auf Motivsuche, schon ganz unbewusst. Habe immer meine Augen offen und einen Blick fürs Detail. Ich mache Fotos mit meinem Smartphone, sammle Fotos aus Zeitungen und Zeitschriften. Die meisten Motive sind jedoch aus meinem Umfeld, in dem ich lebe. In meiner letzten großen Serie ging es daher viel um Menschen in und um das Wasser (See).

Treibst du selbst Sport?

Sport war schon immer sehr wichtig für mich. Als Jugendliche hab ich Kunstturnen als Wettkampfsport betrieben. Generell habe ich schon sehr viele Sportarten zumindest ausprobiert. Jetzt gehe ich noch regelmäßig joggen oder langlaufen, da hab ich die Loipe quasi vor der Tür. Im Sommer natürlich schwimmen und segeln.

Die Hintergründe deiner Bilder hier bei ARTvergnuegen bestehen aus einer „Schlaufentechnik“, die du dir patentieren lassen hast. Was genau sind denn das für Schlaufen?

Ja genau, die Schlaufentechnik habe ich als sogenanntes Geschmacksmuster/Design patentieren lassen. Die Schlaufen bestehen aus Baumwollgewebe, das ich entweder nur weiß grundiere oder nach Bedarf mit Acrylfarbe einfärbe. Dieses Baumwollgewebe reiße ich dann in lange Streifen und lege und klebe es dann in Schlaufen wellenförmig auf die Leinwand, um die schon vorher auf die Leinwand gemalte Figur.

Wie bist du „auf die Schlaufe gekommen“?

Das war ein längerer Prozess, der aus verschiedenen Richtungen kam und sich sozusagen dann ergeben hat. Ich habe in meinen älteren Arbeiten schon immer mit Material und der Dreidimensionalität experimentiert und gespielt, z.B. bei meinen Drehbildern, wo ich den Bildträger in Bewegung gebracht habe und dadurch wie bei einem Daumenkino durch Drehen von Holzlatten z.B. die „Jungs am Steg“ ins Wasser hab springen lassen.

Der Ursprung der Schlaufenbilder war zunächst eher ein praktischer Gedanke. Die Frage war, was tun mit älteren Leinwandarbeiten, mit denen man sich nicht mehr so ganz identifizieren kann, die jedoch das Lager füllen? Solche Bilder habe ich vom Keilrahmen genommen und zunächst in Streifen gerissen und überlegt, was ich damit jetzt tun könnte. Von einer Holzarbeit lagen noch Holzreste in der Größe 30x30 cm in meinem Atelier, und so nahm ich die Leinwandstreifen und tackerte sie in Schlaufen/wellenförmig auf das Holz. Die davor gegenständlichen bemalten und in Streifen gerissenen Leinwände sind nun zu einem abstrakten dreidimensionalen Kunstwerk geworden, was ich sehr spannend fand, jedoch zunächst im Atelier zur Seite stellte. Parallel dazu malte ich ein tanzendes Mädchen auf eine Leinwand, und wie immer lag mein Hauptfokus auf der Figur und es fiel mir wie immer schwer, den passenden Hintergrund zu finden. Da sah ich die Holzstücke mit den Schlaufen an der Seite stehen und ich stellte mir die Frage, wenn ich diese Schlaufen um mein tanzendes Mädchen lege würde, dann könnte es doch so aussehen, als tanzte sie aus den Wolken heraus. So habe ich es dann auch gemacht und habe meine Gewebestreifen in Schlaufen um meine Tänzerin gelegt bzw. geklebt. So entstand mein erstes Schlaufenbild!

Bitte erkläre mal, welchen Effekt die Schlaufenhintergründe auf den Betrachter haben.

Es agieren kraftvolle Figuren und dynamische Schlaufen miteinander, dadurch erwachen die Figuren quasi zum Leben. Der Betrachter gewinnt den Eindruck, die selbstbewussten Figuren würden geradezu aus den Bildern herausspringen. Obwohl die Figur auf die Leinwand gemalt und die Schlaufen davor sind, dreht sich dies optisch um und die Figur tritt nach vorne. Dadurch wird die Dynamik im Bild unterstützt, die Bilder werden dreidimensional.

Stimmt es, dass du zum Auftragen der Farbe gern alte Kreditkarten benutzt?

Ja, ich benutze generell fast keine Pinsel, höchstens zum Schluss für kleine Feinarbeiten. Die Kreditkarte hat die ideale Größe und Handlichkeit für meinen Bedarf. Der Auftrag der Farbe mit dem Spachtel/der Kreditkarte verleiht meinen Figuren schon eine eigene Dynamik und Kraft. Da ist dann halt schon der Akt des Farbauftrages sehr dynamisch, was ja generell eine der Kernaussagen meiner Bilder sein soll.

Ist das eine subtile Kapitalismuskritik oder einfach nur praktisch?

Auch nicht schlecht. Nein, die Kreditkarten hatten schon ihr Verfallsdatum, und ich benutze sie rein aus praktischen Gründen.

Wie bedeutend ist die Gegend zwischen Ammersee und Starnberger See, in der du lebst, für dich und deine Arbeit?

Es ist natürlich wunderschön, hier zu wohnen, den See und die Berge quasi vor der Tür und trotzdem die Nähe zu der Stadt München. Hier hole ich meine Inspiration für meine Arbeit. Sehr wichtig ist mir natürlich auch mein Atelier, das mitten im Wald liegt in einem ehemaligen Bundeswehr-Verwaltungsgebäude. Mein Blick aus dem Fenster geht jedoch auf eine große Lichtung.

Stehst du im Austausch mit den Rezipienten deiner Kunst?

Ja natürlich, insbesondere bei meinen Ausstellungen/Vernissagen, bei Messen oder auch immer wieder gerne bei Besuchen in meinem Atelier. Das ist ja quasi die Belohnung und das Spannende nach der Arbeit im Atelier.

Wie wirkt deine Kunst auf die Menschen?

Was mich immer wieder freut, ist, wenn die Betrachter mir sagen, dass meine Bilder pure Lebensfreude und Kraft ausstrahlen.

An welche Reaktion auf deine Kunst erinnerst du dich besonders gern?

Oh, da gibt es so viele schöne Situationen, das ist ja auch das Tolle an dieser Arbeit. Aber was mich einmal besonders stolz gemacht hat, war auf einer Kunstmesse in London, wo ich einige meiner Schlaufenbilder ausgestellt habe. Da hat ein junger Mann meine Bilder zuerst ganz genau angeschaut und dann ganz begeistert gemeint, meine Bilder kenne er doch, die habe er schon in einer Münchner Zeitung gesehen! Also aufgefallen, gemerkt und wiedererkannt! Wiedererkennungswert, das strebt man als Künstler doch an.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Ich denke, als Künstler ist man zumindest gedanklich immer im kreativen Prozess. Das kann man zum Glück dann auch auf Reisen, beim Sport und in der Familie ausleben.

Hast du künstlerische Pläne für die Zukunft, die du uns verraten möchtest?

Nein, ein fester Plan würde nur Zwang bedeuten und Druck, und das würde der Kreativität schaden. Die letzten Jahre haben immer das eine oder das andere ergeben, auch die Ideen gingen mir nie aus. Mein Ausstellungskalender für 2017 ist auf alle Fälle voll, bin gespannt, was noch so alles auf mich wartet. Es kommt, wie es kommt. Ich denke positiv!