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Be part of the art

Jörg Abke

Künstler aus Uetersen

Jörg Abke lebt als Klostermaler im Kloster Uetersen, zuvor verbrachte er einige Jahre im sonnigen Südportugal. Seine Motive entstammen beiden sehr unterschiedlichen Landschaften, den Holsteinischen Elbmarschen und der Algarve.

 
„Realismus mit sechs Ecken aber auch kre-aktiven Ausrutschern.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Asja Caspari, www.asjacaspari.com

Interview

Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit der Kunst?

Die hatte ich schon als Kind. Ein Heimatmaler zeigte mir wie man Radierungen anfertigt. Durch ihn lernte ich dann auch den bekannten Maler Franz Radziwill in Dangast kennen.

Seit wann nennst du dich Künstler?

Ich nenne mich Maler. Andere nennen mich Künstler. Und das schon lange. Dabei kommt es auf die Betonung an.

Wie meinst du das mit der Betonung?

Man kann ja so betonen, das es der große Künstler ist, aber auch so wie eine Entschuldigung: Künstler halt, für Chaos, schräge Ansichten und so weiter. In der spanischen Sprache gibt es solche Beispiele. Die harmlose Frage »Was willst Du?« kann freundlich gesagt werden, aber bei gleichem Text ist es durch Betonung eine Beleidigung. Nur als Beispiel.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Stetig.

Was macht deine Kunst besonders?

Wohl, dass ich immer noch etwas hineindenke und auch -projiziere. Um die Ecken denke.

Wie nennst du deinen Stil?

Realismus mit sechs Ecken, aber auch kre-aktiven Ausrutschern.

Du benutzt verschiedenen Techniken und Materialien. Wonach entscheidest du, was du einsetzt?

Da bin ich spontan – nach der Motivwahl. Ich nehme manchmal auch artfremde Materialien und Werkzeuge. Sand, Sägespäne. Statt Rotmarder ein Lackierpinsel vom Baumarkt oder eine alte Bankkarte als Spachtel.

Du hast viele Jahre an der Algarve gelebt. Was zog dich dorthin?

Zuerst das Wetter, dann die entschleunigten, liebenswerten Menschen und auch neue Aufgaben als Grafiker für ein Hochglanz-Magazin.

Ist es richtig, dass du heute im Kloster Uetersen lebst? Als Mönch?

Ja, im ehemaligen Adeligenkloster Uetersen. Ganz normaler Bewohner, aber als Klostermaler. Nicht als Mönch – bin ja auch kein Christ.

Mehrere deiner Bilder zeigen Szenen oder Elemente aus dem Golfsport. Bitte erzähle mal, was dich an dem Thema fasziniert.

Ich habe selber in Portugal gespielt. Es ist herrlich auf den Plätzen bei 300 Tagen Sonne. Hier gibt es Motive ohne Ende. Mit leichtem Humor sehe ich den Golfsport. Golf bei der Legion, Massenabschlag, Genagelt – nicht Gegolft, oder Loch 9 sind typische Bildtitel. Boßeln an Loch 16 zeigt den Unterschied zwischen Ostfriesland und Algarve deutlich. Nur der Sport ist vielleicht ähnlich.

Was inspiriert dich außerdem?

Manchmal nur Gesprächsfetzen, die ich aufschnappe und natürlich Typen in ihrer Welt.

Was für Typen sind das zum Beispiel?

Zum Beispiel der Golfer, der Hafenarbeiter, der Seemann, aber auch ganz normale Passanten, die mich zu einem teilweise ganz anderen Motiv bringen.

An welchem Ort arbeitest du und wie hast du dich dort eingerichtet?

Meine Wohnung ist komplett auch mein Atelier. Wohnen kommt an zweiter Stelle. Da auch noch alles verwinkelt ist in dem 800 Jahre alten Haus, schaut es manchmal für Außenstehende etwas chaotisch aus.

Bitte beschreibe mal, wie du vorgehst, wenn du ein neues Kunstwerk beginnst.

Im Moment brauche ich einige Zeit, bis ich mich für ein bestimmtes Motiv entscheide. Ideen habe ich ohne Ende. Aber diese letzte Entscheidung… Mir hilft mein Mac, mein Fotoapparat, Skizzen und manchmal sogar grobe Pappmodelle. Dann ist die Vorarbeit sehr wichtig. Genaues Vorzeichnen ist unabdingbar. Mit einer Farbe untermalen. Dann erst die richtige Farbe darauf.

Hast du ein Lieblingswerk, auf das du besonders stolz bist?

Ja. Fast wöchentlich im Wechsel. Das ist so ähnlich wie beim »Spiegel« und »Stern«. Die sind auf das aktuelle Heft bestimmt immer stolz.

Kannst du dich gut von Werken trennen?

Das ist überhaupt kein Problem.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Da gibt es einige. Aber Hans Apel, hier im Pressehaus, vor vielen Jahren zu karikieren und dann noch länger im Lokal plaudern – das vergesse ich nicht. Zumal die Personenschützer genervt waren.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Dann schreibe ich unsinnige Bücher mit passenden Kochrezepten. Kurzgeschichten aus dem Leben und Krimis aus der Marsch mit dem sinnigen Titel Marsch-Melloh. Marsch die Region, Georg (Schorsch) Melloh ist der Kommissar mit skurrilen Fällen.