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Be part of the art

Luján Martelli

Künstlerin aus Hamburg

Luján Martelli stammt aus Argentinien und lebt heute in Hamburg. Die Künstlerin ist vielseitig tätig; ihre besondere Schriftmalerei hat sie in der argentinischen Heimat gelernt, wo sich Einflüsse europäischer Einwanderer mit bunten Farben und Ornamenten vermischt und weiterentwickelt haben.

 
„Kunst ist meine einzige Möglichkeit, mich auszudrücken“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Asja Caspari, www.asjacaspari.com

Interview

Was ist Kunst für dich?

Da muss ich überlegen. Auf jeden Fall ist es für mich die einzige Möglichkeit, mich auszudrücken. Andere Künstler machen auch Musik oder schreiben oder spielen Theater oder singen, auch in meinem Bekanntenkreis, aber ich nicht, ich kann nur malen. Das wird sich verändern, denn es ist ein Wunsch von mir, singen zu lernen oder ein Instrument zu spielen.

Wann hast du die Kunst kennengelernt?

Mit fünf haben meine Eltern mich zum Zeichenunterricht angemeldet, seitdem habe ich immer etwas gemacht. Das letzte Jahr vorm Abitur habe ich das komplette Jahr die Kunstschule besucht, vormittags in der Schule, abends Kunstschule. Radierung, Bildhauerei, Zeichnung und Malerei. Da war meine Entscheidung: Ich mach ein Kunststudium. Leider musste ich arbeiten und die Kunstschule hatte die Studienangebote nur vormittags bis mittags. Nach dem Arbeiten konnte ich zur Kunstschule, aber da gab es nur die Angebote für Grafikdesign, deshalb habe ich Grafikdesign gemacht. Ich war zusammen mit den Kunststudenten und es war das gleiche Ambiente. Es war eine Lösung für mich.

Wie hat sich deine Kunst seitdem entwickelt?

Ich male schon seit vierzig Jahren, habe Installationen gemacht, viel mit Audio und die letzten Jahre mit Video-Art angefangen. Letztes Jahr habe ich einen Kurzfilm über Sprache gemacht. Gerade mache ich auch gern Bildhauerei, aber das zeige ich nicht, das mache ich nur für mich.

Wie nennst du deine Stilrichtung?

Das kann ich nicht ganz definieren, denn in meiner Malerei mische ich traditionelle Malerei mit einer Art von Grafik. Seit fünf Jahren arbeite ich mit dem Thema Sprache, aber für eine Stilrichtung könnte ich mich gar nicht entscheiden.

Du bist 2001 von Argentinien nach Hamburg gezogen. Was hat dich bewegt, nach Deutschland und speziell nach Hamburg zu kommen?

Ich habe in der Provinz Buenos Aires gelebt, bis ich dreißig Jahre alt war und dann sind wir mit meinen Kindern nach Feuerland gezogen. Nach einer Zeit wurde die Situation in Argentinien ziemlich schlimm und ich musste eine Entscheidung treffen. Ich komme aus einer Auswandererfamilie, mein Vater ist in Italien geboren und als er in die Pubertät kam, mit der ganzen Familie nach Argentinien gezogen. Daher war Migration immer ein Thema für mich. Nach Hamburg zu gehen war nicht geplant, aber es hat sich so entwickelt.

Schriftmalerei ist ein wichtiger Teil deiner künstlerischen Arbeit. Was muss man als Schriftmalerin können und worauf muss man besonders achten?

Das hat in meinem Fall mehr mit meinem Studium des Grafikdesigns zu tun. Zum Beispiel gab es im Studium keinen Computer, wir haben alles selbst gemalt. Ich habe mich während des Studiums auf Schrift spezialisiert und ich habe das einfach gern gemacht.

Gibt es Unterschiede zwischen der Schriftmalerei in Argentinien und in Europa?

Natürlich. Argentinien hat eine eigene Richtung eingeschlagen, wobei die Einflüsse hauptsächlich aus Italien und Frankreich stammen durch die Migration Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Einwanderer haben diese Art von Schriftmalerei mitgebracht. In Argentinien hat sie sich einfach weiterentwickelt mit viel bunter Farbe, Serifen und der Verbindung mit Ornamenten. Das ist aber nur eine Kurzdefinition, da könnte ich noch viel spezifischer werden.

Wie gehst du vor, wenn du dich an ein neues Werk machst?

Das ist ein Prozess. Wenn ich ein Thema habe, bin ich lange in diesem Prozess. Ich suche lange nach Material, ob jemand dieses Thema schon vorher bearbeitet hat, wenn ich kann, kontaktiere ich auch andere Künstler, die schon an dem Thema gearbeitet haben, und dann gehe ich weiter.

Gibt es etwas, das du durch Kunst in den Menschen bewegen willst?

Ich will eine politische und zum Nachdenken anregende Kunst erschaffen. Wenn mir das gelingt, wäre ich sehr zufrieden als Künstlerin.

Welches sind die Dinge, die dich am stärksten antreiben, kreativ zu sein?

Ich habe vor ein paar Jahren ein Studium in Ethnologie angefangen, das ist so toll, es ist so nah an der Kunst, es gibt schon viele Projekte, die ich in Verbindung mit diesem Studium begonnen habe.

Sprichst du gern mit anderen über deine Werke?

Ich habe Schwierigkeiten, über meine Arbeit zu sprechen. Wenn jemand reagiert und etwas sagt, freue ich mich total, aber ansonsten trete ich nicht vor und zeige, wie toll ich bin oder was ich gemacht habe.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich studiere gerade, wie gesagt, und bin sehr beschäftigt mit dem Studium, und ich segle, ich reise gerne, ich bin ein Kino-Fan.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Ich glaube, das wird viel mit meinem Ethnologiestudium zu tun haben. In anderen Ländern heißt das Studium Soziale und kulturelle Anthropologie. Ich sehe mich schon in Zukunft sehr beschäftigt mit visueller Anthropologie. Kunst und Anthropologie ist das Beste, das passieren könnte.