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Be part of the art

Andreas Zeug

Maler aus Fürth

Andreas Zeug kam über Grafitti zur Malerei. „Die Sprühdose ist im Vergleich zum Pinsel ein sehr eingeschränktes Werkzeug“, sagt er. „Ein Pinselstrich kann sehr lebendig sein – und genau das brauche ich.“ Seine neueren Werke stellen den Menschen in den Mittelpunkt, gemalt mit schnellem Pinselstrich, denn Zeug will das Flüchtige einer Skizze im fertigen Bild erhalten.

 
„Ich versuche, das Schemenhafte einer Skizze beizubehalten. Eine Skizze ist oft viel lebendiger als das Endprodukt.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sabine Schirmer, www.foto-schirmer.de

Interview

Kunst – was ist das für dich?

Ab 1993 begann die Kunst mein Leben zu erobern. Ich machte erste Versuche mit der Sprühdose. Seitdem war nicht mehr viel Platz für andere Dinge. Nachdem ich die Schule beendete, fing ich sofort an, mit Kunst und Musik – ich spiele Gitarre – Geld zu verdienen.

Kunst bedeutet für mich zuallererst machen. Ich habe ja sozusagen als „Aktionskünstler“ begonnen. Ich habe nie sehr viel nachgedacht über das, was ich tue, war aber immer bestrebt, Schönheit, Ästhetik, gute Kompositionen hervorzubringen. In diesem Sinne könnte man meine Malerei durchaus als klassisch bezeichnen. Momentan steht als Motiv der Mensch im Vordergrund. Dabei versuche ich nicht naturalistisch zu malen, sondern die Farbe und Form sehr frei zu wählen, um am Ende eine schlüssige Komposition zu erhalten.

Bitte erinnere dich einmal an deine allererste Begegnung mit der Kunst.

Als ich circa 12 Jahre alt war, las ich viel Comics und unternahm erste Versuche des Kopierens, die aber schnell scheiterten. Mein Vater ist begeisterter Antiquitätensammler und unsere Wohnung glich mehr einem Museum als einer Wohnung. Es hingen Emaille-Schilder an der Wand und überall standen Designklassiker der 50er, 60er und 70er Jahre. Wir waren auch viel auf Flohmärkten unterwegs. In München sah ich Ende der 80er die Riesengraffiti bei den alten Flohmarkthallen. Das scheint mich nachhaltig geprägt zu haben. Allerdings dauerte es noch über 10 Jahre, bevor ich selbst zur Sprühdose griff.

Deine Bilder hier auf ARTvergnuegen.com sind figürliche Darstellungen mit Acryl auf Leinwand. Sprühst du noch Graffitis?

Seit 1993 sprühe ich Graffiti und verdiene heute auch noch Geld mit Auftragsarbeiten. Und wenn Zeit ist, male ich mit den Sprüherfreunden gelegentlich auch mal ein Bild ans Jugendzentrum oder an eine andere legale Sprühfläche.

Wie kamst du zur Malerei auf Leinwand?

Man muss auch ein bisschen an die Zukunft denken. Da ich jetzt auch schon über 40 und nicht mehr ganz so action-verliebt bin, habe ich mich entschlossen, mehr im Atelier zu sein als auf dem Gerüst. Ab und an sprüh ich schon mal gerne eine große Wand, aber eben nicht zu oft.

Was geht auf der Leinwand, was auf der Wand nicht geht?

Ich bevorzuge einen schnellen Pinselstrich. Die Sprühdose ist im Vergleich zum Pinsel ein sehr eingeschränktes Werkzeug, besser geeignet für grafisches oder fotorealistisches Arbeiten. Ein Pinselstrich kann sehr lebendig sein, und genau das brauche ich.

Wie viel Graffiti steckt heute in deinen Gemälden?

Ich denke, vor allem der unakademische Umgang mit dem Thema ist klar sichtbar. Da ich Kunst nicht auf der Hochschule lernte, sondern von Anfang an eher aus dem Inneren schöpfte, ist in meiner Malerei schon ein großes Maß an Freiheit sichtbar. Ich arbeite sehr gerne destruktiv. Sicherlich ein Überbleibsel aus der Sprüherzeit. Gerne benutze ich auch mal knallige Farben. Tendiere aber immer mehr zu Grau und Braun. Da Graffiti, wie ich es kenne und malte, hauptsächlich auf Buchstaben basiert, ist es in meiner Malerei eher wenig sichtbar.

Wie entstehen deine Bilder?

Betriebsgeheimnis.

Wer sind die Menschen, die du malst? Bitte verrate uns etwas über sie.

Die Menschen, die ich male, sind immer idealisierte Figuren. Das Foto dient nur als Vorgabe, das Ergebnis hat meistens nichts mit dem Foto zu tun. Ich hab nicht den Anspruch, eine gemalte Kopie von einem Foto zu machen. Es geht eher um die Gesamtstimmung.

Bitte beschreibe deinen Stil in wenigen Worten.

Ich versuche, das Schemenhafte einer Skizze beizubehalten. Eine Skizze ist oft viel lebendiger als das Endprodukt. Das Bild soll am Ende nicht wirklich „schön“ gemalt sein. Es soll eher ein flüchtiger Eindruck entstehen.

Was brauchst du, um gut an deiner Kunst zu arbeiten?

Vor allen Dingen muss ich ausgeschlafen sein. Inspiriert bin ich so gut wie immer. Dann noch die passende Musik, zumeist Jazz, und dann kann es losgehen.

Welches sind die drei Dinge, die dich am stärksten antreiben, kreativ zu sein?

Vor allem eine Arbeit zu haben, die einem Spaß macht. Auf Entdeckungsreise gehen. Und das Gefühl zu haben, jeden Tag etwas Neues dazu zu lernen.

Hast du Vorbilder oder stetige Inspirationsquellen?

Es inspiriert mich vieles und es gibt immer was Neues zu entdecken, aber konkret kann ich dazu jetzt nichts sagen. Ich versuche mehr aus mir selbst heraus zu schöpfen, was nicht immer einfach ist, durch all die äußeren Einflüsse, vor allen Dingen durch das Internet.

Kannst du fertige Werke gut loslassen?

Das ist kein Problem für mich. Das gehört zum Job. Und wenn mir ein Bild besonders gut gefällt, behalte ich es einfach.

Wie reagieren die Menschen auf deine Kunst?

Sehr positiv. Vielleicht gibt es wenig Vergleichbares?

Welches war der bisher schönste Moment mit deiner Kunst?

Sechs Bilder in einer Ausstellung zu verkaufen war sehr schön. Aber die schönsten Momente erlebte ich wohl eher in der Graffitizeit. Gemeinsam große Wände zu gestalten ist einfach großartig.

Hast du einen künstlerischen Traum oder ein Ziel, das du gern mit deiner Kunst erreichen würdest?

Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich mache. Ich denke nicht sehr weit in die Zukunft. Ich lass mich täglich überraschen und bin einfach gespannt, wie mich das Leben noch beschenken will.