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Be part of the art

Alex Heil

Malerin aus Bergheim, Deutschland

Alex Heil ist fasziniert vom Wasser, von seinem Gegensatz aus Flüchtigkeit und Kraft. Und von der Art, wie Wasser das Licht bricht: „eine komplexe Ästhetik, die in der Realität nicht reproduzierbar ist“. Mit den Mitteln der Malerei gelingt es ihr, die Vielfalt des Wassers darzustellen.

 
„Genaues Hinsehen ist alles.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.thepixeleye.com

Interview

Bitte erinnere dich einmal: Wann hat dich die Kunst gepackt?

Das kann ich ganz genau sagen: Seit 2006. Natürlich habe ich als Kind schon gern gemalt und gezeichnet, so wie die meisten Künstler und Hobbykünstler. Aber aus beruflichen und familiären Gründen habe ich die Malerei dann viele Jahre an den Nagel gehängt. Bis mir im März 2006 das Frauenmagazin Brigitte in die Hände fiel, in dem eine Modestrecke mit Künstlerinnen abgedruckt war. Eine dieser Künstlerinnen war Justine Otto, sie trug irgendwelche Abendkleidchen und posierte vor ihren eigenen Bildern, ihrem „t-shirt projekt“. Dabei handelt es sich um großformatige Bilder, auf denen junge Mädchen und Jungs im T-Shirt zu sehen sind. Die Gesichter sind in grellen Farben gemalt und bilden einen merkwürdigen Kontrast zu den T-Shirts, auf denen abgeklärte Sprüche gedruckt sind, die den Bildern auch ihre Namen gaben: „great minds think”, „alles wird gut” oder „whatever the fuck I want”.

Ich bin bis heute fasziniert von diesen Bildern, und mein ersten Gedanke war damals: „Wow, so kann man Kinder also auch darstellen. So gar nicht kitschig.“ Ich weiß natürlich, dass ich den Bildern von Justine mit dieser banalen Erkenntnis nicht gerecht werde. Aber von dem Moment an wusste ich: Das will ich auch versuchen. Nun malt Justine in Öl, also bin ich los und hab mir aus dem erstbesten Baumarkt ein paar Tuben Ölfarbe gekauft. Typisches Anfängerverhalten eben. Zu Hause hab ich mich dann gewundert, warum die Farben nicht so schön fließen, wie es auf Justines Bildern zu sehen ist. Und mit Wasser ließen sich die Farben irgendwie nicht strecken … Es hat dann eine ganze Weile gedauert, bis ich mir den Umgang mit Ölfarben angelesen, angeeignet und zeigen gelassen habe. Und selbst jetzt, 2 Meter Bücher, ein Malstudium und diverse Unterrichtsstunden später, bin ich noch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber meine Begeisterung für die Malerei ist ungebrochen.

Wie hat sich deine Malerei seitdem entwickelt?

Ich habe versucht, meinen eigenen Stil zu entwickeln – ein ganz logischer Prozess eben. Dabei bin ich bei einer sehr detailreichen, genauen Malerei hängengeblieben. Ich bewundere den groben, freien Strich, den viele Künstler beherrschen. Aber mein Metier ist eher das Penible.

Was treibt dich an, dich an ein neues Werk zu machen?

Inspiration. Wenn ich eine neue Perspektive entdecke, einen neuen Lichteinfall, eine Farbvariation, dann juckt es in den Fingern und ich setze das Gesehene malerisch um.

Wasser und Badende haben es dir angetan, richtig?

Im Vordergrund steht das Wasser.

Was magst du an den Sujets?

Wasser fasziniert mich. Es hat keine eigene Farbe und ist doch sichtbar. Es kann beruhigend und ausgleichend, aber auch wild und unberechenbar sein. Wasser wirkt leicht und flüchtig, besitzt aber eine enorme Kraft. Diese Gegensätze beeindrucken mich. Außerdem bricht Wasser das Licht und bildet die schönsten Reflexe und Spiegelungen zu einer komplexen Ästhetik, die in der Realität nicht reproduzierbar ist. Die Malerei hingegen kennt diese Grenze nicht, und so halten meine Arbeiten genau diese flüchtigen Momente fest.

Dir gelingt es, Wasser auf erstaunlich realistische Weise darzustellen. Magst du uns eine künstlerische Erkenntnis verraten, die du beim Malen von Wasser gewonnen hast?

Genaues Hinsehen ist alles.

Wie viel Zeit verbringst du eigentlich in Schwimmbädern und an Stränden?

An Stränden maximal ein paar Tage im Jahr, in der klassischen Urlaubszeit. Im Schwimmbad bin ich mehrmals wöchentlich.

An welchem Ort arbeitest du normalerweise und wie hast du dich dort eingerichtet?

Ich habe mir zu Hause ein Kelleratelier eingerichtet. Das ist – wie sollte es anders sein – genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.

Was brauchst du außerdem, um gut an deiner Kunst zu arbeiten?

Zeit.

Wie strukturiert arbeitest du?

Sehr strukturiert. Ich erarbeite erst das Motiv, oftmals mithilfe des Rechners. Verändere Bildausschnitte, Farben, vielleicht ein paar Details. Erst danach geht's an die Leinwand.

Ölfarbe: Fluch oder Segen?

Ganz klar: Segen. Nur mit der Ölfarbe gelingt es mir, Tiefe, Weichheiten und Farbverläufe zu erzielen.

Bist du ein geduldiger Mensch?

Nein. Aber in der Malerei mit Ölfarbe muss ich geduldig sein. Daher sehe ich meine Arbeit als tägliche Herausforderung.

Was macht dir am meisten Spaß an der Kunst?

Kunst im Allgemeinen? Kunst ist bereichernd. Sie kann etwas vermitteln, auf etwas hinweisen, kann unterschiedliche Gefühle hervorrufen und Gegenstand spannender Unterhaltungen sein.

Und was nervt dich manchmal?

Nichts. Was sollte mich an Kunst nerven?

Stell dir bitte mal die ideale Umgebung für deine Bilder vor.

Es gibt nicht DIE ideale Umgebung. Eine Hotellobby kann genauso geeignet sein wie ein modern eingerichtetes Wohnzimmer. Entscheidend ist ausreichend Platz, um einen angemessenen Betrachterabstand gewährleisten zu können.

Gibt es etwas, das du durch Kunst in den Menschen bewegen willst?

Nein, im Gegenteil: Meine Arbeiten haben weder eine tiefere Aussage noch wollen sie auf etwas hinweisen. Mir geht es nur um die Ästhetik. Das klingt oberflächlich und ist auch genau so gewollt. Sehen, betrachten, eintauchen. Genau darum geht es.

Wie reagieren die Menschen denn auf deine Kunst?

Viele sind begeistert, haben aber ein typisches K.-o.-Kriterium: „Das passt nicht zum Sofa.“ Tja, was soll man dazu sagen?

Was machst du, wenn du nicht malst?

Dann gehe ich schwimmen.