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Ulli Kowalke

Künstler aus Hannover, Deutschland

Ulli Kowalke verbringt „nicht mehr Zeit in der Natur als andere“, seine expressive Acrylmalerei speist sich dennoch aus Naturerleben und einem Verständnis des Menschen als Teil der Natur.

 
„Ich schätze die Wunderwerke, die die Natur in all ihren Ausprägungen hervorbringt“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Marcus Windus - www.marcus-windus.de

Interview

Was ist Kunst für dich?

Kunst gehört für mich zum Leben. Unabhängig von der Frage, wie man Kunst definieren kann, bedeutet künstlerische Tätigkeit für mich auch eine Auseinandersetzung mit mir selbst. Wer bin ich, was macht meine Persönlichkeit aus, wie will ich mich ausdrücken? Es geht also bei diesen Fragen um das eigene Reflektieren. Beim Malen selbst geht es zwar nicht ums Denken, aber vorher und hinterher schon. Allerdings ist ein Bild keine Aussage über die gesamte Person, dennoch entsteht immer auch etwas Individuelles.

Erinnere dich bitte mal an deine erste bewusste Begegnung mit der Kunst.

Das finde ich schwer. Ich male seit mehr als 30 Jahren auf Leinwand und habe auch davor einiges gemacht und viele Ausstellungen besucht. Das ist ja immer auch ein Entwicklungsprozess, bei dem es für mich kein festes Datum gibt

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Erste Bilder waren eher gegenständlich, heute sind es mehr abstrahierende Landschaften und Figuren in Beziehungssituationen. Es gibt dabei unterschiedliche Werkgruppen. Neben der Malerei beschäftige ich mich auch mit Zeichnungen, Druckgrafiken und kleinen Objekten.

Gab es einen prägenden Moment für deine heutige Malerei?

Nein. Aber ich habe nach vielen Studienseminaren noch ein sechssemestriges Studium an der Europäischen Kunstakademie absolviert, das einen eigenen Stil gefördert hat. Und die Beschäftigung mit der Kunstgeschichte und wichtigen Künstlern hat einen nicht geringen Einfluss. Von den Künstlern der Moderne haben für mich Henri Matisse und Max Beckmann eine hohe Bedeutung. Von den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern sind es u. a. Peter Doig, Per Kirkeby, John Baldessari oder Corinne Wasmuht.

Mit welchen Mitteln und Werkzeugen malst du meistens – und was schätzt du an ihnen?

Überwiegend ist es Acrylfarbe auf Leinwand, manchmal auch Ei-Tempera, selten bislang Öl. An Acryl schätze ich die schnelle Trocknungszeit. Teilweise setze ich auch Neopastellstifte ein.

Hast du Lieblingsfarben?

Keine bestimmten. Ich liebe es farblich expressiv. Ich male gern Nass in Nass, sodass sich viele Vermischungen ergeben.

Welche stetigen Quellen der Inspiration nutzt du?

Ich habe einen großen Fundus an Fotos, zum Teil eigene, die ich auf Spaziergängen usw. geschossen habe, und viele andere, die mich in Zeitschriften oder im Netz angesprochen haben. Inspirierend sind aber häufig auch Ausstellungen oder Museumsbesuche. Und woher kommen sonst generell Impulse? Was ist von eigenem Erleben geprägt, welchen Anteil hat auch das Unterbewusstsein, was steuert den Malprozess? Das sind ja auch Aspekte, die man im Zusammenhang mit Quellen sehen kann.

Viele deiner Werke sind Naturmotive. Verbringst du viel Zeit draußen?

Ich vermute, nicht mehr als andere. Ich schätze aber die Wunderwerke, die die Natur in all ihren Ausprägungen hervorbringt. Und Natur hat für mich schon eine besondere Bedeutung. Leider gibt es in unserer Gesellschaft ein verbreitetes Grundverständnis, dass man die Natur beherrschen muss, sie immer weiter ausbeuten kann, um zu einer immer weiteren Entwicklung zu kommen. Dabei wird verkannt, dass wir als Menschen Teil der Natur, des Gesamtsystems sind. Die Folgen dieser falschen Sichtweise kann man an vielen Stellen erkennen, vom Insektensterben bis hin zum Überheizen des Klimas. Viele sehen nicht, dass wir keinen Planeten B haben.

Skizzierst du oder wie behältst du die Dinge, die dich inspirieren?

Teilweise mit Skizzen und Notizen, überwiegend mit Fotos.

An welchem Ort malst du?

Im Atelier in Hannover, im Sommer auch mal im Gartenhäuschen am Steinhuder Meer.

Wie sieht es dort aus und wie richtest du dich ein, um gut malen zu können?

Geordnete Farben, viele Pinsel, zwei Staffeleien, Keilrahmen und Leinwand zum Selbstaufziehen, Sessel zum Ausruhen.

Was brauchst du außerdem unbedingt für deine Arbeit?

Konzentration, Ruhe, je nach Phase im Bildprozess Powermusik oder meditative Klänge. Kommunikation mit dem Bild, dann aber auch Distanz zu ihm. Zeitliche Distanz bringt zusätzlich auch innere Distanz. Dabei entdeckt man auch besser, was für einen selbst im Bild nicht stimmt.

Wie beginnst du, wenn du ein neues Bild malst?

Häufig mit Skizzen in verschiedenen Variationen.

Wie reagieren die Menschen auf deine Kunst?

Unterschiedlich, das kommt auf den Betrachtenden an.

Welche Reaktion auf deine Bilder würde dich besonders freuen?

Wenn es eine Auseinandersetzung für den Betrachtenden ermöglicht. Und es eventuell einen Austausch darüber gibt.

Was macht dir Spaß am Malen?

Der Prozess, in dem alles andere drum herum verschwindet. Und die Freude, wenn das Werk dann irgendwann zufriedenstellend beendet werden kann.

Und was nervt dich manchmal?

Störungen im Malprozess.

Was tust du, wenn du nicht malst?

Familie, Freunde, Trommeln in einer Sambagruppe. Und ehrenamtliches Engagement im Vorstand des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen, um einen Beitrag für eine gerechtere Welt zu leisten.