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Be part of the art

Fahr & Perello Farre, Malerei zu zweit

Künstlerinnenduo aus Hamburg, Deutschland

Annegret Fahr und Imma Perelló Farré lassen ihre Farbkompositionen gemeinsam auf der Leinwand entstehen. Wie das kooperative Arbeiten funktioniert, erzählen sie uns im Interview.

 
„Wir arbeiten, ohne Kompromisse zu machen“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sigrun Strangmann, sigrunstrangmann.com

Interview

Warum malt ihr?

Annegret Fahr: Weil ich Malen liebe, weil ich es kann, weil Prozess und Ergebnis aufregend sind.

Imma Perelló Farré: Dazu eine kleine Geschichte: Als Kind bin ich immer im Sommer in unser Sommerhaus gezogen. Der Umzug war jedes Mal ein großes Chaos, sogar die Waschmaschine ist mit umgezogen! Und in diesem Chaos musste ich immer unbedingt malen. Meiner Mutter hat mich dafür gehasst, aber sie hat mir die Stifte und das Papier rausgesucht, denn sie wusste, dass es sein muss.

Wie seid ihr zur Kunst gekommen?

Annegret Fahr: Ich habe schon als Kind mit meinem Großvater gemalt, dann Architektur/Entwurf studiert und immer gemalt und gezeichnet.

Imma Perelló Farré: Der rote Faden in meinem Leben sind Bilder, als Konsumentin, als Wissenschaftlerin, als Produzentin. Es gibt kein Warum, wenn man einfach muss.

Und wie habt ihr euch getroffen?

Imma Perelló Farré: Bei einer Gemeinschaftsausstellung im Jahr 2000. Ich habe nach dieser Ausstellung alle Künstler kontaktiert und zu einem Treffen eingeladen. Das war der Anfang.

Ihr macht „Malerei zu zweit“. Wie geht das? Gleichzeitig? Abwechselnd? Eine spachtelt, eine pinselt? Bitte erzählt mal.

Annegret Fahr: Wir treffen uns im Atelier, mischen aus Farbpigmenten und Bindemittel Farben an, legen zwei Leinwände auf den Boden – und jede von uns fängt auf einer Leinwand an, einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Idee zu formulieren. Irgendwann wird gewechselt – mal recht schnell, mal nach einem längeren Zeitraum – da gibt es keine festen Regeln –, und jede reagiert dann auf das, was sie sieht. Reagieren kann heißen: Übermalen, hervorheben, abwischen, stehenlassen, wegkratzen oder lasieren. Die Farbschichten wachsen an manchen Stellen, manchmal können Leinwände ein ungeheures Gewicht erlangen, anderswo werden ältere Farbschichten wieder hervorgeholt, andere Teile verschwinden für immer – und wieder andere Teile kann man auch nach längeren Dialogprozessen immer noch erahnen.

Trefft ihr Absprachen? Und redet ihr während des Malens?

Imma Perelló Farré: Manchmal ist es sehr still, manchmal sehr lebendig, Absprachen gibt es nur eine: man kann ein Veto einlegen, d.h. ein Bild darf eine halbe Stunde lang nicht verändert werden, danach ist dann alles wieder erlaubt.

Was bewegt euch, ein Bild zu beginnen?

Imma Perelló Farré: Neugier auf das, was auf der weißen Leinwand entstehen wird.

Wann ist ein Bild fertig?

Annegret Fahr: Wenn es nichts mehr zu verändern gibt. Wir sind uns erstaunlicherweise immer einig.

Wo arbeitet ihr und wie habt ihr euch dort eingerichtet?

Imma Perelló Farré: Wir arbeiten in meinem Atelier im Dachgeschoß meines Doppelhauses.

Was braucht ihr außerdem, um gut malen zu können?

Annegret Fahr: Gutes Licht – und Kaffee, Tee, Mut.

Was macht euch am meisten Freude an der Kunst?

Imma Perelló Farré: Arbeiten, ohne Kompromisse zu machen – und sich überraschen lassen.

Und was nervt manchmal?

Annegret Fahr: Wenn nach vielen Arbeitstagen immer noch kein Land in Sicht ist.

Gibt es etwas, das ihr mit eurer Kunst in den Betrachtern bewegen wollt?

Imma Perelló Farré: Dass Betrachter berührt sind.

Fällt es euch schwer, Bilder herzugeben? Wie fühlt sich das an?

Imma Perelló Farré: Nein, dass jemand ein Bild kauft, ist die größte Anerkennung und eine gute Motivation, um weiter zu machen!

Annegret Fahr: Mir geht es ganz genauso – es fühlt sich gut an!

Habt ihr einen künstlerischen Traum, den ihr euch gern erfüllen wollt?

Annegret Fahr: Träume behält man am besten für sich.

Was macht ihr, wenn ihr nicht malt?

Imma Perelló Farré: Kompromisse machen! – Aber nicht nur.