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Be part of the art

Bensen Olsen

Künstler aus Frankfurt am Main, Deutschland

Bensen Olsen ist Street Artist. Mit seiner Reihe #IAMHUMAN, die zumeist Kinder aus aller Welt zeigt, möchte er das Denkmuster des „wir und die anderen“ durchbrechen, Momente der Menschlichkeit erschaffen.

 
„Nächstenliebe kann Berge versetzen“

Impressionen

Interview

Was bedeutet Street Art für dich?

Street Art bedeutet für mich in Kontakt mit meinen Mitmenschen zu treten. Jede Form von Kreativität, die auf „der Straße“ stattfindet ist für mich auch Street Art – Tanz, Musik, Graffiti, Stencils, usw. Andere Menschen an öffentlichen Orten durch die eigene Kunst zu erreichen und dadurch in ihnen etwas auszulösen, das ist für mich Street Art.

Was treibt dich an, zur Spraydose zu greifen?

Ich möchte Menschen mit meinen Arbeiten emotional begegnen und für einen Moment dadurch auch in Ihre Gedankenwelt eintauchen. Der nie still werdende Weltverbesserer in mir sorgt dafür, dass ich ständig über neue Serien und neue Themen für meine Arbeiten nachdenke, sie ausarbeite und letztlich dann umsetze. Mein Ziel ist es nicht Wand-Dekoration zu produzieren, sondern Werke zu schaffen die eine Message transportieren und Raum für Interpretationen geben.

Worum geht es in deiner Reihe #iamhuman, die du bei ARTvergnuegen präsentierst?

In der Serie #iamhuman stecken viele Emotionen. Diese Serie zeigt Menschen, vor allem Kinder, unterschiedlicher Herkunftsländer – eines jedoch haben sie alle gemeinsam: sie sind Mensch! In der aktuellen Zeit begegnen mir leider immer häufiger Menschen, die nur noch Unterschiede sehen. Unterschiedliche Hautfarben, unterschiedliche Herkunftsländer, „wir“ und „die“ heisst es oft. Feindbilder werden geschaffen und vielen Menschen wird damit unrecht getan.Ich möchte mit diesen Werken ein ganz anderes Bild in den Köpfen erzeugen: Freude statt Angst, Liebe statt Hass. Wenn dann ein negatives Gedankenbild auch nur für diesen einen Moment ins Positive gedreht wird, dann ist das ein Moment der Menschlichkeit.

Hast du einige der porträtierten Kinder persönlich getroffen?

Ja, manche Kinder habe ich persönlich getroffen und sie haben mich auf Ihre ganz eigene Art und Weise beeindruckt und inspiriert. Da wäre der kleine Buakaw, der mir auf einer längeren Süd-Ost-Asien Reise begegnet ist. Ich sah ihn eines Abends zufällig im Kreise seiner Familie beim Abendessen. Man könnte sagen, dass sie in recht ärmlichen Verhältnissen lebten. Ihr Esstisch war eine alte Holzplatte, die auf mehreren Steinen lag. Doch Buakaw war sehr fröhlich, er lachte viel, strahlte bis über beide Ohren und schien durchaus glücklich zu sein. Dies zeigte mir wie wenig es manchmal braucht um Dankbarkeit und Glück zu empfinden: eine alte Holzplatte, etwas zu Essen und eine liebevolle Familie.

Zum Thema Verschiedenheit: Wie kommt es deiner Meinung nach vom urmenschlichen „Wir und die anderen“ zur Entstehung von Feindbildern?

Ich denke, dass eben genau diese „wir und die“ Mentalität dazu führt Feindbilder überhaupt erst erschaffen zu können. Wenn dann Personen mit eben dieser Einstellung aus den verschiedensten Gründen nicht das Leben führen, welches sie sich wünschen, dann sind leider eben oft „die Anderen“ daran schuld. Hass hat noch niemandem geholfen, Nächstenliebe hingegen kann Berge versetzen.

Können deine Werke gegen Feindbilder etwas ausrichten?

Ich möchte mit meinen Werken nicht gegen irgendetwas sein, ich möchte Kunst FÜR andere Menschen machen und sie damit inspirieren.

Wie reagieren die Menschen auf deine Kunst?

Unterschiedlich, doch glücklicherweise meistens positiv.

Was bedeutet dir das Feedback von den Betrachtern?

Ich bin ein Mensch, der (leider) sehr viel Wert auf das Feedback Anderer legt. Damit mache ich es mir selbst oft nicht leicht. Ich nehme Feedback immer an, egal ob positiv oder negativ. Wichtig ist mir dabei aber, dass Feedback und Kritik konstruktiv sind. Gleichzeitig sind die Reaktionen anderer Menschen meine Motivations-Quelle. Wenn Menschen begeistert auf mich zukommen und mir schildern, wie ich sie mit meinen Werken erreichen konnte, dann gibt mir das einen regelrechten Motivations-Boost.

Hast du ein Atelier oder eine Basis, wo du deine Kunst machst?

Mein „Atelier“ ist mein zu Hause. So kann ich jederzeit, wenn mir neue Ideen kommen oder ich durch etwas inspiriert werde, zur Spraydose greifen und der Kreativität freien Lauf lassen.

Was ist das für ein Ort – Wie sieht es dort aus? Wie hast du dich eingerichtet?

Es ist ein helles und gemütliches Zimmer in meiner Wohnung. Ein übergroßer und mittlerweile bunt besprühter Banner hängt dort an der Wand, ein Regal voller Spraydosen steht in der Ecke neben dem Fenster, Acrylfarben und Pinsel liegen griffbereit auf einem Sideboard und zum Festhalten neuer Ideen und wechselnder Motivations-Verse, habe ich ein kleines Whiteboard aufgehängt.

Was brauchst du außerdem, um kreativ zu sein?

Ich brauche nicht viel um kreativ zu sein. Oft sind es alltägliche Momente und tolle Ideen kommen meist unverhofft. Kreativität schlummert in jedem Menschen denke ich. Manche schaffen es einfach besser der eigenen Kreativität Gehör zu schenken und diese nach außen zu tragen. Kreativität beginnt oft da, wo rationales Denken und der Drang alles Kontrollieren zu wollen aufhört. Sich fallen zu lassen und in sich reinzuhören – das bedeutet für mich Kreativität.

Was macht dir am meisten Freude an deiner Arbeit?

Am meisten Freude macht es mir, wenn ein Werk am Ende das transportiert was anfangs als unscharfes Bild in meinem Kopf entstanden war. Dieser Moment ist mein persönlicher Flash, ich spüre dann das Adrenalin durch meinen Körper schießen und erlebe echte Glücksmomente.

Und was nervt manchmal?

Dass ein Tag nur 24 Stunden und ein Wochenende nur 2 Tage hat.

Wie ist eigentlich der Name Bensen Olsen entstanden? Klingt norddeutsch...

Der Name ist eine Mischung aus meinem Spitznamen „Bensen“ und einer Abwandlung meines Nachnamens. So wurde aus Benjamin Olschewsky der Künstler Bensen Olsen – klingt doch auch einfach irgendwie mehr nach Leinwand und Farbe, oder?!

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Ich bin Projektmanager in einer Event-Agentur und studiere nebenberuflich Marketing in Frankfurt am Main. Wenn wir die Kunst hier noch dazu nehmen, dann ist das oft ein riesiger Spagat zwischen all den parallel laufenden Projekten. Trotzdem versuche ich auch immer viel Zeit für meine Familie und die wichtigsten Menschen in meinem Leben zu haben – sie sind mein Anker und meine Heimat.