Top
Kundenbereich schließen

Willkommen im Kundenbereich

Melde dich mit deinen Zugangsdaten an.

  • Unikate & limitierte Sondereditionen
  • Exklusive Kundenevents
  • Lieblingsartikel merken
  • Bestellungen & Daten verwalten
Be part of the art

Ilona Schmidt

Malerin und Bildhauerin aus Hamburg

Ilona Schmidt ist Bildhauerin und Malerin und kommt aus Hamburg. Routine ist für sie das Schlimmste, deshalb lässt sie sich auch in keine Schublade stecken. Die Künstlerin arbeitet mit den verschiedensten Materialien, sie fertigt zum Beispiel Skulpturen aus einem Papiergemisch.

 
„Ich brauche meine Kunst wie die Luft zum Atmen.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Sigrun Strangmann, www.sigrunstrangmann.com

Interview

Ilona, wie bist du zur Kunst gekommen?

Eigentlich ist die Kunst eher zu mir gekommen, sie war eines Tages einfach da und hat mich mit Haut und Haaren gefressen. Ich habe erst mit der Bildhauerei gestartet, die Malerei kam ein paar Jahre später.

Deine Arbeitsweise ist geprägt vom Fühlen, Sehen und Spüren. Erkläre uns das einmal genauer.

Es ist das, was ich in dem Moment in das Werk einbringe. Ich fühle etwas und verewige es dann.

Hast du ein Beispiel?

Zum Beispiel der Gedankenkäfig, der hier hängt, oder das Werk „Ausgebrannt“. Da sieht man ganz deutlich, dass da ganz viele Emotionen drinstecken.

Du bist Malerin und Bildhauerin. Wenn du dich entscheiden müsstest, wofür würdest du dich entscheiden?

Ich kann mich nicht für eins von beiden entscheiden. ich habe auch schon eine Fotoserie gemacht. Wenn ich eine Idee habe, nehme ich das Medium, das sich am besten dafür eignet. Und wenn ich dafür einen Stein behauen oder einen Fotoapparat nehmen müsste, dann wäre das okay. Ich kann mich nicht entscheiden und festlegen.

Entstehen deine Werke spontan?

An manchen Tagen habe ich zunächst eine Idee, manchmal entstehen Werke aber auch spontan. Ich setze auch gerne aktuelle Themen um, die mich bewegen.

Du arbeitest mit den verschiedensten Materialien und Techniken. Hast du dennoch ein Lieblingsmaterial und eine bevorzugte Technik?

Eigentlich nicht. Aktuell fertige ich Figuren aus Papier. Ich finde das total spannend und es steht mir unbegrenzt zur Verfügung. Ein Beispiel wäre, dass ich meine alten Rechnungen schredder und daraus Figuren mache, das finde ich super (lacht).

Wie funktioniert das mit dem Papier?

Ich stelle aus Papier und anderen Zutaten eine Masse zum Verarbeiten her.

Geheime Zutaten?

Ja klar, ein Koch verrät ja auch seine Rezepte nicht (lacht). Ich habe lange experimentiert, um das so hinzubekommen, auch die Stabilität. Ich finde das Material ganz toll, ich bin in der Größe nicht begrenzt. Gerne arbeite ich auch Fundstücke mit in die Skulpturen ein. Alten Materialien neues Leben einzuhauchen, das finde ich total spannend.

Gibt es ein Werk, das dich so sehr fasziniert, dass du es nicht verkaufen würdest?

(Seufzt) Ja, eigentlich der Kopf „Vergänglichkeit“. Irgendwie fällt es mir bei vielen Werken schwer, sie zu verkaufen. Die sind mit so viel Herzblut entstanden. Aber platztechnisch kommt man ja auch irgendwann an seine Grenzen. (lacht)

Die schönste Reaktion auf deine Kunst?

Ich finde alle Reaktionen schön. Es hat mal jemand gesagt: „Kunst ist, wenn das Auge die Seele berührt“. Das finde ich auch. Und wenn jemand von meiner Kunst berührt ist, dann ist das eine wunderbare Reaktion. Die beste Reaktion war im Sommer diesen Jahres. Unser Sohn ist ausgezogen in seine erste eigene Wohnung und hat gesagt „Mama, das Bild, das möchte ich unbedingt haben, das finde ich so toll.“ Er hat das in seine 1-Zimmer-Wohnung gehängt und da ging mir richtig das Herz auf. Mein Sohn ist ein sehr kritischer Mensch und ich hätte nie gedacht, dass er sich mal was hinhängt von mir.

Wie viel Zeit widmest du der Kunst?

Alle Zeit, die ich habe. Ich brauche das, denn ich ziehe ganz viel Energie aus meiner Kunst.

Gibt es Künstler, die du bewunderst? Welche?

Da gibt es viele. Ich muss ein Werk sehen und das muss mich berühren – egal ob von einem bekannten Maler oder einem jungen Künstler. Es muss etwas in mir auslösen.

Kannst du dir auch vorstellen, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten?

Projektbezogen sicherlich, aber generell eigentlich nicht. Ich brauche meinen eigenen Raum. Wenn ich alleine arbeite, kann ich mich innerhalb von 5 Minuten umstellen und plötzlich was ganz anderes machen, ich bin da recht schwierig für andere Leute. (lacht)

Wie würdest du deinen Kunststil beschreiben?

Ich denke, von allem was. Ich lasse mich schwer einordnen. Ich hasse jegliche Routine, ich würde eingehen, wenn ich nur noch eine Sache machen würde, also einen Stil.

Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten?

Ich liebe Materialmix. Ich arbeite gern mit Modelliermasse, Ton, Papier, auf Leinwand arbeite ich mit Acryl, aber auch mit Öl. Für Öl bin ich aber zu ungeduldig.

Gibt es neben deinem Atelier noch andere Orte, an denen du gerne malst?

Manchmal im Sommer auf der Terrasse, aber größtenteils hier.

Was inspiriert dich?

Das Leben an sich. Der Mensch mit all seinen Facetten. Eigentlich alles. Aber mein Hauptthema ist eigentlich der Mensch mit seiner Verbindung zur Innen- und Außenwelt. Ich denke, die Außenwelt habe ich bisher gut dargestellt, jetzt bin ich etwas mehr im Innern angekommen. Deswegen werde ich wohl auch immer abstrakter.

Wann ist ein Werk für dich perfekt? Gibt es das perfekte Werk?

Ich liebe alles, was nicht perfekt ist. Wenn ich mit Ton arbeite, modelliere ich erst immer sauber und zerstöre es dann wieder, um diese Oberflächen hinzubekommen. Diese Spuren zu hinterlassen. Es muss einfach eine gewisse Harmonie da sein. Und das spüre ich dann. Ich habe keinen zwingenden Anspruch an Perfektion.

Was bedeutet Kunst für dich?

Ich brauche meine Kunst wie ich auch die Luft zum Atmen oder auch das Essen und Trinken brauche. Neben meiner Familie ist Kunst das Wichtigste für mich.