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Be part of the art

Lukas Frese

Maler aus München

Der Münchner Maler Lukas Frese entschied sich vor Jahren gegen den Punkrock und für die Kunst. Seine Werke beschäftigen sich mit den Themen Stadt, Landschaft und Mensch. Wir sprachen mit ihm über seinen Stil, Motiv-Ideen, konstruktive Kritik und den Flow.

 
„Malerei ist für mich absolut essenziell!“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Yves Krier, www.yveskrier.com

Interview

Was war dein erster Kontakt mit Kunst?

Mein allererster Kontakt mit der Kunst waren Fantasy-Rollenspielbücher, als ich klein war. Das waren Bilder von großen Drachen, Rittern und Schwertern. Das hat mich damals weggehauen. Das waren die ersten Bilder, die mich beeindruckt haben.

Hast du heute ein künstlerisches Vorbild?

Ein Vorbild nicht direkt. Es gibt aber eine Reihe von Künstlern, die mich beeindrucken, und eigentlich sind das alles Zeitgenossen. Das sind dann Farbgebungen, Linienhandhabung oder Themen, da versuche ich einzelne Aspekte aufzugreifen, die mich inspirieren. Aber das wechselt auch. Da gibt es Künstler, die einen beeindrucken, und dann arbeitet man die ab inhaltlich und dann verschwinden die wieder und es kommen die nächsten. Das ist ein Kommen und Gehen.

Wie hast du denn angefangen in deinem Bereich zu arbeiten?

Ich habe eigentlich stur mit dem Bleistift angefangen und habe jahrelang überall wo ich war, ein Skizzenbuch mitgeschleppt und den ganzen Tag gezeichnet, auch in der Schule. Ich hab quasi die Schule verweigert und stattdessen gezeichnet und irgendwann haben sie mich auch einfach zeichnen lassen. Das habe ich einige Jahre gemacht, alles aus der Fantasie, aus dem Kopf gezeichnet. Die Malerei kam erst später, sehr viel später.

Als Zwang von dir, etwas Neues zu machen, oder in Anlehnung an etwas, was du gesehen hattest?

Irgendwie eine Mischung aus beidem. Ich hab schon gedacht, wenn ich tolle Bilder gesehen habe, dass ich das irgendwann auch machen möchte. Da gab es nur immer eine relativ große Kluft zwischen dem Werk und der Vorstellungskraft, dass man das selber machen könnte. Ich hatte dann ein paar Schlüsselbegegnungen mit Künstlern und da habe ich das dann erst zusammengebracht, dass zum Werk auch der Mensch dazu gehört. Dass es greifbare reale Menschen sind. Da hat es dann Klick gemacht. Wenn die das machen, dann kann ich das vielleicht auch. Dann hat es aber noch mal eine Weile gedauert, ich habe dann viele Jahre gar nichts in Sachen Malerei gemacht. Viel Zeit verschwendet, sage ich mal. Irgendwann bin ich dann aber wieder zur Malerei zurückgekehrt.

Könntest du dir vorstellen, dass es wieder einen Weg zurück in eine andere Richtung gibt?

Überhaupt nicht. Gar nicht. Das hat sich stufenweise aufgebaut bei mir. Als der Augenblick kam, wo ich mir gedacht habe, nur in den Tag hineinzuleben bringt nichts, an den Punkt zu kommen hat relativ lange gedauert. Das hat sich hingezogen wie Kaugummi. Da hab ich dann erst mal als Webdesigner gearbeitet, dann hab ich ein paar Semester Design studiert, das Studium abgebrochen, um Illustration und Storyboarding zu machen, und bin dann weitergezogen zur Ölmalerei. Ich war eigentlich immer froh über die Kapitel, die hinter mir liegen. Die Ölmalerei war immer mein Ziel.

Wer sind die Menschen in deinen Porträts?

In den meisten Fällen Freunde und gute Bekannte. Hin und wieder auch Auftragsarbeiten. Aber in erster Linie Menschen, die ich gut kenne. Ich halte es generell mit meinen Motiven so, dass ich nur Dinge male, die mir begegnet sind und die ich selber gesehen habe.

Wie ist deine Reaktion auf Kritik von außen?

Meine Reaktion ist relativ gesund, möchte ich behaupten. Ich versuche das rational anzugehen. Klar sticht es im ersten Moment und die Künstlerseele bäumt sich auf, aber in Wahrheit bekommt man sowohl von Fachkundigen als auch von Laien wertvolles Feedback. Da schaltet man dann den Kopf ein und nimmt es zur Kenntnis. Manchmal wehre ich mich auch entschieden, wenn ich denke, dass es Quatsch ist, aber es gibt mir auf jeden Fall immer viel zu denken.

Hast du Lieblingsthemen in der Malerei?

Eigentlich nicht. Ich bewege mich zwischen mehreren klassischen Themen: Stadtlandschaft, Landschaft, Porträt. Das dekliniere ich reihum durch. Ich male generell das, was mich interessiert, ich bin nicht festgelegt.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Um es knapp zu sagen, ist es zeitgenössischer Realismus mit impressionistischen Einflüssen. Aber ich halte nicht krampfhaft an einem Duktus fest. Der Stil ergibt sich beim Malen.

Hast du schon mal Werke von dir selbst zerstört?

Ja. (lacht) Aber in den meisten Fällen zerstöre ich sie nicht wirklich, ich stelle sie nur in eine Ecke und dort verstauben sie dann.

Arbeitest du in Arbeitszyklen, in denen du dich über eine längere Zeit mit bestimmten Themen beschäftigst?

Ich knie mich schon öfter in bestimmte Themen rein. Wenn ich beschließe, jetzt meine Stadt ins Auge zu nehmen und zu porträtieren, dann entstehen daraus schon mehrere Bilder in Serie. Wenn man in die Materie eintaucht, dauert es immer ein bisschen. Ich mache es dann so lange, bis mir das Thema fad wird, dann springe ich ins nächste Thema.

Gibt es ein Thema, das du bevorzugst?

Nein, sobald mich ein Thema anlacht, versuche ich es malerisch zu durchdringen.

Ist das für dich inzwischen harte Arbeit?

Es ist immer harte Arbeit. An einem normalen Tag, an dem ich arbeite, schleiche ich die ersten zwei,drei Stunden immer nur um die Leinwand rum. Da trinke ich viel Kaffee und rauche viele Zigaretten und wenn ich dann all meinen Mut zusammennehme, dann tauche ich da ein.

Kennst du auch diesen Flow, in dem du am liebsten gar nicht mehr aufhören würdest?

Den gibt es schon, aber der ist auch begrenzt, weil es mich wirklich anstrengt zu malen. Das Malen ist auch immer ein Stück weit Kampf. Während ich male, denke ich mir auch 90% der Zeit „Oh Gott oh Gott, was wird das? Ich fasse nie wieder einen Pinsel an!“, und dann gibt es den Moment, in dem es anfängt sich zusammenzusetzen, das Bild. Inzwischen weiß ich, dass man auf diesen Augenblick geduldig warten muss. Und dann kommt der Flow. (lächelt)

Liegt die Kunst bei dir in der Familie?

Mein Vater hat viele Jahre Aquarelle gemalt. Er ist auch ein guter Zeichner. Der hat mich schon inspiriert.

Hat das Vaterwerden den Blick auf deine Arbeit verändert?

Es hat mich auf jeden Fall diszipliniert. Ich bin eigentlich kein sehr disziplinierter Mensch, aber das wurde jetzt geändert, die wenige kostbare Zeit, die man hat, muss jetzt einfach besser genutzt werden. Und man will ja irgendwann auch zu den Leuten gehören, die das eigene Kind inspirieren.

Kannst du dich leicht von deinen Arbeiten trennen?

Absolut. Bilder, die mich verlassen, schmerzen mich eigentlich gar nicht. Es war mal anders. Aber ein gutes Rezept dagegen ist, eine hohe Schlagzahl an Bildern zu produzieren. Sodass das einzelne Bild in der Masse untergeht. Es gibt einzelne Motive, die für mich eine stärkere emotionale Bindung haben als andere. Ganz selten auch mal eins, das ich gar nicht verkaufe. Aber generell dürfen die alle gehen!

Du hast auch noch andere Talente, wie zum Beispiel die Musik.

Ja, ich habe viele Jahre klassisch Klavier gespielt und in vielen Bands gesungen. Irgendwann stand ich tatsächlich vor der Wahl, ob ich jetzt eine musikalische Karriere anstrebe oder eine künstlerische. Ich hab der bildenden Kunst dann die Vorfahrt gegeben.