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Be part of the art

Bea Garding-Schubert

Künstlerin aus Nienburg

Bea Garding-Schubert beschäftigt sich in ihren Werken mit dem Thema Zeit. Von der Vergangenheit über die Gegenwart und Zukunft bis zur Vergänglichkeit, Endlichkeit und Unendlichkeit. Sie arbeitet immer an Themen, die sie bewegen, stellt Fragen und recherchiert im Vorfeld. Erst wenn sie voll und ganz ins Thema eingetaucht ist, fängt die Künstlerin an mit Malgrund, Materialien und Farben zu experimentieren.

 
„Was immer du auch tust, mache es mit Leidenschaft oder gar nicht.“

Impressionen

Interview

Wie bist du zur Kunst gekommen und wann?

Das ist sehr früh passiert. Ich war als Kind viel allein. Meine Eltern gaben mir Zeichenblock, Buntstifte und Farben, und damit beschäftigte ich mich stundenlang. Für mich gab es immer nur eins: Kunst.

Du warst auf der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Hast du in der Zeit bereits deinen Stil gefunden oder erst noch ein wenig herum experimentiert?

In Braunschweig wurde zu der Zeit die Künstlergruppe „Das weiße Pferd“ um Hermann Albert und Andreas Weishaupt gegründet. Damit konnte ich mich keineswegs identifizieren. Es war für mich eine Zeit der Suche nach meinem eigenen Weg.

8 Jahre bist du um die Welt gereist. Finden sich in deiner Kunst Eindrücke aus dieser Zeit wieder?

Leben ist Reisen. Selbst wenn wir uns nicht räumlich fortbewegen, reisen wir und verändern uns stetig. Ich reiste 8 Jahre lang unter Extrembedingungen bewusst ohne Fotoapparat um die Welt. Ich hielt alles zeichnerisch und schriftlich in Reisetagebüchern fest. Entscheidend ist jedoch meine Einstellung zum Leben, die in dieser Zeit geprägt wurde: Was immer du auch tust, mache es mit Leidenschaft oder gar nicht. Folge nicht ausgetrampelten Pfaden! Und: Gib niemals auf!

Du hast außerdem über 20 Jahre in Spanien gelebt. Hast du dort auch gemalt?

Ja, das stimmt. Auf den Kanaren war ich Mitglied der Künstlergemeinschaft Artissimo. Ich habe durch die Ausstellungen und künstlerischen Projekte auf den Kanarischen Inseln Kontakte in die USA, nach Tschechien, Österreich und Deutschland knüpfen können und dadurch auch außerhalb Spaniens ausgestellt. Nach 11 Jahren La Palma bin ich dann nach Mallorca umgezogen. Auf Mallorca pulsiert das kulturelle Leben, anderseits bietet die Insel auch die Möglichkeit, sich in die Abgeschiedenheit zurückzuziehen. Beides war mir wichtig.

Wie entstehen deine Bilder?

Ich arbeite an Themen, die mich bewegen. Ich stelle Fragen, recherchiere und beziehe Stellung. Erst wenn ich mich thematisch nicht mehr auf Glatteis bewege, kann ich mit Malgrund, Materialien und Farben experimentieren. Während des Malprozesses greife ich auf mein Sammelsurium von gefundenen Materialien zurück, die ich direkt verwende oder als Schablone benutze. Ich liebe das Schablonieren. Ich arbeite meist an mehreren Bildern parallel. Ich versuche in jedem Moment offen zu bleiben für eine Überraschung, die sich ergibt.

Hast du ein übergreifendes Thema für deine Werke?

Was mich bereits über Jahrzehnte beschäftigt, ist das Thema Zeit: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Vergänglichkeit, Endlichkeit und Unendlichkeit. Und natürlich der Augenblick – der das Wichtigste ist.

Hast du künstlerische Vorbilder?

Ich liebe den Minimalismus und die Ausdruckskraft von Mark Rothko und den kreativen Umgang mit Materialien von Robert Rauschenberg.

Gibt es ein Erlebnis, das dich und deine Kunst besonders geprägt hat?

Ich denke, es ist der Verlust mir nahestehender Menschen. Der Tod taucht in meinen Bildern immer wieder in unterschiedlicher Form und Farbe auf. Er steht aber nie für Trostlosigkeit. Meine Bilder haben immer eine hoffnungsvolle Intention.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich lasse mich ungern auf einen Stil festlegen. Für mich ist immer entscheidend, ob meine stilistischen Mittel zum ersehnten Ausdruck gelangen. In meinen Acrylbildern bewege ich mich gern im abstrakten Expressionismus, baue aber Figuratives ein. Der Betrachter sieht das meist erst auf den zweiten Blick. Er muss sich nähern und genau hinschauen, um die ganze Geschichte zu verstehen. Figurativ arbeite ich bei der Rust Art. Ich lasse Eisenplatten oxidieren und verarbeite darauf Aktzeichnungen und Alltagsgegenstände. Die fragilen Frauenakte treten in ein Spannungsfeld mit der schweren rostenden Platte. Hier thematisiere ich u.a. die Vergänglichkeit. Bei Cardboard Art geht es auch um den Aspekt Zeit. Ich reiße und schneide Wellpappe, brenne sie an, bemale, zerkratze sie, reiße wieder ab und übermale erneut. Am Ende liegen viele Schichten übereinander.

Woher kommt die Inspiration für deine Bilder?

Was auch immer im Innen und Außen passiert, fließt in meine künstlerische Arbeit ein. Es gibt keine Trennung zwischen Leben und Kunst. Das ist eins.

Machst du deine Kunst nur für dich selbst oder für ein Publikum, dem du eine Message senden willst?

Für mich selbst ist mein künstlerisches Schaffen eine Lebensnotwendigkeit. Ich muss das tun. Ich brenne darauf. Und ich möchte Spuren hinterlassen. Ja, ich habe eine Botschaft.

Sind dir Reaktionen auf deine Kunst wichtig? Und wie gehst du damit um?

Ich finde die Kommunikation mit dem Betrachter sehr wichtig. Ich stelle mich gern dem Gespräch über meine Kunst.

Was bedeutet Kunst in deinem Leben?

Kunst ist ein roter Faden, der sich mitten durch mein Leben zieht. Sie ist mein ständiger Begleiter.

Deine Werke hingen in zahlreichen Ausstellungen, unter anderem auch in San Francisco und New York. Wie sind diese Kooperationen entstanden?

Ich bin kein Künstler, der sich in sein Atelier einschließt, sondern ein kommunikativer und aktiver Mensch. Ausstellungen kommen oft durch persönliche Kontakte und Empfehlungen zustande. Kunstvermarktung gehört zwingend zum Künstlerdasein. Ich arbeite auch gern mit anderen Künstlern an Gemeinschaftsprojekten, woraus sich weitere Kooperationen ergeben. Zudem bin ich Mitglied einer Produzentengalerie.

Gibt es zukünftige Projekte, von denen du uns schon erzählen magst?

Ich arbeite gerade gemeinsam mit einer Künstlerin am Projekt „Open world“. Dabei beschäftigen wir uns mit dem Thema Flüchtlingskrise und den derzeitigen Veränderungen in der Gesellschaft. Dafür arbeite ich sowohl an Tafelbildern als auch an Installationen. Ich bin in der Flüchtlingshilfe aktiv und möchte damit einen Beitrag leisten. Ein künstlerisches Projekt in der Kirche ist für 2017 in Arbeit. Zudem sind die Teilnahme an der Kunstmesse Salon de Barcelona im Espacio21 und Ausstellungen in Barcelona und Berlin in Planung.