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Be part of the art

Heiko Mattausch

Maler aus Leipzig

Heiko Mattausch lebt in Leipzig und malt häufig Straßenszenen. Da er meist im Atelier arbeitet, malt er nach Skizzen und Fotos, die er an Ort und Stelle macht. Wir sprachen mit ihm über seinen Werdegang, seine Motive und seine Zukunft.

 
„Ich sehe etwas und kann es kaum erwarten, dies in ein Bild zu übersetzen.“

Impressionen

 

Fotografien von Lilou- Galerie des Lebens (http://galerie-lilou.de/) und Marcel Schneeberg (http://www.derbildermacher.org).

Interview

Wie ist dein künstlerischer Werdegang?

Ich habe mit 17 Jahren einen Kurs für Malerei und Grafik begonnen, um mich auf den Eignungstest für ein Architekturstudium vorzubereiten. Das war vor 23 Jahren. Seitdem hat mich die Malerei nicht mehr losgelassen. Das Studium habe ich beendet und danach in diesem Beruf in Hamburg gearbeitet. Ich habe in der Freizeit immer gemalt. Die Ergebnisse und – das klingt jetzt ein wenig tragisch – das Unglück, das ich empfand, nur ein paar Stunden pro Woche zu malen, haben mich nicht zufriedengestellt, sodass ich mich 2003 zu einem zweiten Studium entschieden habe. Mit einem Kunst- und Spanischstudium auf Lehramt zunächst noch ein wenig kompromisssuchend, wechselte ich nach meiner Rückkehr aus Spanien in die Malerei. Vor sechs Jahren habe ich mein Diplom in Malerei gemacht. Inzwischen arbeite ich ausschließlich als Maler.

Nenn mir drei Dinge, die dich inspirieren.

Städte, Menschen und Farben.

Womit arbeitest du am liebsten?

Mit Farben.

Anhand deiner Bildermotive erkennt man, dass du viel in Berlin unterwegs bist. Warum lebst du noch in Leipzig?

Ich wohne ja mit einigen Unterbrechungen wieder in Leipzig. Das ist kein Zufall, sondern bewusst gewählt. Die Hauptstadtmetropole empfinde ich gleichzeitig als sehr inspirierend und stressig. Ich fühle mich dort nicht hingehörig. Doch was meine Thematik betrifft, sehe ich immer wieder Dinge, die mich interessieren. In Leipzig fühle ich mich hingegen wohl. Die Stadt ist überschaubar, meine Familie ist hier bzw. meine Eltern in der Nähe. In Berlin ist man schnell. Dort selbst ist man gern mal eine Stunde unterwegs, um von A nach B zu kommen. In der Zwischenzeit hat man nichts getan, außer dass man gefahren ist. Passiert das mehrmals die Woche, vergeht echt viel Zeit. Diese Zeit, nichts zu tun, habe ich leider nicht. Berlin ist für mich ein wunderbar sehenswerter Ort, um Dinge der Superlative zu erleben: Menschen aller Couleur, Konsum, Tourismus, urbanen Raum. Das ist nicht immer gut. Ich sehe das mit einer gewissen Sensationsgier, weil es mich wie gesagt unheimlich für meine Arbeit stimuliert. Dann gehe ich wie ein kleines Kind mit großen Augen durch die Stadt, nur dass ich nicht fotografiere, was der typische Berlinbesucher aufnimmt. Mich verwundert immer wieder, wie eine derart riesige Stadt funktionieren kann. Ich gucke in die Stadtteile und ins Detail: Auf den Penner, die Freaks, Hipster und in schmutzige Ecken, nicht in Schaufenster oder auf Monumente. Das interessiert mich nicht.

Malst du die Straßenmalerei vor Ort oder vom Foto?

In diesem Kontext ist das ein lustiges Wort, weil ich darunter eigentlich etwas anderes verstehe. Ich würde „Plein-Air-Malerei“ bevorzugen, die ihren Ursprung bei den französischen Impressionisten hat und inzwischen auf den urbanen Raum ausgedehnt wurde. In Amerika ist das eine große Mode. Nun bin ich kein Plein-Air-, sondern Ateliermaler, arbeite selten vor Ort. Das bleibt also die Ausnahme, meistens male ich nach Skizzen und Fotos, die ich an Ort und Stelle mache. Manchmal ist ein Eindruck so flüchtig, dass ich zu langsam mit dem Kamera bin oder gerade keine dabei habe. In diesem Fall versuche ich, solange die Erinnerung noch frisch ist, zu Hause eine Skizze zu machen, anhand derer ich später die Malerei reproduzieren kann. Meistens habe ich ja auch keinen Skizzenblock dabei. Das passiert im ungünstigsten Fall. Im Bestfall ist mein Handy dabei. Ich mache mehrere Vorlagen. Diese sind auch notwendig, um ein Bild zu malen, da ich viel verändere.

Wie triffst du die Entscheidung für deine Motivwahl?

Das ist Gefühlssache bzw. worauf ich gerade am meisten Lust habe. Meistens passiert Folgendes: Ich sehe etwas und kann es kaum erwarten, dies in ein Bild zu übersetzen.

Du stellst mehrmals wöchentlich Fotos auf deinem Blog in der Rubrik „Weekly Wonder“ online, bitte erklär mir dieses Projekt.

Meine „Weekly Wonder“ sind eine Art gemalte Chronik. Sie sind einerseits eigenständige Bilder und dienen andererseits als Inspirationsquelle für erfundene Bildkompositionen. Diese wöchentlichen Stadtbilder und im Grunde auch die Porträtzeichnungen sind ein Mittel, das ich im Zusammenhang mit meinen thematischen Arbeiten brauche. Meine Bildkompositionen sind mittlere und große Formate. Die Stadtbilder sind alle in kleineren Formaten ausgeführt. Das garantiert mir ein schnelles Arbeiten. Meistens sind es Ölmalereien. Viele dieser Bilder sind Details aus dem Leipziger Raum, da hier mein Lebensmittelpunkt ist. Auf Reisen wie nach Berlin, Hamburg oder in andere nationale und internationale Städte nehme ich natürlich ebenso Eindrücke mit, die ich später als Bild male.

Du bist in der 20.000-Einwohner-Kleinstadt Döbeln aufgewachsen, wie hat dies deine Kunst beeinflusst?

Viele Dinge stecken ja in einem drin, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Mit Sicherheit hat mich diese Zeit geprägt und hat ihre Auswirkungen bis heute. Meine Eltern wohnen da, und das ländliche Umfeld genieße ich. Es ist sehr schön dort. Früher habe ich die Landschaft gemalt. Heute schiele ich mehr auf die malerischen Angebote einer Großstadt.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Erst mal bekannt werden, das halte ich für ein in 10 Jahren erreichbares Ziel. Und danach berühmt, idealerweise zu Lebzeiten. (lacht)