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Be part of the art

Theresa Lambrecht

Künstlerin aus Berlin

Theresa Lambrecht erschafft digitale Kunst und Fotocollagen. Ihre Werke sind Stationen auf der Strecke zwischen Realität und Fantasie, Reisen in eine Zwischenwelt. In ihren Fotografien ist der Grad der Veränderung häufig nur spürbar aber nicht im Detail zu benennen. Wir sprechen mit der Künstlerin über die Entstehung ihrer Werke und die Rolle des Betrachters.

 
„Meine Werke nehmen den Betrachter mit auf eine Reise“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Denis van Deesen, www.denisevandeesen.com

Interview

Was ist Kunst für dich?

Kunst bedeutet in meinem Fall die Entfaltung von Dingen, die in mir stecken. Es ist ein Gefühl, das ich mit verschiedenen Medien auf verschiedene Art und Weise zum Ausdruck bringe. Kunst ist aber auch die Vermittlung von Inspiration, von Schönheit und Vielfalt. Kunst ist Freude.

Auf der anderen Seite ist Kunst auch immer abhängig vom entsprechenden Kontext und natürlich vom Betrachtungswinkel. Kunst ist immer ein Zwiespalt zwischen Schönheit und Aussage. Für mich ist Kunst immer Inspiration. Einerseits für mich beim Schaffen meiner Werke. Auf der anderen Seite auch für den Betrachter, den ich gerne inspirieren möchte.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Kunst war und ist schon immer ein Thema in unserer Familie. Schon mein Urgroßvater war Maler. Er schuf klassische Porträts und Stillleben. Ich selber habe erst in Graz die Meisterklasse für Malerei und Fotografie besucht und dort studiert. Später habe ich dann noch Kommunikationsdesign studiert, um auch einen Bezug zur Praxis zu bekommen und dadurch meinen eigenen Stil zu verstärken.

Wie nennst du deinen Stil?

Eine richtige Bezeichnung dafür habe ich nicht. Eigentlich ist mir die Bezeichnung dafür auch nicht so wichtig, aber ich bin mir dessen bewusst, dass wir in einer Welt leben, in der eine gewisse Orientierung durchaus hilfreich sein kann. Da macht die Kunstwelt keine Ausnahme. Ich selbst würde es als Pattern Art bezeichnen. Meine Werke basieren auf realistischer Fotografie. Jedoch entwickle ich den künstlerischen Raum dieser Fotografien weiter. Es entstehen Kompositionen, die in der Zwischenwelt aus Realität und Fiktion zu Hause sind.

Wie entstehen deine Bilder?

Ich lasse mich gern von fernen Orten inspirieren. Dabei suche ich nicht direkt nach Material, sondern lasse mich eher fallen. Das ist wie eine Verschmelzung mit gewissen Situationen. Diese versuche ich fotografisch einzufangen. Aber auch Stimmungen, Geräusche und Gerüche sind essenzielle Bestandteile für die künstlerische Transformation. Manchmal muss ich aber auch „unorthodox“ vorgehen, z.B. für mein Werk „Deep Sea Diver“. Hierbei waren die Barten von Walen meine Inspiration. Leider bekomme ich nicht jeden Tag einen Wal vor die Linse, sodass ich durch den Besuch im Meeresmuseum an entsprechendes authentisches Material gekommen bin.

Deine Fotocollagen haben sehr unterschiedliche Motive. Woher nimmst du die Inspiration für deine Bilder?

Wie bereits gesagt sind es vor allem Reisen, die mir entsprechende Inspiration geben. In der Welt gibt es noch so viel zu entdecken, dass ich mich bei meiner Motivwahl auch nicht einschränken möchte.

Handelt es sich bei der Serie „Small Houses in Portugal“ auch um Collagen? Die Bilder sehen so echt aus.

Ja in der Tat, du hast vollkommen recht. Bei dieser Serie war ich sehr fasziniert von der Abgeschiedenheit der Region, und dann sind dort diese Häuser, die auch immer ein Zeichen für Leben und Zivilisation sind. Das wollte ich in diesem Fall auch so verarbeiten. Ich habe natürlich noch ein wenig mit dem digitalen Pinsel gearbeitet, aber in diesem Fall ist weniger einfach mehr.

An welchem Ort erschaffst du deine Kunstwerke – und welche Umgebung brauchst du dafür?

Der Ort spielt dabei für mich keine große Rolle. Die wichtigste Arbeit ist das Sammeln von Eindrücken, und dafür muss ich immer vor die Tür gehen. Manchmal nur um die Ecke und manchmal an einen Ort auf der anderen Seite der Welt.

Beschreibe bitte einmal den idealen Ort.

Ein Atelier mit Blick auf das Meer und von Natur umgeben. Das ist mein persönlicher idealer Ort.

Was bedeutet dir die Reaktion der Betrachter?

Kunst macht Freude, und das möchte ich mit meinen Werken transportieren. Sie polarisieren vielleicht weniger, als das bei anderen Künstlern der Fall ist. Aber sie nehmen den Betrachter immer mit auf eine Reise. Und wie das mit Reisen so ist, erzählt dir jeder, der wieder zurückkommt, eine ganz andere Geschichte. Aber diese Geschichten bekomme ich immer von meinem Publikum, und das ist mir wichtig, denn es zeigt mir, dass meine Werke funktionieren.

Hast du ein Lieblingswerk, auf das du besonders stolz bist?

Ja, ich habe derzeit ein Lieblingswerk, den „Vogelbaum“. Ein Gewirr aus Farben und Geräuschen. Durch dieses Wirrwarr so lebendig, durch den Baum aber auch so geerdet. Toll. Ich mag das Werk sehr und es ist handwerklich auch aufwendig in der Umsetzung gewesen.

Hast du ein Programm oder verfolgst du ein bestimmtes Ziel mit deiner Kunst?

Ja. Ich möchte mit meinen Werken auf die Einzigartigkeit und auf die Vergänglichkeit der Natur aufmerksam machen. Viele meiner Werke zeigen Tiere und Pflanzen, die es vielleicht bald so in der Natur nicht mehr geben wird. Das sollte uns allen zu denken geben! Ich möchte nicht, dass diese Tiere und Pflanzen dann nur noch als Werke an der Wand hängen.

Du bist auch Designerin. Beeinflussen sich deine beiden Professionen gegenseitig?

Ja, das tun sie in der Tat. Künstlerische Ausbildung und kommerzielle Erfahrungen schließen sich dabei meiner Meinung nach überhaupt nicht aus. Sie ergänzen sich auf ganz wunderbare Weise. Schon allein die unterschiedlichen Medien bilden hier einen wunderbaren Mix. Eine Mixtur ist für mich immer was Neues und eine Bereicherung.

Hast du Vorbilder?

Aber natürlich. Diese stammen allerdings nicht nur aus den Bereichen Kunst oder Design. Ich finde, es gibt viele wunderbare, kluge und bereichernde Persönlichkeiten im alltäglichen Leben. Ich kann in vielen Menschen etwas finden. Und das kann jeder, der auch bereit und offen ist zuzuhören und andere Meinungen und Sichtweisen zu akzeptieren.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Ich organisiere gerade weitere Ausstellungen für meine Werke, was eine recht zeitintensive Beschäftigung ist und leider auch nicht so viel mit Kreativität zu tun hat. Nach dem Sommer werde ich mich der Schaffung einer neuen Serie widmen. Auch hier wird das Leitthema Natur wieder im Vordergrund stehen. Diesmal aber auch auf eine etwas andere Art. Für 2018 steht noch der Aufbau meiner Mondphaseninstallation an. Hier dreht sich mal die Erde um den Mond. Es ist die einmalige Darstellung eines natürlichen Zyklus. Die Reise geht auf jeden Fall weiter und es bleibt spannend.

Was machst du, wenn du Kunst und Design ruhen lässt?

Dann mache ich auch einfach mal nichts.