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Be part of the art

Martin Rosner

Fotograf aus Regensburg

Der Regensburger Fotograf Martin Rosner entdeckte schon als Kind seine Liebe zur Kunst. Hinter seinen Fotografien stehen gut durchdachte Konzepte. Wir sprachen mit ihm über Vorbilder, die Entstehung seiner Fotos und seine Heimat Regensburg.

 
„Ich lasse mich gerne von der Muse küssen.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Petra Homeier Fotografie, www.petra-homeier.de

Interview

Wann hast du das erste Mal für dich die Fotografie entdeckt?

Das war schon in Kindertagen, z.B. im Urlaub. Wobei es damals schon so war, dass ich für mich den Unterschied entdeckt hab, den Transfer, wie die Wirklichkeit aussieht im Vergleich zu dem, was auf dem Bild dann zu sehen ist. Wie man das umsetzt. Das ist damals, glaube ich, schon gesetzt worden. Eigentlich wollte ich was in Richtung Film machen und um mich darauf vorzubereiten bin ich dann über den vermeintlichen Umweg der Fotografie gegangen. Ich hatte das Glück, an der altehrwürdigen und sehr renommierten „Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie“ in München aufgenommen zu werden und dort eine Ausbildung machen zu dürfen. Hier habe ich erst richtig die Liebe zur Fotografie entdeckt. Zu dieser Zeit war die Fotografie noch handwerklich geprägt. Ich fand es sehr gut, eine solide technische Basis zu haben. Filme zu entwickeln, Vergrößerungen selber zu machen, sich technisch sehr gut auszukennen. Das ist für mich nach wie vor ein wichtiger Aspekt, um substanzielle, künstlerische Arbeiten machen zu können.

Wie bist du dann Künstler geworden?

Obwohl die Lehre an der „Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie“ teils sehr schulisch, sehr klassisch war mit konkreten Fächern wie Landschaftsfotografie, Architekturfotografie, Werbefotografie und so weiter, wurde ein großer Wert auf konzeptionelles Arbeiten gelegt. So konnte jeder seinen Zugang zu künstlerischen Arbeiten für sich entdecken und einen eigenen Bildstil entwickeln – egal ob das jetzt zum Beispiel über Modefotografie oder bildjournalistische Arbeiten erfolgte. Selbstverständlich setzt man sich dabei auch mit Vorgängern auseinander. Diese haben mich in gewisser Weise auch inspiriert und beeinflusst und dann auf den Weg gebracht.

Welche Fotografen würdest du als Vorbilder bezeichnen?

Ich habe ein sehr breites Spektrum an Künstlern und Kunststilen, die mir gefallen. Das geht von den klassischen Fotografen Paul Strand, Ansel Adams, Irving Penn bis hin zu modernen Klassikern wie Steven Shore, Joel Meyerowitz, Ralph Gibson. Sie haben mich bis zu einem gewissen Maß beeinflusst, aber daraus ist meine eigene Bildsprache gewachsen.

Legst du Wert auf Feedback oder machst du die Kunst eher für dich alleine?

Ich würde sagen beides. Es gibt ein paar wenige Personen, deren Urteil ich sehr schätze und wo ich mir gerne auch Feedback hole, jedoch ohne dass meine Arbeit dann nach diesem Geschmack verändert wird. Ich arbeite aber schon gerne im Dialog mit anderen. Und ansonsten mache ich die Bilder gerne für mich. Ich bin dann auch selbstbewusst genug, hier Kritik auszuhalten und durchzuziehen.

Wie ist dein Weg zum fertigen Foto?

Auch wenn viele meiner Bilder so aussehen, als wären sie als Schnappschuss entstanden, steht ein gedankliches Konzept dahinter bei dem die Aufnahmen sorgfältig komponiert sind. Woher das jedoch kommt, ist für mich ganz schwer zu sagen. Ich sehe irgendeine Situation oder eine Szenerie, die mich interessiert. Und dann arbeite ich daran, fahre noch mal an diese Stelle, schaue mir den Ort noch mal genau an. Überlege mir, wie ich es umsetzen möchte, was alles zu erkennen sein soll. Was das Bildkonzept dahinter sein soll. Das ist dann einfach sehr viel Arbeit, gestalterische Arbeit. Bildnerische Arbeit. Konzeptionelle Arbeit. Manchmal ist es auch so, dass ich warten muss, bis das Licht richtig steht. Und ab und zu wird man auch mal von der Muse geküsst.

Was ist deine Vorliebe in der Fotografie? Farbe oder Schwarzweiß?

Das hat eigentlich weniger mit einer Vorliebe zu tun. Es geht eher um die Idee, das Konzept. Die Technik folgt dann dieser Idee. Es gibt so vier, fünf Werkgruppen, an denen ich immer wieder arbeite. Das sind vor allem Räume, mit denen ich mich viel beschäftige, oder aber auch Landformen, die mich interessieren. Dabei arbeite ich sehr fotografisch und versuche das Bild gleich „in der Kamera“ festzulegen. Eine mögliche Bildbearbeitung steht dann ganz im Dienst des Bildkonzepts. Über die Bildbearbeitung völlig neue Bilder zu kreieren, entspricht dabei nicht meiner Arbeitsweise. Natürlich experimentiere ich auch mit neuen Techniken und neuen Bildformen. Ein Langzeitprojekt von mir beschäftigt sich z.B. intensiv mit Bildern, die mit der Handy-Kamera aufgenommen wurden. Letztlich ist es aber nicht die Kamera, die das Bild macht, sondern der Fotograf.

Hast du neben der eigentlichen Tätigkeit als Fotograf noch andere Aufgabenfelder?

Ja, ich bin sehr an der Vermittlung von Fotografie interessiert. Daher bin ich seit mehr als 20 Jahren auch als Dozent für Fotografie bei verschiedenen Bildungseinrichtungen tätig. Das macht mir nach wie vor sehr viel Spaß, vor allem diesen „Aha-Effekt“ bei Menschen zu erleben, die dem klassischen „Wirklichkeits-Dilemma“ der Fotografie auf die Spur gekommen sind. Und sie dann bei der Entwicklung einer eigenen Bildsprache zu begleiten und zu fördern, das ist für mich ebenfalls sehr inspirierend. Aber auch der theoretische Diskurs liegt mir sehr am Herzen und so habe ich einige internationale Workshops in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Regensburg organisiert und zum Beispiel auch das internationale Symposium „echt?jetzt!“ für zeitgenössische Fotografie im Jahr 2012.

Gibt es in deiner Familie Menschen, die auch in diesem Bereich arbeiten?

Leider nein. Ich komme aus einer Kaufmannsfamilie, meine Eltern waren Kaufleute, meine Großeltern auch. Meine Geschwister machen was ganz anderes. Was ich aber von meinen Eltern übernommen habe, ist das Perfektionistische, das genaue Arbeiten und ins Detail gehen. Ob künstlerisch oder in der Ausarbeitung der Bilder, in der Akribie der Bilder. Das ist schon etwas, was mich sehr prägt.

Wie lange arbeitest du an deinen Serien?

Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich, einige Wochen dauert es in jedem Fall. Es gibt auch sehr lange Projekte. 2012 zum Beispiel hab ich eine Langzeitfotoarbeit zum Thema „Jugendliche und Computerspiele“ gemacht, die sich über ein Jahr erstreckt hat. Aber es gibt auch andere Fotoarbeiten, die quasi nie fertig sind, bei denen immer wieder neue Dinge dazukommen.

Bist du in Regensburg aufgewachsen?

Ja. Ich liebe diese Stadt. Während meiner Ausbildungszeit war ich in München an der Fotoschule, dann ein, zwei Jahre bei verschiedenen Fotostudios in München. Danach bin ich ganz bewusst und gerne wieder zurück nach Regensburg gezogen. Regensburg hat eine enorme Lebensqualität und für mich genau die richtige Größe. In den letzten Jahren hat sich auch eine sehr lebendige und interessante Kunstszene entwickelt. Es ist spannend, das zu beobachten und ein Teil davon zu sein.