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Gudrun Siegmund

Malerin aus Ahrensburg

Die Malerin Gudrun Siegmund findet überall Inspirationen für ihre Werke, aber am meisten interessiert sie sich für den Menschen. So zeigen ihre Kunstwerke überwiegend Menschen in ihrem Lebensraum. Als Grundlage für ihre Kunst dienen Fotografien, die sie malerisch verändert.

 
„Mein persönliches Hauptinteresse gilt Menschen.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Asja Caspari, www.asjacaspari.com

Interview

Du hast 1989–94 an der HAW Illustration studiert, inwiefern beeinflusst diese Zeit noch heute deine Arbeit?

Im Studium habe ich Illustration studiert und mich somit damit auseinandergesetzt, wie sprachliche Inhalte in bildhafte Darstellungen übersetzt werden können. Dieser Umwandlungsprozess interessiert mich auch heute noch, wenn ich Inspiration in Gedichten finde und diese malerisch umsetzen möchte oder wenn es darum geht, fotografische Inhalte in einen malerischen Prozess zu implantieren.

Wie bist du zur freien Kunst gekommen?

Schon 1985 hatte ich mich für einen Studienplatz für freie Malerei beworben. Als ich dann 1989 fast wie durch Zufall den Studienplatz für Illustration erhielt, erfüllte sich für mich eine Art Lebenstraum, der für mich losgelöst von kommerziellen Gesichtspunkten endlich die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit verschiedenen künstlerischen Themen und Praktiken bedeutete.

Auf den meisten Bildern sind Menschen das Zentrum der Arbeit. Wo oder wie findest du Inspiration?

Mein persönliches Hauptinteresse gilt Menschen und somit lässt sich auch in meinen Bildern meine Inspiration aus dem ganz konkreten Leben ablesen. Ich fotografiere zum Teil selber Menschen in meinem Lebensraum oder ich finde Fotos aus dem Lebensraum der mich umgebenden Menschen.

Du lebst und arbeitest in Ahrensburg. Deine Bilder sehen jedoch nach Großstadt aus, wie entstehen diese Bildmotive?

Fotos, mit denen ich malerisch arbeiten kann, tragen eine bestimmte Atmosphäre durch den Moment ihrer Entstehung in sich und treten mit mir in eine Art Korrespondenz. Wenn diese Korrespondenz vorhanden ist, wähle ich das Foto aus und setze es manchmal ganz direkt malerisch um oder aber ich verändere es über ein Computerprogramm so weit, dass es noch stärker an den Moment heran kommt, der mein erster Anstoß, Eindruck vom Foto war.

Beschreibe deinen Stil in wenigen Worten.

Durch Verfremdungen, Unschärfe oder surrealistische Elemente entsteht eine Malerei, die im Zusammenhang mit Erinnerungen, Gefühlen oder Vorstellungen steht. Zum Teil weisen die Bilder ganz reale Bezüge auf und könnten doch über die Wahl des Motivs oder die Art der stilistischen Verfremdung ein Fragment des Unterbewusstseins, eines Traums oder einer Erinnerung sein.

Wie kann ich mir deinen Arbeitsprozess vorstellen?

Überwiegend arbeite ich mit Ölfarben auf Leinwand. Die verdünnte Ölfarbe trage ich mit unterschiedlich großen Pinseln auf und ziehe die Farbe dann mit einem breiteren Pinsel zur Seite. Dadurch entsteht auf dem Motiv die von mir gewünschte Unschärfe oder aber der Zusammenhalt im Bild. Das gesamte Motiv durchläuft mehrtägige Überarbeitungsprozesse, bei denen ich das Motiv wie ein Bildhauer konkreter herausarbeite.

Was ist dein Lieblingsmaterial und dein Lieblingsformat?

Meine beiden hauptsächlichen Formate sind 97 cm x 110 cm oder 110 cm x 130 cm.

Könntest du dir etwas anderes vorstellen, das dich ähnlich ausfüllt?

Eine andere Tätigkeit, die mich so ausfüllt wie die Malerei, könnte ich mir nur in einer anderen künstlerischen Praktik, wie z. B. zeichnerisch, skulptural oder Ähnliches vorstellen.

Wie gehst du mit Kritik um? Brauchst oder suchst du den Austausch mit anderen?

Vor Kurzem, bei dem Besuch einer Galeristin in meinem Atelier, ergab sich ein interessantes und auch kritisches Gespräch über meine Arbeit. Ich habe dieses Gespräch aus folgenden Gründen besonders geschätzt: Als Galeristin hat sie aus beruflichen Gründen mit Betrachten und Analysieren von Kunstwerken zu tun und somit damit Übung und Erfahrung. Und dadurch, dass sich im Atelier viele Bilder gleichzeitig nebeneinander betrachten lassen und auf die konkrete Malweise im direkten Vergleich eingegangen werden kann, ergab sich bei mir der interessante Bezug zum Impressionismus in einigen meiner Bilder. Und es konnte sich eine Weiterentwicklung bei später entstandenen Bildern ablesen. Diesen Blick von außen mit neuen Eindrücken vonseiten einer zweiten Person schätze ich sehr und bin dankbar für diese Art von konstruktiver Kritik.

Was ist für dich Kunst? Umgibt sie dich auch in deinen eigenen vier Wänden?

Vor circa 10 Jahren habe ich eine Arbeit der Videokünstlerin und Fotografin Annelies Štrba gekauft. Meine eigene künstlerische Tätigkeit hat sich damals von der informellen Zeichnung zur gegenständlichen Malerei gewandelt und Künstler wie Peter Doig und Annelies Štrba haben mich sehr inspiriert. In meinem persönlichen Lebensraum befindet sich eine Fotoarbeit von Annelies Štrba und eine eigene Arbeit aus dem Jahr 2013.

Du hast schon in Kaliningrad ausgestellt, wohin hat dich deine Kunst sonst noch hingetragen?

Als sich ebenfalls vor 10 Jahren meine persönliche Lebenssituation stark änderte, ergab sich auf fast spirituell zu bezeichnende Weise eine große internationale Ausstellung im Oman bzw. der Hauptstadt Maskat. Das war eine ganz besondere Erfahrung. In der darauffolgenden Zeit habe ich mich zwei Jahre lang durch einen befreundeten Künstler künstlerisch völlig neu orientiert, mich erstmalig grundsätzlich stark mit Malerei auseinandergesetzt und 2008 entstanden dann ganz neue eigene malerische Arbeiten. Seit dieser Zeit hat sich meine malerische Arbeit kontinuierlich fortgesetzt und dabei ebenfalls durchweg verändert. Jetzt habe ich für mich einen malerischen Stil gefunden, der sich immer noch erweitern wird, aber mit dem ich eine gute Arbeitsgrundlage habe.

Gibt es zukünftige Projekte, von denen du uns schon erzählen magst?

Zurzeit arbeite ich an der Planung einer Ausstellung in Algerien, da ich durch die Familie meines Mannes dort einen Lebensraum gefunden habe, in dem ich mich gerne einmal, aufgrund der besonderen Lichtverhältnisse, für einen längeren Arbeitsaufenthalt aufhalten möchte. Es sind in diesem Zusammenhang in der Auseinandersetzung mit Albert Camus schon acht Arbeiten entstanden, die ich dort gerne zeigen möchte und durch dort entstehende neue Bilder gerne ergänzen würde.