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Be part of the art

Michael Rath

Maler, Fotograf und Illustrator aus Düsseldorf

In Michael Rath trifft die Idee des Künstlers das Geschick des Fotografen. Seine Fotografien erinnern an die Malerei der Romantik – und sind doch heutige Orte, zumeist in der Eifel, im rechten Licht fotografiert. Im Interview erzählt er uns, wie seine besonderen Bilder entstehen. Außerdem verrät er uns das bisher schönste Erlebnis mit seiner Kunst – etwas, das wir nicht erraten hätten.

 
„Die Kunst ist nicht nur ein Weg, den man geht, sie ist ein Stück Persönlichkeit, die einem Menschen innewohnt.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.thepixeleye.com

Interview

Wann hast du die Fotografie für dich entdeckt?

Wenn man vom Bild fasziniert ist, von den Möglichkeiten, Augenblicke, Eindrücke oder gar Erzählungen festzuhalten, landet man zwangsläufig beim ersten Fotoapparat. Bei mir lagen die Anfänge, die Fotografie ernster zu betreiben, in der Zeit, als ich für einige Jahre in der Eifel lebte und mich intensiver mit der damals neuen digitalen Technik befasste. Hatte ich bis dahin nur analoge Fotos als Gedächtnisstütze für einige Illustrationen gemacht, wandelte sich für mich die Kamera zu einem vielseitigen Werkzeug, das mehr als nur simples Ablichten ermöglichte.

Viele deiner Naturfotografien entstanden in der Eifel. Was verbindet dich mit dem Landstrich?

Ich habe einige Jahre in der Eifel gelebt , bin heute dort noch künstlerisch verbunden und durfte in dieser Zeit die grandiose Landschaft der Eifel und des benachbarten Venns erleben. Diese Eindrücke möchte man natürlich festhalten, und sie können süchtig machen.

Du schaffst es, in deinen Bildern eine ganz besondere Lichtstimmung einzufangen. Bitte beschreibe dem Laien einmal die Entstehung einer solchen Fotografie.

Die Fotografie wird oft auch als Malen mit dem Licht beschrieben. Um solche Aufnahmen zu machen, muss man natürlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Oft heißt das früh raus und mit dem ersten Licht vor Ort sein. Im Vorfeld sollte man den Ort schon einmal besucht und die Planung für eine Aufnahme mit einer bestimmten Stimmung festgelegt haben. Auch ist die Kenntnis über die Himmelsrichtung, Sonnenauf-/untergang sowie der Wetterbericht vorteilhaft. Und dann heißt es Geduld.

Die Stimmung einiger deiner Fotografien – zum Beispiel „Märchenwald“ – erinnern an die Malerei der Romantik. Fühlst du dich dieser Epoche verbunden?

In der Tat hab ich meine ersten Gehversuche in der Malerei mit den Romantikern begonnen. Sie haben so etwas Gemütliches, Ruhiges und bilden so einen Gegenpol zu der heutigen schnell dahinrauschenden Zeit.

Wie findest du die Orte, die du fotografierst?

Die Orte findet man, in dem man offenen Auges durch die Landschaft wandert, Reiseberichte liest und im Gespräch mit den Einheimischen.

Hast du einen Geheimtipp für Eifelbesucher?

Mit Geheimtipps ist es so eine Sache, verrät man sie, sind sie nicht mehr geheim, bis sie wieder neu nachgewachsen sind. Jeder mag auch etwas anderes gern, aber für mich ist die Gegend, wo die Eifel an das Venn stößt, und der Heckenweg im Monschauer Umfeld zu jeder Jahreszeit lohnend.

Wie stark bearbeitest du deine Bilder nach?

Natürlich muss an den Aufnahmen das ein oder andere angepasst werden, aber es sind bei den Landschaftsbildern meist nur leichte Korrekturen, um das Bild an die Wahrnehmung vor Ort anzupassen.

Neben der Fotografie bist du auch als Maler tätig. Welches von beidem ist deine Hauptleidenschaft?

Eigentlich komme ich von der Malerei, und diese steht mir sehr nahe. Ich glaube, ich kann weder die Malerei noch das Fotografieren als Hauptleidenschaft bezeichnen, die Fotografie kam später dazu und vervollkommnete letztlich das bildnerische Gestalten. Letztendlich sind Kamera und Pinsel nur Werkzeuge, die Idee oder Bild im Einklang mit dem handwerklichen Geschick entstehen lassen.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Ich deutete ja schon an, dass ich früh mit der Malerei begann, mich stetig weitergebildet habe und natürlich viele Stufen und Techniken durchlaufen habe.

Hast du Vorbilder?

Vorbilder im Sinne „Mann, sind die gut“, ja, da gibt es viele in der Malerei und bei den Illustrationen. Hier tendiert es Richtung Magritte. In der Fotografie gibt es keine Vorbilder, da entscheidet der Augenblick, das Gefühl.

Welches sind deine wichtigsten Inspirationsquellen?

Wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, ist es meist das Wetter, das einen magischen Einfluss ausübt. Versuchen Sie einmal bei starkem Herbstwind auf einem Deich bei Einbruch der Dämmerung nicht an Theodor Storms Schimmelreiter zu denken.

Welche Gegend würdest du gern einmal mit der Kamera besuchen?

Finnland würde mich reizen, da findet man nicht nur eine wunderschöne Landschaft, sondern mit etwas Glück auch eine ansprechende Tierwelt.

Was bedeutet die Kunst für dich?

Die Kunst ist nicht nur ein Weg, den man geht, sie ist ein Stück Persönlichkeit, die einem Menschen innewohnt. Auch wenn sie nicht bei jedem Menschen in Form von Ausdruck an die Oberfläche kommt, so ist sie doch bei jedem vorhanden. Ich bin glücklich, dass sie sich bei mir, für mich offenbart hat. So kann ich mit ihr in den Dialog treten.

Ein Leben ohne Kunst – wie wäre das?

Ich habe für einige Jahre eine künstlerische Pause machen müssen. Das geht gar nicht – um das im heutigen Sprachgebrauch auszudrücken. Kunst ist ja doch ein Stück des eigenen Ichs und ohne ist man nicht vollständig.

Bitte erinnere dich einmal an den schönsten Moment, den du mit deiner Kunst hattest. Magst du uns davon erzählen?

Da wird man jetzt sicher einen Ausstellungserfolg erwarten, der mich besonders beglückt hätte, aber das ist es nicht gewesen. Mein schönstes Erlebnis war, als die Betrachter meiner Bilder anfingen, sich mit mir darüber auszutauschen.

Was tust du, wenn du nicht gerade mit Fotografie oder Malerei beschäftigt bist?

Ich genieße die leider zu wenige Zeit mit meiner Partnerin und meinem Hund bei einem gemütlichen Gläschen, einem Spaziergang, einer kleinen Reise oder im Austausch, da ich das große Glück habe, auch eine Künstlerin an meiner Seite zu haben.