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Be part of the art

Sonja Knoop

Malerin aus Sierksdorf, Deutschland

Sonja Knoops großformatige Kunst entsteht an der Ostsee, in einem historischen Haus nicht weit der Küste. So liegt es nahe, dass sie gelegentlich Treibholz, Muscheln aber auch andere schöne Funde in ihre Bilder einarbeitet.

 
„Für mich ist Malen wie das Atmen oder der Herzschlag“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Carlos Kella, https://carloskella.de

Interview

Warum malst du?

Darüber habe ich nie nachgedacht – ich male einfach. Für mich ist das Malen essentiell, wie etwa das Atmen oder der Herzschlag.

Die Malerei als Beruf hast du erst 2007 entdeckt – wie kam es dazu?

Da kam einiges zusammen: ich hatte vorher mehr als 20 Jahre sehr gern und erfolgreich in meinem Beruf als Automobilkauffrau gearbeitet, es hatte sich mit der Zeit aber Routine und Monotonie eingeschlichen und ich war auf der Suche nach neuen Zielen und neuen Herausforderungen. Außerdem wurde mein jüngster Sohn ein Jahr alt und ich wollte mehr Zeit mit ihm und der Familie verbringen. So habe ich die Malerei zu meinem Beruf gemacht, damals noch von zu Hause aus, und seit der Jüngste in die Schule kam und die Großen ausgezogen sind, arbeite ich in meinem Atelier.

Wie hat sich deine Malerei entwickelt?

Ich merke, dass ich die realistische Abbildung der Wirklichkeit immer weniger interessant finde, weder in meinen Bildern noch in den Bildern anderer. Zwar habe ich auch anfangs nur aus Studienzwecken naturalistisch gemalt, aber das langweilt mich inzwischen zu sehr.

Welche Inspirationen suchst und findest du?

Inspirationen suche und finde ich nicht bewusst. Ich suche und finde bewusst Dinge, die ich in meinen Collagen verwenden kann, Treibholz oder Muscheln etwa, schöne Papiere oder Fotos aus Zeitungen.

Die Inspiration allerdings ist plötzlich da, ohne dass ich sagen kann, woraus sie entstanden sein könnte.

Mit welchen Materialien arbeitest du vor allem und was schätzt du an ihnen?

Ich bevorzuge Leinwand oder Holz als Malgrund, arbeite grundsätzlich gern mit Acrylfarben und gehe nach dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht“ vor. Oft trage ich mehrere Farbschichten auf, lege Lasuren, kratze Farbaufträge ab, verätze Teile des Bildes, bevor ich das eigentliche Motiv herausarbeite. Vielfach benutze ich auch Produkte aus dem Bau- oder Supermarkt für meine Bilder. Ich mag die Effekte, die bei dem Zusammentreffen der Farben mit den unterschiedlichen Flüssigkeiten, Säuren und Lösungen entstehen, neben reinen Farbeffekten können dies auch Risse, Rost und Patina sein.

Wie wichtig ist der Ort an dem du lebst für deine Kunst?

Ich bin in dem Haus, in dem ich lebe, aufgewachsen und dann vor einigen Jahren hierher zurückgekehrt. Auch als ich in Hamburg wohnte, war ich praktisch jedes Wochenende hier. Dieser Ort ist also meine Heimat und ich möchte nirgendwo anders leben als hier, direkt am Meer. Ich gehe davon aus, dass der Ort für meine Kunst sehr wichtig ist, weil er für mich wichtig ist.

Wo arbeitest du und wie hast du dich dort eingerichtet?

Ich habe ein großes Atelier in einem historischen Haus in Neustadt/Holstein, keine 50 m vom Wasser entfernt. Dort habe ich ausreichend Platz für alles, was ich für die Arbeit brauche und kann auch für meine fertigen Bilder dort lagern. Ich habe mehrere große Arbeitstische, denn ich arbeite am liebsten großformatig und immer an mehreren Bildern gleichzeitig – außerdem finden zweimal wöchentlich Malworkshops statt, so dass ich den Raum auch für meine SchülerInnen benötige. Eine gemütliche Sitzecke für die Pausen zum Entspannen, Klönen und Essen gibt es natürlich auch. Zu meinem Studio gehört auch ein großer Hinterhof, so dass ich auch draußen arbeiten kann.

Bitte beschreibe mal, wie du vorgehst, wenn du ein neues Kunstwerk beginnst.

Ich beginne meine Bilder grundsätzlich ohne Vorlagen oder Skizzen – eine Grundidee davon ist – wenn überhaupt- nur in meinem Kopf vorhanden. Ja – und dann geht es einfach los. Da ich fast immer in mehreren Schichten arbeite, gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Ich fange entweder mit mehreren flüssigen Farben an oder auch mit Strukturen aus Sand oder Pasten, oder auch mit beidem. Das Entstehen eines Bildes ist ein längerer Prozess, der aus Trocknungszeiten und Arbeitszeiten besteht, aus Auftragen und Abkratzen von Farbe und Material, aus Überlegungen und Zufällen.

Das fertige Bild weicht dann natürlich von der ursprünglichen Idee in meinem Kopf ab – und das ist gut so, denn das spontane Agieren und Reagieren auf die Entwicklung des Bildes ist viel spannender und führt zu immer neuen Ergebnissen.

Wann ist ein Bild fertig? .

Dies zu erkennen, ist vielleicht die größte Schwierigkeit. Daher beende ich ein Bild lieber früher als später

Kannst du dich gut von Bildern trennen?

Ohne Einschränkung: Ja!

Möchtest du durch deine Kunst etwas in anderen Menschen bewegen?

Ich habe nichts dagegen, wenn meine Kunst etwas in anderen Menschen bewegt. Das ist aber nicht mein Anspruch. Das Bild steht für sich.

Was bedeutet dir deren Feedback?

Ganz unterschiedlich. Natürlich ist es interessant zu erfahren, was Betrachter über meine Bilder denken. Ein ehrliches Feedback ist aber selten und auf „Höflichkeitsfeedbacks“ lege ich überhaupt keinen Wert. Mir ist bewusst, dass meine Arbeit nicht alle Menschen anspricht. Fundierte Kritik – positiv wie negativ – ist immer willkommen.

Was macht dir Freude am Malen?

Freude macht mir die Entstehung und Entwicklung des Bildes selbst, immer wieder neue Ideen zu verwirklichen, neue Techniken auszuprobieren und spannende Effekte zu erzielen. Der Weg ist das Ziel – wenn ein Bild fertig ist, ist mein Interesse daran erloschen und ich bin gedanklich schon beim nächsten.

Was nervt manchmal?

Unterbrechungen, die ich nicht beeinflussen kann. Termine, die anstehen, wenn ich „mitten im Fluss“ bin. Ich weiß dann schon beim Aufhören, dass ich später nicht weitermachen kann, weil der Energiefluss gestört wurde.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich lese gern, gehe am Strand spazieren, gucke Fußball, kümmere mich um Mann, Kind, Haus, Garten und unsere vielen Katzen und treffe mich mit Freunden, gehe ins Kino oder faulenze einfach mal.