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Be part of the art

Katrin Roth

Künstlerin aus Duisburg, Deutschland

Katrin Roth setzt sich in ihrer Malerei mit Naturräumen auseinander. Ihre Inspirationen sind nordisch: Ostseeküsten, dänische Felder, vorpommersche Wälder. Ihr Weg ist die Reduktion: durch sie ist sie bestrebt, sich der Essenz der Natur anzunähern.

 
„Die Malerei hat sich ganz leise in mein Leben geschlichen“

Impressionen

Interview

Die Malerei und du – wie habt ihr euch getroffen?

Die Malerei hat sich ganz leise in mein Leben geschlichen. Angefangen hat es mit einem ersten Kurs in Ölmalerei. Dieser Geruch der Ölfarbe und die Brillanz der Farbe haben mich sofort fasziniert. Von diesem Zeitpunkt an war Malerei ein fester Bestandteil meines Lebens. Für mich war Malerei nie so etwas wie ein Hobby, eher ein Drang das da noch etwas ist, was ich entdecken muss. Einige Jahre entschied ich mich dann Malerei und Grafik zu studieren. Seit dem Studienabschluss bin ich als freiberufliche Künstlerin tätig. Mein Atelier liegt nah am Rhein mitten im Hafen von Duisburg im Atelierhaus hafenkult.

Was macht die Malerei mit dir?

Die Malerei fordert mich, bringt mich an mein Innerstes. Macht mich zugleich ruhig und wühlt mich auf. Jedes Bild ist ein neuer Anfang. Ich mag die Ungewissheit, das Eintauchen in den Malprozess.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Schon während der Studienzeit war für mich schnell klar, dass es die Landschaft ist, die mich besonders in den Bann zieht. Das liegt sicher auch daran, dass ich meine Kindheit und Jugend in der nordischen Landschaft in und um Greifswald verbracht habe und hier meine Wurzeln liegen. Zunächst waren es realistische Abbildungen bestimmter Orte. Daraus entwickelte sich immer mehr eine Malerei die abstrakter und reduzierter wurde. Meine Arbeiten zeigen keine konkreten Orte, sie entwickeln sich frei im Malprozess und reflektieren erlebte Natur und Situationen. Es gibt einen Oberbegriff z.B. „Felder“ oder „Vertikal“ an der ich mich dann in einer Serie abarbeite. Ich beginne ohne Skizze auf einer leeren Fläche, arbeite mit zügigen Bewegungen und reagiere spontan auf das was sich entwickelt. Spiele durch verschiedene Bildformate mit kompositorischen Veränderungen und untersuche Farbklänge. Beobachte wie selbst kleine Veränderungen die Wahrnehmung des Bildraumes verändern.

Aktuell arbeite ich an zwei Arbeitsreihen: Felder und Küsten. Die Reihe Felder begann ich im letzten Jahr bei einem ersten Arbeitsaufenthalt in Dänemark. Wenn man so will, ein Wechsel von Vertikal auf Horizontal und von Nähe auf Ferne. Felder sind für mich der Inbegriff der Kulturlandschaft. Sie haben etwas Statisches und Künstliches. Ich arbeite mit großen Flächen und kombiniere stille und bewegte Flächen. Die Flächen bleiben für sich isoliert und fragmentarisch. Ich arbeite wie gesagt sehr schnell, bewege die Farbe auf der Bildfläche hin und her. Ich suche in der Reduzierung die Essenz von Natur über den Ausdruck der Farbe.

Welche Themen interessieren dich künstlerisch besonders?

Natur und Landschaft ist mein großes Thema. War Landschaftsmalerei früher oft Abbildung schöner romantischer Orte, hat das Thema heute auch eine gewisse Brisanz. Es ist täglich in den Medien, als Naturextreme und Klimaveränderungen, Auswirkungen des ständigen Raubbaus an der Natur durch uns Menschen. Wir sind dabei, systematisch unseren Lebensraum zu zerstören. Wenn es uns nicht gelingt, unsere Naturräume zu schützen, brauchen wir uns auch um andere globale Probleme keine Sorgen mehr zu machen. Natur- und Landschaftsmalerei hat aus meiner Sicht heute gewissermaßen auch dokumentarischen Charakter.

Wo findest du sie – beziehungsweise die Inspiration zu ihnen?

Die Inspiration zu meiner Arbeit finde ich überall in der Natur, auf Reisen und in meiner unmittelbaren Umgebung.

2012 warst du zum Malen in Schweden, 2017 in Dänemark. Was bedeutet der hohe Norden für dich und deine Arbeit?

Der hohe Norden ist für mich natürlich Heimat und auch Energiespender. Der Raum ist weiter und stiller als hier im urbanen Umfeld. Keine Ablenkung – das erleichtert das Reflektieren der eigenen Arbeit und fördert kreative Prozesse. Meist finde ich dort neue Aspekte für meine Arbeit. Das Arbeiten im Norden bringt mich an meine inneren Wurzeln und mehr Klarheit in meine Malerei.

Entstehen dort andere Bilder?

Es beginnt dort meist ein neuer Zyklus, die Bilder bekommen neue Einflüsse. Das liegt natürlich auch daran, dass man intensiver am Stück ohne Ablenkung arbeiten kann. Dem besonderen Licht und der Weite der Landschaft kann man sich nicht entziehen und das beeinflusst die Bilder.

Wie nennst du deinen Stil?

Das ist eine sehr gute Frage. Mit Einordnungen in Kategorien tue ich mich schwer. Ich möchte mich ja nicht selbst beschränken. Aktuell würde ich meine Malerei vielleicht als leicht, reduziert, abstrakt und nordisch beschreiben.

Mit welchen Werkzeugen und Techniken malst du am liebsten – und was schätzt du an ihnen?

Ich arbeite mit Acryl und Ölfarbe auf Papier und Leinwand. Im letzten Jahr bevorzugt auf Papier und Karton. Ich mag sehr die unterschiedliche Haptik von Papier und den Reiz, wie die Farbe auf verschiedenen Oberflächen reagiert. Die Ölfarbe ist hier mein bevorzugtes Medium, ich schätze die Möglichkeiten der Farbe. Sie kann leicht und transparent aber auch schwer sein und genau diese Eigenschaften können direkt nebeneinander auftauchen und im Bild genau das zeigen, was ich sagen will. Auch zeichnerische Elemente tauchen immer wieder auf. Mit dicken Grafitblöcken oder Markern sind sie in den großen leeren Flächen fremde Elemente oder organische Spuren.

Neben der Malerei beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit der Drucktechnik Monotypie. Dort mag ich den Mix aus handwerklichen Abläufen und Zufall.

An welchem Ort malst du – und wie hast du dich dort eingerichtet?

Es gibt viele Orte, an denen ich male. Im Winter meist in meinem Atelier im Hafen. Immer wo es möglich ist, draußen und auf Reisen. Ich brauche keine Staffelei, es reicht ein kleiner Tisch oder eine leere Wand, ein paar Farben und Pinsel, los geht’s.

Was brauchst du außerdem, um gut arbeiten zu können?

Ich brauche nicht viel, um gut arbeiten zu können. Gern etwas Stille, eine klare Umgebung und etwas Zeit.

Wann ist ein Bild fertig?

Die Frage aller Fragen! Das entscheide ich ganz intuitiv. Ich habe mir angewöhnt, diese Entscheidung nicht an dem Tag zu treffen, an dem das Bild gemalt wurde. Oft bin ich dann emotional zu aufgeladen und mir fehlt die Distanz. Ich sehe ein Bild meist auch nicht nur für sich isoliert, sondern im Kontext zu einer Reihe. Hin und wieder kommt es vor, dass ich nach einigen Jahren ein Bild überarbeite, weil ich inzwischen eine andere Auffassung habe.

Was macht dir am meisten Freude an der Kunst?

Mit jedem Bild beginnt etwas Neues, mit Malerei kann ich Dinge ans Licht bringen, die sonst verborgen bleiben. Ich mag es im Arbeitsprozess zu sein, die Aufregung, die Unruhe, die Materialität der Farbe und das Risiko. Mit jedem Bild beginnt eine neue Auseinandersetzung und verlangt von mir eine Reaktion. Auf beendeten Arbeiten kann man sich nicht ausruhen, sie sind schon Geschichte.

Und was nervt manchmal?

Am meisten meine eigene Ungeduld. Beim Malen, nicht rechtzeitig aufgehört zu haben und nicht genug Zeit zu haben.

Gibt es etwas, das du in den Menschen bewegen willst?

Es würde mich freuen, wenn die Menschen sich mehr Zeit nehmen, genauer hinzusehen, auch die leisen Töne wahrnehmen – nicht nur in der Kunst.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Wenn ich nicht male, gebe ich Workshops in Malerei und Monotypie, kümmere ich mich um das drumherum der Malerei. Mache Sport – gern draußen. Bin auf Reisen – am liebsten im Norden. Mache die alltäglichen Dinge des Lebens.