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Jana Dettmer

Künstlerin aus Köln, Deutschland

Jana Dettmer malt ihre expressiven Kunstwerke meist in einem Stück, das kann schon mal eine ganze Nacht in Anspruch nehmen. Ihre Themen können „die Schönheit oder Wildheit der Natur sein oder auch die Frage nach dem Sinn“, sagt Dettmer, „das kommt auf meine persönliche Verfassung an.“

 
„Die Kunst ist Unruhestifter“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.dirkbehlau.de & Teresa Rothwangl, www.teresa-rothwangl.com

Interview

Wie hast du die Malerei für dich entdeckt?

Gemalt habe ich eigentlich schon immer, über lange Jahre hinweg ist die Malerei aber in den Hintergrund getreten, weil ich mich mit dem Aufbau meiner Karriere und meiner Familie beschäftigt habe. Ein Workaholic, immer in Bewegung, immer im Stress, keine Zeit innezuhalten.

Zwei ziemlich schwere Reitunfälle sorgten für Zwangspausen. Ich war gezwungen, mich mit mir zu beschäftigen und meine Lebensführung zu überdenken. Und stieß auf das Thema Achtsamkeit. In dieser damals unfreiwillig entstandenen freien Zeit habe ich wieder angefangen zu malen, zaghafte erste Schritte. Und weil es mir so gut tat begann ich meine Ausbildung in der Freien Kunstschule Köln.

Wenn ich male, bin ich mit meinen Gedanken nur bei dem Bild, die Farben fesseln mich, der Entstehungsprozess fordert mich heraus und die Wendung, die das Bild häufig von selbst erfährt ist spannend bis zum Schluss. Bis das Bild fertig ist, kann ich es nicht verlassen. Zumeist male ich nachts und solange, bis das Werk nach meiner Meinung vollständig ist. So ist die Kunst einer meiner Wege zu mehr Achtsamkeit geworden.

Wie würdest du deinen Stil nennen?

Ich würde sagen abstrakt expressiv. Ich male spontan und mit viel Raum für den Zufall. Ich trage die Farben dick auf und vermische und verarbeite sie mit Rakel oder Pinsel. Der Farbauftrag und die Farbkombination an sich gibt dem Bild Inhalt.

Welche Themen beschäftigen dich als Malerin?

Mit meiner Kunst drücke ich meine Gefühle und Empfindungen aus. Mein persönliches Thema ist immer wieder Leichtigkeit und Achtsamkeit, aber genauso finde ich meine Themen im Alltäglichen, was den Menschen beschäftigt und fordert. Das kann die Schönheit oder Wildheit der Natur sein oder auch die Frage nach dem Sinn, das kommt auf meine persönliche Verfassung an.

Verbringst du viel Zeit in der Natur, um dich inspirieren zu lassen?

Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und verbringe mit meinem Hund und meinem Pferd viel Zeit draußen im Freien. Natur ist für mich ein unerschöpflicher Brunnen der Inspiration, die Farben, die Stimmungen, die Luft und der Duft.

Wie gehst du ein neues Bild an?

Was die Farbgebung angeht, höre ich in mich rein und entscheide mich dann je nach Stimmung für eine grobe farbliche Richtung. Am Anfang besteht in meinem Kopf eine unscharfe Vorstellung des Werkes, die sich während des Malprozesses festigt. Die Verläufe entstehen intuitiv und mit viel Raum für den Zufall. Es geschieht, dass ich spontan mitten im Prozess die Richtung ändere, weil das Bild sich anders entwickelt, als erwartet und dann steht am Ende eine völlig neue Komposition, als sie zu Beginn in meiner Vorstellung war.

Wo arbeitest du und wie hast du dich dort eingerichtet?

Mein Atelier ist ein Teil meiner Dachgeschosswohnung. Es ist lichtdurchfluteter Raum mit einem Werktisch mit Waschbecken und Regalen vollgestopft mit Farben, Pinseln, Spachteln, Rakeln und anderen Materialien. Ich habe dort alles zur Hand und kann mich ohne Begrenzung dem Farbrausch hingeben.

Was brauchst du außerdem, um gut malen zu können?

Ich brauche vor allem Zeit, um mich ganz dem Malprozess widmen zu können. Deshalb male ich oft in den Abendstunden bis tief in die Nacht, solange, bis ein Werk „fertig“ ist. Und ich höre immer Musik, wenn ich male, das beflügelt.

Wie entstehen deine Werke technisch?

Ich male mit Pinsel, Spachtel, Rakel und mit den Händen. Bei der Entstehung eines Bildes wird Farbe aufgetragen, wieder abgekratzt, neu komponiert und wieder aufgetragen und neu gerakelt. Wenn es sich für mich „richtig“ anfühlt, befinden sich viele Farbschichten auf der Leinwand oder dem Holzkörper, die dem Bild Tiefe und Struktur und das Gefühl von Lebendigkeit geben.

Was bedeutet dir die Reaktion der Betrachter?

Ich möchte, dass die Bilder den Betrachter ansprechen und innehalten lassen. Vieles sieht oder spürt man erst auf den zweiten oder dritten Blick. Ich möchte, dass die Bilder gefallen, den Betrachter einbeziehen und zu Interpretationen inspirieren.

Kannst du dich gut von Bildern trennen?

Ja grundsätzlich schon. Ein begeisterter Erwerber eines meiner Werke gibt mir ja auch das Gefühl, dass die Bilder in gute Hände kommen. Was dann im Laufe der Zeit vielleicht weiter mit einem Werk passiert, darüber versuche ich nicht nachzudenken.

Was ist dein größter künstlerischer Wunsch?

Ich möchte nicht stehenbleiben, mich künstlerisch weiterentwickeln und wünsche mir, irgendwann soweit angekommen zu sein, dass ich zufrieden und im Reinen mit mir bin.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Ich mache eigentlich immer Kunst. Auch wenn ich nicht im Atelier bin und an einem konkreten Werk arbeite, dann findet Kunst in meinem Kopf statt und entstehen Ideen für neue Projekte. Beruflich bin ich nicht nur Künstler, sondern bin seit über 20 Jahren selbständig als Anwältin und Insolvenzverwalterin tätig. Diese Tätigkeit entspricht ebenso wie die meine Malerei meinem Lebensgefühl zwischen Intuition und Spontaneität, Konzept und Struktur, meiner Auffassung von Unabhängigkeit, Kommunikation und Emotionalität.