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Be part of the art

Adam Grimann

Künstler aus Herford, Deutschland

Adam Grimanns farbenfrohe, teils groteske Werke spielen mit dem Betrachter, regen ihn zu Interpretationen an und bleiben doch ein Stück weit mysteriös. Grimann mag das und gibt manchmal kleine Hinweise, wie man seine Bilder verstehen kann. Aber nicht zu deutlich, denn „jeder soll eigene Geschichten darin finden.“

 
„So wie man drauf ist, so wirken meine Bilder.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Marie Monecke, www.mariemonecke.de

Interview

Die Kunst und du – wie habt ihr Euch getroffen?

Es war am Abend. Im November, glaube ich. Oder März. Irgendwann Ende der 1980-er Jahre. Es regnete. Und da stand sie, die Kunst. Angelehnt an eine alte, bröckelnde Mauer, lächelte mich mit etwas schief gesenktem Kopf und schelmischem Grinsen verführerisch an. Ich konnte meine Augen nicht von ihr lassen. Es war so, als hätte ich sie immer schon gesucht ohne mir darüber bewusst zu sein. Dann habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und höflich gefragt, ob sie mit mir mitkommen will. Sie hat ja gesagt und seitdem sind wir unzertrennlich.

Welche Themen interessieren dich künstlerisch?

Das Gefühl des Menschen im weitest möglichen Sinne. Jedes Gefühl wird materialisiert auf der Leinwand oder auf dem Papier. Manchmal, jedoch selten, wird etwas politisch oder gesellschaftlich relevantes, was mich gerade stört oder beschäftigt, thematisiert.

Was inspiriert dich besonders, woher holst du dir deinen Input?

Meine täglich sich veränderte Umgebung ist die Konstante meiner Inspiration. Vorwiegend.

Wie nennst du deinen Stil?

Ich versuche schon lange eine eindeutige, kurze und präzise Antwort zu finden, es ist mir jedoch nicht zufriedenstellend gelungen. Ich brauche sie jedoch, weil alle wollen mich gerne in eine vorhandene Schublade legen. So wirklich kann ich da nicht helfen. Als Richtungshilfe würde ich sagen, dass ich sehr vieles symbolisch darstelle – Symbolismus? –, dass ich die Realität verzerre –Realistischer Verzerrismus? –, dass ich mit den Gefühlen – Gefühlismus? – , mit dem der Betrachter spielerisch – Spielerismus? – versuche umzugehen, damit er leichter den Zugang zu meinen Arbeiten finden kann. Vielleicht brauche ich keine eindeutige Schublade, vielleicht jedoch liege ich schon unbewusst in einer. Ich glaube, diese Frage bleibt unbeantwortet. Erstmal.

Was macht die Kunst mit dir?

Sie macht mich fertig. Oft. Sie macht mich auch erträglicher. Für mich. Ob auch für andere, kann ich nicht beurteilen. Sie macht mich auch zufrieden. Wenn ich mit einer fertigen Arbeit zufrieden bin. Es ist jedoch nicht immer so.

Deine Werke haben Titel wie „ein portrait mit berücksichtigung der inneren werte wie auch mit nase und ohren“, „einfach so“ oder „valentins sorgen“. Das ist ja schon formell sehr unterschiedlich. Erzähl mal, wie entstehen deine Titel?

Die entstehen vorwiegend nach dem Erstellen des Werkes. Zumeist als ein kleiner oder großer Interpretationshinweis oder als eine Richtungshilfe zur Bilddeutung und Verständnis dessen. Manchmal jedoch nicht. Sie sind eine Laune oder haben Sinn.

Wann und wo malst du?

Die Inspiration kommt, ich gehe. Ins Atelier. Mein kleines Atelier befindet sich im Keller. Dort arbeite ich meistens spät abends oder nachts.

Wie hast du dich eingerichtet, um gut arbeiten zu können?

Bequem. Das heißt auch, dass ich meine Lieblingsmusik beim Malen immer hören kann. Meine Zeichnungen entstehen nicht im Atelier, ich zeichne oben, im Esszimmer auf dem großen Tisch. Beim Zeichnen stört mich nichts, beim Malen brauche ich schon Ruhe.

Wie entstehen die Bilder technisch?

Verschieden, sehr verschieden. Manchmal ganz klassisch in Öl oder Acryl, auf der Palette vorbereitet, mit dem Pinsel auf die Leinwand übertragen. Gelegentlich jedoch etwas ungewöhnlich, experimentell. Z.B. im Garten auf dem Rasen entstanden viele Hintergründe, mit Wasser gespült, mit Wirkung verschiedener Materialien, die Spuren hinterließen. Sogar mit Schnee oder Regen.

Was ist noch wichtig, damit du gut malen kannst, außer passender Einrichtung?

Die Gedanken müssen frei sein, wenn mich etwas belastet, ist es mir schwierig zu schaffen. Manchmal jedoch explodieren gerade dann die Ideen. Kann ich nicht eindeutig sagen.

Gibt es etwas, dass du mit deiner Kunst bewegen möchtest?

In erster Linie den Ausstellungsbesucher. Wenn mir gelingt mehr zu bewegen, freut mich das.

Erfreulicherweise hast du viele deiner Werke bei uns mit kleinen Beschreibungen versehen, die ja bisweilen selbst künstlerisch sind. Sprichst du gern über den Inhalt deiner Werke, auch mit den Betrachtern deiner Bilder?

Bei manchen Bildern mache ich es gerne, bei anderen nicht. Zu einigen Bildern schreibe ich Texte, die eigene Gedanken zum Bild beinhalten. Es sind nicht zwingend notwendig Interpretationen oder Beschreibungen des Bildes, eher vielleicht Hinweise, wie man das eine und auch die anderen Bilder sehen kann. Aber nicht soll oder muss. Ich mag es, wenn mir der Betrachter selber etwas über mein Bild erzählt. Und sie machen es gerne, und ich höre gerne zu. Manchmal ist es sehr amüsant, oftmals macht es mich nachdenklich. Ich freue mich jedoch immer, wenn meine Bilder mehrdeutig sind, wenn ein Bild viele verschiedene Geschichten erzählen kann. Die Arbeiten sind auch bewusst nicht immer eindeutig, ich spiele gerne mit der Symbolik und die funktioniert betrachterabhängig. Ich würde mich unwohl fühlen, wenn jeder meiner intimsten Gedanken für jeden offen sichtbar wäre. Und so stelle ich sicher, dass nicht alles eindeutig und zu Ende von mir erzählt wird. Ich male auch für mein Publikum, es soll was davon haben, es soll eigene Geschichten darin finden. Und so funktioniert es auch oft. So funktionieren die Bilder. Ich habe schon des Öfteren ein Feedback zu dem einen oder anderen Bild erst nach Monaten nach dem Verkauf bekommen. Und dann später wieder. Man entdeckt die Bilder immer wieder neu, man sieht sie immer anders. Manchmal auch täglich. So wie man drauf ist, so wirken sie.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Ich denke darüber nach, was ich als nächstes malen werde (lacht). Oder, ob die Leser dieses Interview es auch nicht zu ernst nehmen werden. Das würde ich mir wünschen.