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Be part of the art

Ute Faber

Malerin aus Berlin

Farbintensiv und ausdrucksstark sind die Kunstwerke der Berliner Künstlerin Ute Faber.

 
Inspiration finde ich in meinem Kopfkino. Tag und Nacht geöffnet.

Impressionen

 

Alle Fotografien von denise van Deesen, www. denisevandeesen.com

Interview

Geboren bist du im Westerwald, genauer in Altenkirchen, einer der kleinsten Städte Deutschlands. Von welcher Zukunft hast du als Kind geträumt?

Schon als kleines Mädchen, so im Alter von fünf Jahren, habe ich gegenüber meinen Eltern meinen „Berufswunsch“ geäußert: Singen, malen, tanzen und Zigeunerin werden …

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Früh. Ich habe mit zehn Jahren begonnen zu nähen, alles an karierten und geblümten Stoffen zu Hosen und Röcken werden lassen. Ebenso zu malen und zu werkeln – leider blieb mir das väterliche Werkzeug verwehrt … is' doch nix für'n Mädchen ...

Du hast in Berlin und Italien Malerei, Bildhauerei und Kunstgeschichte studiert. Wie haben die Stationen dich geprägt?

In Berlin habe ich mich von Anbeginn „entnaturisiert“ gefühlt. Mir fehlt(e) immer wieder das Sicht- und Fühlbare der Jahreszeitenzyklen – vom Säen, Wachsen, Gedeihen und Zergehen. Das hat mich geprägt von der Auswahl der Materialien, die ich in der städtischen Umgebung vorfinde, bis hin zu Gestaltung und Schaffen im künstlerischen Prozess. Es entstand eine Art „Upcycling“, wobei ich z.B. vorgefundene Materialien durch künstlerische Transformation zu etwas Neuem verändere, entstehen lasse. Italien bin ich seit meiner Kindheit verbunden. Später habe ich in der Nähe von Carrara Bildhauerei gelernt. Draußen in der Natur Steine, Hölzer und vorgefundenes zu be- und verarbeiten ist für mich ein ineinanderfließender Schaffensfluss von Materialien und Umgebung.
Über die Jahre habe ich die unterschiedlichen Prägungen miteinander gemischt und weiterentwickelt. So ist z.B. meine Begeisterung für den Holzschnitt erwachsen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Wie heißt es so schön : Expressiv bis abstrakt.

Bitte erzähle uns etwas über den Hintergrund deiner Serie „Family Affairs“, an der du seit 2002 arbeitest.

Ich malte „Menschen“, die ich kannte oder die mich berührten. Mich interessierten die Geschichten bzw. deren Beziehungsgeflechte. Insbesondere wie sie sich mit der Zeit verändern. Die Spuren der Zeit, die Art, in der auch wir uns verändern. Dies mache ich durch Strukturen, Materialität, Oberfläche und immer wieder Farbe sichtbar und fassbar.

Wo oder wie findest du Inspiration?

In meinem Kopfkino. Tag und Nacht geöffnet. Ich denke, fühle, rieche, schmecke, lebe – alles in Bildern. Die nähren sich, verschlängeln sich, mehren sich durch Eindrücke aus Wort, Schrift, Musik, Gefundenem, Umgebungen, Sinneseindrücken. Am besten sprießt es, wenn ich in Bewegung bin. Beim Radfahren, Laufen, Schwimmen. Oder in gänzlicher Stille und ins Leere glotzend. Da entstehen Ideen, fügt sich zusammen, was nicht zusammengehört, und lässt neue Bilder entstehen.

Deine Bilder sind sehr farbintensiv. Bitte erzähle uns über dein Verhältnis zu Farben.

Ich habe ein gutes Verhältnis zu Farben, eine Art Farbpotenz. Farbe ist für mich Stimmungs- und Emotionstransporteur, Form- und Strukturgeber – mich begeistert die Kraft der Farben.

Hast du künstlerische Vorbilder, die deine Arbeit beeinflussen?

Mich haben stets die Arbeiten von Louise Bourgeois sehr berührt und beeindruckt, ebenso Emil Schumacher.

Du arbeitest mit Skulpturen und Holzschnitten. Welches von beiden ist dein Liebling?

Das hält sich im stetigen Wechselspiel. Ich arbeite stets an mehreren Gewerken gleichzeitig.

Wie kann ich mir deinen Arbeitsprozess an einem Holzschnitt vorstellen?

Meist fertige ich eine Kurzskizze mit Bleistift direkt auf der Holzplatte, dem späteren Druckstock. Anschließend arbeite ich das Motiv mit Schnitzwerkzeugen in die Holzplatte ein. Ritzen, schneiden, kratzen, schaben … Bis das Motiv mit meiner Idee, meinen Vorstellungen einhergeht. Auf der bearbeiteten Holzplatte überrolle ich mittels einer Walze die (gemischten) Ölfarben. Ich lege gleich alle Farben, wie in meiner Malerei, auf dem Druckstock an. Das ausgewählte, saugfähige Druckpapier wird sorgsam auf dem nun „eingefärbten“ Druckstock aufgelegt. Dann – ab in die Druckpresse. Ich bevorzuge die alten Kniehebelpressen, die heute eigentlich nicht mehr hergestellt werden. Ebenso kann man auch mittels Reiben oder Bürsten manuell einen Druck herstellen. Nach jedem Druckvorgang muss die Ölfarbe neu aufgetragen werden. Ich arbeite ausschließlich Unikate, keine Auflagen.

Gibt es Techniken, die du gerne noch ausprobieren würdest?

Ja klar, einige ...

Gibt es ein Werk, auf das du besonders stolz bist?

Fällt mir ad hoc nichts ein.

Wie gehst du mit Kritik um? Brauchst oder suchst du den Austausch mit anderen?

Ich brauche Kritik und damit Rückmeldung. Ebenso den Austausch mit meinen „Artverwandten“. Das Arbeiten im Atelier, der Schaffensprozess ist Einzelarbeiter-Job. Wohltuend dann Obiges.

Wie schwer fällt es dir, dich von einem Kunstwerk zu trennen?

Unterschiedlich. Es gibt Herzarbeiten, an denen ich emotional wahrlich dranklebe. Manchmal behalte ich sie bei mir, wenn ich mich nicht trennen kann, unverkäuflich. Normalerweise freue ich mich, wenn eine Arbeit einen neuen Besitzer findet, wenn die Arbeit zu ihm passt und ihn bereichert. Das geht ohne Trennungsschmerz. Es ist dann auch für mich eine Bereicherung.

Was tust du, wenn du keine Kunst machst?

Unter anderem so normale Dinge wie den Alltag bewerkstelligen mit bürokratischem, organisatorischen Gedöns – im Namen und Rahmen der Kunst. Sonst bin ich viel in Bewegung – singen, tanzen, musizieren, schreiben, Triathlon, reisen. Und – ganz wichtig – meine Liebsten, Beziehungen – Menschen pflegen und nähren – das brauche ich, das füttert mich.

Was würdest du tun, wenn die Kunst nicht wäre?

Ach, komische Frage. Ich tu mal so, als wäre keine Kunst. Dann wäre ich Hubschrauberpilotin, Menschenrechtlerin, Naturschützerin, Ärztin ohne Grenzen, Spielefix.

Vielen Dank!