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Be part of the art

Uli Otolski

Künstlerin aus Hamburg (BBK), mit Atelier in Boizenburg/ Elbe

Uli Otolskis Bilder lassen einen verstehen, warum die Ölmalerei auch heute noch als Königsdisziplin gilt. Das Miteinander der Farbschichten beeindruckt in seiner Vielfalt aus Spannung und Harmonie. Die Farben wirken nicht nur nebeneinander, sondern schaffen neue Räume durch ihre subtile Dreidimensionalität auf der Leinwand. Die Malerin selbst nennt es einen „Klang“, eine Lebendigkeit unabhängig von Form.

 
„Es geht mir um den Moment, wo aus Farbtönen im Bild ein Farbleuchten entsteht.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Asja Caspari, www.asjacaspari.com

Interview

Hattest du einen Wunsch- oder Traumberuf als Kind?

Ich erinnere mich, dass ich mir gerne vorgestellt habe, Zauberin zu werden. Dabei ging es mir weniger darum, Uhren verschwinden zu lassen, eher faszinierte mich die Vorstellung, mich und andere verwandeln zu können.

Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit der Kunst?

Im Alter von circa 3 bis 4 Jahren hat meine Mutter, die Modegrafikerin war, meine Zwillingsschwester und mich einmal porträtiert ... so richtig ... mit stundenlangem Stillsitzen, eine nicht nur in unserem Alter gefühlte Ewigkeit, was für alle Beteiligten eine echte Herausforderung war.

Das fertige Bild, eine Kohlezeichnung, hatte mich damals schon sehr tief beeindruckt, sodass bei mir der Wunsch entstand, mich irgendwann auch einmal so ausdrücken zu können – einfach mit einem Stift und einem Stück Papier etwas ganz Persönliches, Neues zu erschaffen.

Wie hat sich deine eigene Malerei entwickelt?

Angefangen habe ich mit sehr gegenständlichen, fast fotografisch anmutenden Zeichnungen, pingelig genau – wenn schon, denn schon. Großformatige Porträts und Stillleben. Das schulte, mein Handwerk und einen genauen Blick zu entwickeln. Dann entdeckte ich für mich die Farbigkeit und ab da fühlte ich mich zu Hause. Im Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachbereich Gestaltung /Hamburg wurde ich dann experimenteller und mutiger. Euphorisch über das, was Farbe kann, war ich in meinem Element.

Wie würdest du deine heutige Kunst in wenigen Worten beschreiben?

Heute geht es mir ausschließlich um Raum und Farbe. Farben müssen sich eigenständig zum Sprechen bringen und durch ihr Zusammenspiel einen Klang entwickeln. Sie werden dadurch lebendig, unabhängig von Form.

An welchem Ort arbeitest du und wie hast du dich dort eingerichtet?

Ich lebe und arbeite in meinem 120 qm großen, lichtdurchfluteten Atelier, einem Fachwerkhaus am Elbhang mit vielen Fenstern, einem Garten und weitem Blick über die Elbauen. Im Arbeitsraum liebe ich es eher spartanisch, aber es gibt da auch zwei gemütliche Sofas vor einem Kamin.

Was motiviert dich insbesondere, dich an ein neues Kunstwerk zu machen?

Als Erstes ist da eine Vision von Farbe, ein Bedürfnis, was sich entwickeln möchte, um neue Farb-Räume zu erschaffen.

Wie gehst du dann vor?

Der Anfang ist immer einfach: Es beginnt mit einem bestimmten Farbton, der dann Schicht um Schicht immer weiter gewoben wird. Mein vorrangiges Bedürfnis liegt darin, Spannung und Harmonie im Farbgeschehen zu verbinden, mit Kontrasten, Steigerungen, vorpreschend, aber auch mit behutsamem Vortasten, zarten oder kräftigen Farbsprüngen, einfach und ausschließlich aus dem Farbgeschehen heraus ein Gegenüber zu erschaffen

Welche Rolle spielt das Licht bei deiner Arbeit?

Eine tiefere, lebendige Auffassung von Licht ist im weitesten Sinne der wesentlichste Aspekt in meiner Arbeit. Es geht mir um den Moment, wo aus Farbtönen im Bild ein Farbleuchten entsteht.

Ein Kunstwerk entsteht über längere Zeit in vielen kleinen Schritten. Welche emotionalen Phasen durchläufst du als Malerin während des Entstehungsprozesses?

Der Schaffensprozess umfasst wirklich einige Formen von Emotionen, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt ist alles möglich. Ich arbeite mich durch die Entstehungsphasen hindurch. Das muss so sein, erst dadurch werde ich am Ende mit einem starken Bild belohnt.

Gibt es für dich einen „Flow“, in dem du nicht mehr innehältst und reflektierst, sondern nur malst?

Ja – ohne „Flow“ geht es ja gar nicht. Es ist ein meditatives Vorgehen, wo die Ratio mal Pause macht und ich mich einfach vertrauensvoll fallen lasse in das, was entstehen möchte auf geistiger Ebene, und das dann umsetze. Nur so kann für mich Neues überhaupt erst entstehen.

Wann ist ein Bild fertig?

Wenn ich still werde und es nichts mehr zu sagen gibt.

Auch wenn es ein langer Prozess ist: Bist du manchmal vom Ergebnis überrascht?

Ja, durchaus! Wenn ich ins Detail versunken in die Malerei eines Bildes eintauche, bin ich zum Ende hin nicht nur manchmal überrascht, was sich im Gesamten entwickelt hat, es ist auch gepaart mit einer Art Demut vor der Schöpferkraft, die durch einen wirken kann.

Hast du ein Lieblingswerk?

Bis auf ein paar Lieblingswerke, die unverkäuflich sind und mich immer umgeben werden, ist es immer das Neueste, was gerade entstanden ist.

Was erfreut dich am meisten am Malen?

Man entdeckt und erschafft neue Welten, sowohl im Außen als auch im Inneren. Dieser Prozess kann ein Abenteuer sein.

Und was ärgert dich häufig?

Manchmal bin ich sehr ungeduldig. Das kann gefährlich sein, weil ich dadurch auch schon mal ein Bild, was schon fast fertig war, verdorben habe, ich zu impulsiv in dem Moment gehandelt habe.

Wie überwindest du kreative Flauten?

Einfach Augen auf und durch!

Hast du einen Fundus an Inspirationsquellen? Welche sind das hauptsächlich?

Das ganze Leben ist ein Fundus ... Inspirieren können mich Gerhard Richter und William Turner, aber im Großen und Ganzen liebe ich es, aus mir selbst zu schöpfen.

Haben Farben ein Eigenleben?

Unbedingt. Bei meiner Ausstellung „FARBTAFELN“ ging es ausschließlich um monochrome Farbflächen und deren Kombinationen miteinander. Eine Besucherin bat mich gegen Ende der Ausstellung um eine ganz bestimmte Zusammenstellung und – es hatte sie selbst überrascht – plötzlich standen ihr Tränen in den Augen. Nicht dass sie fand, meine Bilder seien zum Heulen, nein, es hatte sie emotional etwas stark berührt, wofür sie selbst keine Erklärung hatte. Es überkam sie einfach. Sie war so ergriffen von der Resonanz, die in ihrem Farbgedächtnis etwas anklingen ließ, was als eine Erinnerung einfach in dem Augenblick sehr mächtig über sie hereinbrach, ohne Wenn und Aber ... Das kann Farbe tun.

Gibt es für dich No-Gos, also zum Beispiel Farben, die nicht nebeneinander stehen sollen?

Was Farbkombinationen angeht, habe ich Vorlieben, aber kein Tabu. Dennoch empört es mich, wenn in einem Werk mit reiner Goldfarbe gemalt wird. Das finde ich stümperhaft und ein absolutes No-Go als Malerin. Ich habe für mich immer den Anspruch, „Gold“ aus unterschiedlichen Farben so anzumischen, zu kombinieren und darzustellen, als wäre es tatsächlich Gold. Alles andere finde ich plakativ. Mittlerweile bin ich mit dieser Überzeugung etwas gnädiger geworden.

Du malst große Formate in Öl. Was liebst du an der Technik besonders?

Ich liebe die Brillanz, den Glanz und die Struktur von Ölfarbe. Die Schichtungen im Bild bekommen etwas Dreidimensionales, was mir gefällt.

Was bedeutet dir die Reaktion der Menschen auf deine Kunst?

Es erfreut mich. Jeder Mensch erlebt bei abstrakten Bildern ja Unterschiedliches ... Reflexion mit dem stillen Hintergrund des eigenen Geistigen ... Das kann spannend sein.

Tauscht du dich gern über fertige Bilder aus?

Wenn es konstruktiv ist ...

An welchem Ort findet deine Kunst ihren idealen Platz?

Ich sehe immer wieder, dass viele Feinheiten in meinen Bildern am besten bei Tageslicht zu sehen sind und wünsche mir ansonsten einfach Orte, an denen Menschen sich ihrer erfreuen.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich liebe die Sonne, bin gerne im Garten und pflanze und buddele in der Erde herum, lege neue Plätze an, schleppe Feldsteine hin und her, schneide Sträucher und Bäume, genieße die freie Zeit mit meinem Mann – unsere Kinder sind schon aus dem Haus – und den Katzen und versuche, mein manchmal kreatives Chaos nicht all zu sehr ausufern zu lassen.

Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Weiterhin ist die Vorstellung von dem, was Farbe kann, unerschöpflich.