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Claudia Gatzke

Künstlerin aus Sarstedt, Deutschland

Claudia Gatzke malt hauptsächlich zum Thema „Natur“. Vor einiger Zeit hat sie die Vorzüge von Fiberglas als Material entdeckt und nutzt sie, um einzigartige Reliefeffekte zu erzielen.

 
„Meine Kunst ist eine naive moderne Kunst, die aber niemals kitschig ist.“

Impressionen

 

Alle Fotos von Marcus Windus

Interview

Die Kunst und du: Wie habt Ihr Euch getroffen?

Ich beschäftige mich schon seit meiner Kindheit mit Zeichnen. Mit der Malerei habe ich später in der Pubertät angefangen. Anfänglich habe ich mich überwiegend mit Stillleben und Porträtzeichnungen beschäftigt, ein Thema mit dem ich mich immer noch gerne beschäftige, in diversen Techniken und hier am liebsten die Wachsmalstifttechnik. Ich würde mich als sehr gute Porträtzeichnerin bezeichnen. Die Kunst hat seit meiner Kindheit mir geholfen, mich aus meinem eher grauen und tristen Alltagsleben in eine Traumwelt zu retten. Ich liebe den Schöpfungsprozess und entdecke mich als sehr mächtige Person, wenn ich z.B. die Möglichkeit habe, eine Kindergeschichte zu illustrieren. Mit meinen Illustrationen entführe ich Leser in eine von mir geschaffene Traumwelt. Ich kann nicht beschreiben, wie sehr es mir Spaß gemacht hat, diverse Märchen des weltberühmten iranischen Autors Samad Behrangi („Ausgewählte Werke Der kleine schwarze Fisch und andere moderne Märchen“) zu illustrieren. Zuerst informierte ich mich ausführlich über den Iran durch entsprechende Lektüre aus der Stadtbibliothek. Ich war zu dieser Zeit völlig im Bann dieses mit unbekannten fernen Landes. Dann fühlte ich mich intensiv in die mir vorgegebene Geschichte ein, entschied mich für eine Technik und machte mich ans Werk. Zu dieser Zeit war ich total besessen von meinen Illustrationen und nichts hätte mich von meiner Arbeit ablenken können.

Wie hat sich deine Kunst entwickelt?

Von Stillleben und Porträtzeichnungen ging ich dann langsam über zu Collagen. Dann hat sich mein großer Traum erfüllt: die Aufnahme für das Grafik-Design-Studium an der FH Hildesheim nach einer ziemlich schwierigen Aufnahmeprüfung und vorheriger angenommener Mappe. Meine Diplomarbeit war dann die Illustration zu einer von mir geschriebenen Kindergeschichte mit dem Titel „Der König des Sees“. Diese Kindergeschichte ist mein ganzer Stolz, weil ich wusste, dass ich zeichnen und malen kann, aber ich wusste nicht, dass ich auch noch schreiben kann.Als ich die Geschichte fertig geschrieben habe, war ich total bewegt über die Entdeckung, welche kreativen Kräfte in mir schlummern. Wieder entdeckte ich mich als mächtige Person, was jeder Schriftsteller nachvollziehen kann. Denn ich war die Schöpferin der Protagonisten dieser Geschichte und in jedem Moment entschied ich über die Handlung und den Ausgang der Geschichte.

Welche Techniken und Werkzeuge verwendest du heute hauptsächlich?

Aktuell male ich hauptsächlich mit Acrylfarben auf Leinwand. Vor einiger Zeit entdeckte ich in der Werkstatt meines Vaters eine Rolle mit dem Material Fiberglas und überlegte, was ich damit anstellen könnte. So nahm ich das Fiberglas, riss im Zufallsprinzip ein paar Fetzen ab und fixierte sie mit weißer Farbe auf der ebenfalls weiß eingestrichenen Leinwand. Das Material Fiberglas klebt Farbe auf Farbe ohne Hinzunahme eines Spezialklebers. Ich entdeckte, dass man mit Fiberglas sehr gute Relief-Effekte erzielen kann. Mit dieser von mir entwickelten Technik beschäftige ich mich immer noch aktuell. Alles zum Oberthema „Natur“. Gleichzeitig habe ich meine fotografischen Fähigkeiten weiterentwickelt/verfeinert mit einer von mir entwickelten Effektfotografietechnik. Dazu habe ich eine sehr schöne Werksreihe zum Thema „Claudia's Home“ angefertigt, die ich alle in meinem Haus fotografiert habe. Insgesamt beschäftige ich mich aktuell mit 3 Schwerpunkten meiner Kunst: Acrylmalereien auf Leinwand zum Thema Natur, Fiberglas-/Acrylarbeiten mit Reliefwirkung zum Thema Natur und Effektfotografie mit unterschiedlichen Materialien zum Thema Claudia's Home.

Woran erkennt man deine Bilder?

Meine Bilder beschäftigen sich aktuell nahezu durchgehend mit dem Thema Natur. Sie strahlen eine moderne Wirkung ohne ökologischen Zeigefinger und eine Wohlfühlatmosphäre aus. Sie ist eine naive moderne Kunst, die aber niemals kitschig ist.

Welches sind deine wichtigsten Inspirationsquellen?

Ehrlich gesagt habe ich ganz wenige Inspirationsquellen. Manchmal sehe ich mir Fotos an wie jetzt bei der Werksreihe „Water“. Da habe ich mir vorher Fotos von Wasserfotografien angesehen oder ich sehe mir Fotos von Jahreskalendern an. Bei den Märchenillustrationen des iranischen Autors habe ich mir vorher Fotos in Büchern zum Iran angesehen. Also im allgemeinen lasse ich mich gerne durch Fotos inspirieren. Ich laufe niemals durch die Gegend, um mich von der Natur inspirieren zu lassen. Außer bei meiner Werksreihe in der Technik Farbstift auf Papier „Wochenmarkt Sarstedt / Wochenmarkt Hildesheim“. Da habe ich vor Ort Digitalfotografien angefertigt und danach habe ich die Illustrationen angefertigt.

Bitte erzähl einmal, wie die „Water“-Reihe entstanden ist, sowohl inhaltlich als auch technisch.

Die „Water“-Reihe wurde im Rahmen der Tage des offenen Ateliers 2017 von mir angefertigt. Ich entschied mich für eine sehr abstrakte Umsetzung in der von mir entwickelten Fiberglas-/Acryltechnik, die ich vorhin schon beschrieben habe. Ich wollte in einer Reihe von 7 Werken die Sequenz einer Wasserbewegung darstellen. Für das Material Fiberglas in Kombination mit Acryl auf Leinwand entschied ich mich, um das Element Wasser zu huldigen. Ich wollte eine Reliefwirkung erzielen, die dieses Element am besten bildlich verewigen könnte.

Einige deiner Pflanzenimpressionen haben auch die Anmutung von Wasser oder Wellen. Hast du ein besonderes Verhältnis zum Wasser?

Wasser steht für mich für die tägliche Reinigung, mit Wasser lösche ich meinen Durst und ich verliere mich gerne in den Fluten des Ozeans. Mit Wasser reinige ich meine Pinsel und lasse meinen geliebten Cappuccino mit Wasser jeden morgen aufkochen. Wasser ist für mich sehr wichtig!

An welchem Ort arbeitest du und wie hast du dich dort eingerichtest?

Ich arbeite in dem Haus meines Vaters, das ich erben werde. Dort habe ich mir ein Atelier eingerichtet. In diesem Atelier gibt es eine Staffelei mit Speziallicht über der Staffelei, 2 Tische, wo meine Farben und andere grafische/malerische Utensilien gestapelt liegen, Regale mit Farbstiften, Büchern über Kunst und meine Diplomarbeit.

Was brauchst du außerdem, um gut arbeiten zu können?

Ich höre gerne Musik oder noch lieber Hörbücher neben meiner Arbeit. Im Radio ärgere ich mich über dämliche Hip-Hop-Musik oder Rap. Also Musik, die ich nicht mag. Ansonsten brauche ich einen gut beheizten Raum, was nicht immer der Fall ist, weil mein Vater sich besonders zu Anfang des Winters anstellt, die Heizung anzustellen. Dann sitze ich mit einer Decke fröstelnd vor der Staffelei oder vor dem Computer.

Was macht dir am meisten Spaß an der Kunst?

Am meisten macht mir Spaß, dass ich die Schöpferin dieses Werkes bin, das niemand anderes zuvor hätte schaffen können. Nur ich designe in diesem Moment jetzt dieses einmalige Werk. Dieses Werk wird dann für die Ewigkeit erhalten bleiben. Das finde ich eine aufregende Vorstellung.

Und was nervt dich manchmal?

Mich stört es, bei der Arbeit unterbrochen zu werden, was leider jederzeit passieren kann. Ich will nur für mich ungestört arbeiten können.

Tauschst du dich gerne mit anderen Menschen über deine Werke aus?

Am Anfang meiner Schaffensphase war mir das schon ziemlich wichtig, was andere Menschen zu meinen Werken sagen, aber je älter ich werde, umso weniger ist mir das Urteil von anderen wichtig. Ich bin mein schärfster Kritiker.

Wie fühlst du dich an, deine Bilder loszulassen?

Das ist für mich sehr schwierig. Es ist, als ob ich ein Kind von mir weggeben würde.

Was machst du, wenn du nicht malst?

Ich verbringe meine Freizeit mit meinem Lebensgefährten, mit dem ich viele schöne Fernreisen unternehme.