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Be part of the art

Katrin Lazaruk

Künstlerin aus Osnabrück

Die Künstlerin Katrin Lazaruk hat den Begriff Tape Art neu interpretiert. Sie macht aus Kassettenbändern Kunst. Wir sprachen mit ihr über die Entstehung ihrer Werke, ihre Motivwahl und ihre Anfänge.

 
„Ich kann alles in Tape umwandeln.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von denise van Deesen, www. denisevandeesen.com

Interview

Wie bist du zur Künstlerin geworden?

Ich habe eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing gemacht. Während der Ausbildung lernte ich meinen jetzigen Freund kennen, der bereits als freischaffender Künstler arbeitete. Nach meinem Abschluss machte ich mich selbständig und arbeitete gemeinsam mit meinem Freund als Auftragskünstler. Wir machten viele gemeinsame Projekte, bemalten Schwimmbäder, gestalteten Diskotheken und machten riesige Außenmalereien. Ende 2009 eröffneten wir einen eigenen Laden, wo wir unsere Kunst verkauften. Das war eigentlich der Beginn meiner Tape-Art-Bilder.

Wie hast du deinen Stil entwickelt?

Anfangs habe ich nur das Kassettenband für die Bilder benutzt. Sie waren sehr schlicht und erinnerten an Stencils, nur dass die Bilder nicht gesprüht waren, sondern aus Kassettentape gemacht. Die „einfachen“ Tape-Art-Bilder wirken sehr schlicht und sind auf das Wichtigste reduziert. Viele sind nur in Schwarzweiß gehalten.

Mittlerweile haben deine Tape-Art-Bilder einen farbigen Hintergrund. Wie kam es dazu?

Mir wurde es ehrlich gesagt irgendwann zu einfach, nur stencil-artige Bilder zu machen. Mit der Zeit wollte ich die Bilder farbiger gestalten, sie erweitern und noch aufwendiger gestalten. Ich wollte mehr Einzelheiten hervorheben. Leider habe ich keine Möglichkeit der Farbgebung durch das Kassettenband, somit griff ich als Erweiterung zur Acrylfarbe. Nun gestalte ich den Hintergrund der Bilder wie ein eigenes Bild. Ich male eigentlich das, was aus Tape gelegt worden ist, noch mal in Acryl nach. Zusammengefügt werden die zwei Elemente eins und es entsteht fast schon ein 3D-Effekt.

Wie kann ich mir deinen Arbeitsprozess vorstellen?

Das Kassettenband wird zuerst, Streifen für Streifen, auf eine glatte Oberfläche geklebt. Je nach Bild kann es Glas, Holz, Metall oder Kunststoff sein. Es wird so lange geklebt, bis ein kompletter schwarzer Block aus Kassettenband entsteht. Dann zeichne ich mein Motiv direkt auf dem Kassettenband vor. Mit einem Skalpell schneide ich jede vorgezeichnete Linie aus, und das, was nicht mehr gebraucht wird, wird wieder abgezogen, bis das komplette Motiv sichtbar ist. Je nach Art des Bildes wird nun der Hintergrund gestaltet oder ein unifarbiger Hintergrund dahintergelegt. Zusammen ergeben die zwei Teile ein ganzes komplettes Bild.

Hörst du dir die Tapes vorher noch mal an, bevor du sie zerschneidest?

Ich habe eine sehr große Kassettensammlung, die ich von vielen Kunden und Freunden geschenkt bekommen habe. Es sind oft selbst aufgenommene Mixtapes mit teilweise lustigen selbst erfundenen Namen zu bestimmten Anlässen oder allen möglichen Gefühlslagen. Ich habe Kassetten mit Volksmusik oder mit Namen wie: „Musik und Stimmung zur Grill-Party“, „Blau blüht der Enzian“, „Schaffe, schaffe, Häusle baue“, „Grüße aus dem Schwabenland“. Das alles entspricht nicht meinem Musikgeschmack und wird somit sofort verarbeitet und meine Ohren werden geschont. Aber manchmal habe ich auch Glück und es taucht zum Beispiel eine Beatles-Kassette in der Kiste auf, zur der wird dann auch schon mal im Studio getanzt.

Wie kommst du zu deinen Motiven?

Natürlich passt das Thema Musik wunderbar zur meiner Kunst, so habe ich natürlich auch schon viele Musiker als Tape Art verewigt. Aber ich lasse mich nicht nur von der Musik inspirieren, sondern von allen Dingen, die mich umgeben. Von den Menschen auf der Straße, von ihren Styles, von tätowierten Männern, von Fashion-Magazinen, von tanzenden Frauen auf Festivals, von Schwarzweiß-Fotografien, von Kunst auf der Straße, von Städtereisen und von der klassischen Malerei und alten Meistern. Ich kann alles in Tape umwandeln.

Wie gehst du mit Kritik um? Brauchst oder suchst du den Austausch mit anderen?

Ich habe sehr viel Austausch mit befreundeten Künstlern und befreundeten kleinen Labels. Wir unterhalten uns sehr oft über die Dinge, die wir tun, und geben uns untereinander Ratschläge und Anregungen. Dieser Austausch ist mir auch sehr wichtig. Natürlich bekomme ich auch Kritik zu hören. Ich muss meistens erst mal in Ruhe alleine drüber nachdenken, um sie dann vielleicht doch zu befolgen. Man muss halt die richtige Waage finden, was nehme ich an und was bleibt trotzdem so, wie ich das möchte. Manche Fehler muss man auch selber gemacht haben. Wichtig ist, dass man zum Schluss dahintersteht.

Was tust du, wenn du keine Kunst machst?

Ich mache sehr viel Kunst, von morgens bis abends. Das Tolle an meinem Beruf ist, dass es auch meine Leidenschaft ist. Wenn ich selber keine Kunst mache, dann gehe ich gerne andere Kunst gucken, besuche gerne andere Städte, ich liebe Paris. Außerdem habe ich einen kleinen Hund namens Charlie. Charlie ist ein Spitzmops. Wenn er nicht da wäre, würde ich an manchen Tagen gar nicht das Studio verlassen, durch ihn bekomme ich meine Bewegung und frische Luft. Wenn ich am Wochenende Zeit habe, gehe ich auch noch sehr gerne Lindy Hop tanzen, außerdem liebe ich gutes Essen und leckeren Wein.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Schwierig, ehrlich gesagt denke ich nicht so weit. Ich hoffe, ich mache immer noch Kunst und bin happy.