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Be part of the art

Marion Nitsche

Malerin aus Köln

Die Kölner Malerin Marion Nitsche kam schon als Kleinkind in Kontakt mit der Kunst. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, studierte sie zunächst Innenarchitektur und widmet sich inzwischen aber ganz der Malerei. Marion arbeitet gerne mit Patina, mit Strukturen, mit abkratzen und reinritzen. Asche, Sand und Farben sind dabei ihre liebsten Materialien.

 
„Ich wollte immer etwas Kreatives machen, mit Farben.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Dirk Behlau, www.thepixeleye.com

Interview

Du bist Innenarchitektin und hast 2001 dein Atelier für Malerei „Arte Mia“ eröffnet. Wie kam es dazu?

Das war kein krasser Übergang, weil ich immer schon gemalt habe. Ich komme aus einer Familie von Malern. Mein Großvater hat gemalt, mein Vater war Architekt und hat gemalt und ich habe immer geschwankt, ob ich nun Kunst oder Architektur machen soll. Innenarchitektur spielte noch nicht so eine Rolle. Ich habe dann zwei Semester Architektur studiert und fand das ganz furchtbar. Das war mir alles viel zu technisch. Deshalb habe ich das Studium abgebrochen. Ich habe wieder überlegt: „Mach ich etwas mit Kunst?“ Dann kam die Innenarchitektur ins Spiel. Das war ein toller Kompromiss. Nur mit der Kunst habe ich mich wahrscheinlich nicht so getraut, ich weiß es nicht. Ich habe Innenarchitektur in Düsseldorf studiert und viele Jahre als Innenarchitektin gearbeitet und hauptsächlich Messestände und Ladeneinrichtungen entworfen. Ich habe immer versucht, das auf einer künstlerischen Ebene umzusetzen, also keine Systembauten oder 0815. Das hat mir auch großen Spaß gemacht, ich bin viel rumgekommen, das war eine tolle Zeit. (lächelt)

Und wie kam dann doch die Malerei ins Spiel?

Es kam ein persönlicher Umbruch, da tat sich mir die Möglichkeit auf, mal auf die andere Seite zu wechseln und das habe ich gemacht. Ich wollte eigentlich nur so für mich malen. Ich bin von Köln hierher, nach Gymnich, gezogen und hier auf dem Land, dachte ich, finde ich sicherlich eine tolle Scheune, eine tolle Location, wo ich mein Atelier einrichten kann. Ich habe gesucht und gesucht, aber die Bauern hier waren alle so klug, dann kostete so eine alte Scheune auf einmal 3000 € Miete, damals noch D-Mark. Das war es noch nicht. Es standen aber so viele Läden leer. Also habe ich dort dann mein Atelier eingerichtet.

Du gibst auch Unterricht. Wie hat sich das entwickelt?

Ich hatte viele Schaufenster in meinem Atelier und da kamen immerzu Leute, die gefragt haben, ob ich auch Unterricht gebe. So hat sich das entwickelt. Dann habe ich in dem Atelier auch Malkurse angeboten und hatte erst einmal in der Woche eine Gruppe für Erwachsene. Später kamen dann Leute, die meinten „Oh, meine Kinder wollen auch malen.“ Auf einmal waren wir vier Leute und haben das von morgens bis abends betrieben. Es kam noch ein Shop für Künstlerbedarf dazu und es wuchs und wuchs und war supertoll. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich überhaupt keine Zeit mehr zum Malen habe. Das war gar nicht das, was ich wollte. Nach zehn Jahren lief dort mein Mietvertrag aus und ich habe es wieder runtergebrochen, wie ich es ursprünglich machen wollte. Ein paar Leute, die weiterhin bei mir malen möchten, können weiter kommen, aber nicht mehr in diesem extrem großen Rahmen. Nun bin ich hier und jetzt habe ich auch wieder mehr Zeit zum Malen.

Helfen dir deine Kenntnisse aus der Innenarchitektur bei deiner Kunst?

Ich denke, ich nehme sehr viele Erfahrungen aus der Innenarchitektur mit in die Malerei. Zum einen meine Erfahrung, was Farbe und Formen angeht. Zum anderen denke ich mir oft Räume aus, oder ich betrachte Wohnzeitschriften oder schöne Bücher, sehe einen Raum und dazu fällt mir dann ein Bild ein. Das ist wahrscheinlich ein ganz anderes Vorgehen, als andere Maler haben. Aber ich denke, meine Vergangenheit als Innenarchitektin ist sehr wichtig und wesentlich für das, was ich heute mache.

Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten?

Ich arbeite gerne mit Asche, mit Sand und natürlich mit Farben. Ich mische gerne Sachen mit in die Farben hinein. Ich verbrenne im Garten manchmal Gartenabfälle und die Asche davon mische ich in die Farben. Das ist schöner als Strukturpasten oder solche Sachen. Ich male nicht so gerne ganz flache, glatte Bilder. Ich arbeite gerne mit Patina, mit Strukturen, mit abkratzen und reinritzen. Auf diese Asche bin ich mal zufällig gekommen. Das ist eigentlich meine Lieblingszutat zu den Pigmenten und den Farben.

Hast du auch schon als Kind gemalt?

Ja, ich bin sozusagen schon als Säugling mit Farben in Kontakt gekommen. Ich bekam immer tolle Farbkästen, Ölkästen, die tollsten Stifte von meinem Großvater und von meinem Vater geschenkt, sodass das für mich ganz selbstverständlich war.

Hast du künstlerische Vorbilder?

Ja, ich mag Maler, die sehr minimalistisch arbeiten. Graubner zum Beispiel gefällt mir gut. Tomschiczek, Mark Rothko natürlich – also Künstler, die mit sehr wenig Motiv was ganz Tiefes ausdrücken. Ich habe einmal in einer Galerie in Köln vor dem Schaufenster gestanden und das erste Mal ein Bild von Peter Tomschiczek gesehen und da lief es mir kalt den Rücken herunter, ich war völlig berührt von diesen Bildern. Das könnte man vielleicht als Vorbild betrachten.

Hörst du Musik beim Malen?

Wenn ich male, höre ich immer Musik. Am liebsten klassische Musik, Klaviermusik, italienische Arien, sehr dramatisch oder auch spirituelle Sachen. Aus dem Ayurveda gibt es Vedische Gesänge, die reinigen die Atmosphäre, sagt man. Man soll sie sogar abspielen, wenn niemand im Raum ist. Das mag ich auch.

Hängt deine Kunst auch bei dir in der Wohnung?

Ja. Da stehe ich zu. Als Innenarchitektin kann ich mir die Räume auch so mit Bildern gestalten, wie mir das vorschwebt. Ich habe natürlich auch Bilder anderer Künstler, aber meine Bilder hängen auch bei mir zu Hause.

Hast du irgendein künstlerisches Ziel, das du verfolgst?

Nein, ein bestimmtes Ziel habe ich nicht.

Also du bist eigentlich da angekommen, wo du sein willst?

Nein, natürlich nicht. Man versucht sich natürlich weiterzuentwickeln, immer noch mehr zu reduzieren, auf etwas, das mir wesentlich erscheint. Immer mehr wegzulassen, das könnte ich mir als Zielsetzung vorstellen.

Wie würdest du die Arbeit mit den Kindern in deinen Malkursen beschreiben?

Mit Kindern arbeite ich sehr gerne, weil sie völlig unbefangen sind und nicht diese Hemmungen haben, die Erwachsene mitbringen. Sie arbeiten viel freier und man kann sie auch nicht manipulieren. Sie machen einfach das, was sie wollen. Die Kinderbilder inspirieren mich auch oft.

Gibt es ein bestimmtes Bild, an dem du sehr hängst?

Ja, das ist mein Selbstporträt als Kind, das ich nach einem alten Schwarz-Weiß-Foto gemalt habe.

Gibt es auch Bilder, die du von anderen Künstlern hast? Sammelst du Kunst?

Ja, ich sammle. Wobei meine Lieblingskünstler für mich leider unerschwinglich sind.

Gibt es neben deinem Atelier auch andere Orte, an denen du gerne malst?

Ich skizziere gerne in der Natur. Letztes Jahr war ich in der Toskana und habe sehr viel gezeichnet. Umsetzen mag ich die Sachen aber lieber in meinem Atelier, weil ich meistens große Formate wähle und sehr viel Material dafür brauche, was ich nicht überall zur Verfügung habe.

Glaubst du, es erleichtert deine Motivwahl oder deine Vorgehensweise?

Ja, ich glaube, es macht die Sache einfacher.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich bin von Sternzeichen Zwilling und tendiere immer zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite ist es ganz minimalistische, abstrakte Malerei, was ich immer machen muss und was mir auch sehr wichtig ist. Die Bilder sind dann sehr ruhig, monochrom, mit Strukturen, und das ist die eine Seite der Malerei. Mein zweites Lieblingsthema sind Frauen, Porträts.

Kommst du selbst auch in den Porträts vor?

Ich male manchmal auch Selbstporträts. Ich male eben keine Landschaften oder Stillleben, sondern eher abstrakt und figürlich. Zu Hause habe ich eigentlich nur abstrakte Bilder.