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Be part of the art

Heike Jederlein

Künstlerin aus Berlin

Heike Jederlein erschafft Formen in zwei und drei Dimensionen, ihre Skulpturen nennt sie „Kunstkekse“. Im Interview fragen wir, ob man die essen kann, wie alles zusammenhängt und was sich hinter dem Begriff „Form Fiction“ verbirgt.

 
„Für mich ist das künstlerische Arbeiten eine Art von Ordnung schaffen in meinem Kopf.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Denis van Deesen, www.denisevandeesen.com

Interview

Was wolltest du als Kind werden, wenn du groß bist?

Konkrete Vorstellungen von einem Berufsbild hatte ich nicht. Das, was ich als Kind um mich herum sah, entsprach nicht meinen Vorstellungen. Insofern wusste ich dann, dass es etwas ganz anderes geben müsste. Das fand ich in meinen eigenen Malwelten.

Wann hast du die Kunst kennengelernt und wie war deine erste bewusste Begegnung mit ihr?

Dass es einen besonderen Wert hat, was man als Kind gestaltet, ist dann im Kindergarten bei verschiedensten Mal-und Bastelaktionen klar geworden. Meine Ergebnisse haben eine gewisse Aufmerksamkeit erregt.

Nennst du dich selbst Künstlerin – und falls ja, seit wann?

Zu definieren, ob es Kunst ist, was man gestaltet, haben andere für mich erledigt, die meine Arbeiten gesehen haben. So hat mein Umfeld „dem Kind einen Namen“ gegeben. Für mich ist es normal, etwas ganz Eigenes zu erschaffen.

Hast du ein Anliegen oder Ziele, die du mit deiner Kunst verfolgst?

Für mich ist das künstlerisches Arbeiten eine Art von Ordnung schaffen in meinem Kopf. Formen und Farben sind die Mittel, Eindrücke, Impressionen zu materialisieren. In meinem Fall eben, es zu malen oder zu zeichnen, um es als Werk in den Händen zu halten. So erfasse ich meine Welt besser und andere vielleicht dann auch.

Hast du ein Anliegen oder Ziele, die du mit deiner Kunst verfolgst?

Für mich ist das künstlerisches Arbeiten eine Art von Ordnung schaffen in meinem Kopf. Formen und Farben sind die Mittel, Eindrücke, Impressionen zu materialisieren. In meinem Fall eben, es zu malen oder zu zeichnen, um es als Werk in den Händen zu halten. So erfasse ich meine Welt besser und andere vielleicht dann auch.

Du erschaffst Gemälde, Objektkunst und Zeichnungen. Was verbindet deine Arbeit über die verschiedenen Techniken hinweg und auf welcher Technik liegt dein Schwerpunkt?

Die verschiedenen Techniken sind ein Ausdruck meiner Entdeckungslust. Was und wie erscheint etwas vor meinen Augen und wie kann ich diese Flut an Eindrücken, am besten kanalisieren. Am liebsten gehe ich mit Farben um, die Reaktion darauf ist dann, dass ich wieder das Bedürfnis habe, alles zu reduzieren und Grafitzeichnungen oder die Schwarz-weiß-Bilder zu machen.

Sowohl Skuplturen als auch Ölgemälde von dir tragen den Titel „Endless Emotion“. Bitte erzähle uns etwas über den Hintergrund dieser Reihe.

Das Arbeiten in Serie zeigt auf, dass sich eines auf das andere bezieht und dass neue Kombinationen von Farbe und Formen sich aus“ dem Vorherigen entwickelt oder beeinflusst wird. Diese Tatsache nimmt nie ein Ende und es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, die noch darauf warten materialisiert zu werden… das ist sehr emotional für mich, als Mensch ist das eigentlich kaum erfassbar.

Deine Skulpturen dieser Reihe nennst du auch „Kunstkekse“. Sind die etwa essbar?

Die Namensgebung holt diese Weite an Möglichkeiten auf eine humane Ebene zurück. Es spricht auch eine weitere Sinneswahrnehmung an, nämlich die des Schmeckens. Bei diesen Objekten zwar nur in der Vorstellung, aber es gibt auch Kekse aus essbarem Teig, denen ich bestimmte Formen gebe und die ich backe. Dieses Kunstprojekt heißt auch Kunstkekse.

Die farbigen Objekte sind aus Salzteig gefertigt, die Verbindung zu etwas Essbaren ist also vorhanden. Auch die Größe der Objekte (ca. 4x9cm) begünstigt die Vorstellung, diese zu sich nehmen zu können.

Deine Zeichnungsserie „Form Fiction“ zeigt organisch anmutende phantastische Formen. Was inspiriert dich zu diesen Kreationen und wie entstehen sie?

Die Techniken entstehen im Experiment, deshalb bezeichne ich die Serie auch als Form-Fiction, abgeleitet von Science Fiction. Wie ein Wissenschaftler untersuche ich Linien, wie sie verschiedene Formung annehmen durch diverse Anwendungen von Pinseln.

Ich lasse mich auf den Moment ein, in eine unbekannte Welt, da ich immer die Neugier spüren muss, um weiter zu machen. Ich weiß vorher nicht, was entsteht. Ich nehme mir nur vor, dass es z.B. symmetrisch sein muss, damit ich eine übersichtliche Bildaufteilung habe. Übung gehört dazu, die Pinselführung habe ich mir in vielen Arbeiten davor erarbeitet. Dann kann man aus seinem Fundus schöpfen.

An welchem Ort arbeitest du und welche Atmosphäre brauchst du, um dort gut arbeiten zu können?

An welchem Ort arbeitest du und welche Atmosphäre brauchst du, um dort gut arbeiten zu können?

Sprichst du gern über deine Kunst?

Ja schon. Mich interessiert auch, wie andere Künstler aus welchem Zusammenhang etwas entwickeln und wie es sich dann ausdrückt und dann Parallelen zu entdecken.

Wie reagieren die Menschen auf deine Kunst?

Verschieden, manche sind irritiert, manche finden gleich einen Zugang. Alle fühlen sich in der Regel angesprochen, da man ja doch zumindest etwas assoziieren kann.

Hast du ein Lieblingswerk, auf das du besonders stolz bist?

Ich bin froh, dass ich es schaffe, bei mir zu bleiben und die Masse an Ideen zu bewältigen. Die Salzteigobjekte sind mir sehr ans Herz gewachsen, insofern passt das der Titel auch.

Ein Leben ohne Kunst – wie wäre das?

Geht nicht.

Was machst du, wenn du keine Kunst machst?

Schlafen und essen.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis mit deiner Kunst?

Ich bin sehr angefasst, wenn ich meine erarbeiten Werke in einer Ausstellung sehe. Da wird mir dann richtig bewusst, was ich alles getan habe.