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Be part of the art

Axel Dürr

Maler aus Bielefeld

Der Düsseldorfer Maler Axel Dürr lebt seit 1988 in seiner Wahlheimat Bielefeld. Die Kombination von Tusche und Kohle fasziniert ihn bei der Arbeit ganz besonders. Wir sprachen mit ihm über die Entstehung seiner Werke, seine Inspirationsquellen und den wichtigen Austausch zwischen Kollegen.

 
„Früher brauchte ich immer einen gewissen Blues zum Malen.“

Impressionen

 

Alle Fotografien von Mathias Dorner-Müller, www.dorner-mueller.com

Interview

Du bist in Düsseldorf geboren. Wie kam es zu dem Umzug nach Bielefeld?

Durch die Liebe, natürlich. Über Umwege über den Oberharz. Ich habe dort auch als Bergmann gearbeitet. Dann habe ich studiert und bin dann 1988 der Liebe wegen nach Bielefeld gegangen.

Du arbeitest seit 1991 auch als Lehrer. Welcher Berufswunsch war zuerst da: Lehrer oder Künstler?

Es war immer der Berufswunsch Künstler da. Solange ich denken kann, wollte ich schon malen.

Woher kam dein Interesse für die Kunst? Hat deine Familie dich beeinflusst?

Wenn, dann eigentlich nur mein Opa aus Düsseldorf, der hatte früher Kontakte zum „Malkasten“. Der „Malkasten“ ist ein Gebäude in der Düsseldorfer Innenstadt, das als Treffpunkt für Künstler galt, der sich hauptsächlich aus der Akademie speiste. Lüpertz und Richter haben diese Tradition in den 90ern wieder belebt. Mein Opa hatte als Kunstinteressierter mit den Malern dort zu tun und hat Bilder gegen Naturalien getauscht, wenn es den Künstlern schlecht ging. Vielleicht kommt von meinem Opa das Gen, das sich irgendwie durchgewurschtelt hat. (lacht)

Deine Interessen neben der Kunst?

Wie kann man neben der Kunst noch andere Interessen haben? (lacht) Doch, natürlich habe ich die. Musik ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich bin Schlagzeuger und Perkussionist. Aber viel Zeit für was anderes bleibt auch nicht. Und das ist auch gut so!

Du arbeitest mit den verschiedensten Materialien wie z.B. Beize, Tusche, Kohle, Wachs, Öl oder Grafit. Was ist dein liebstes Arbeitsmaterial?

Im Augenblick ganz klar Tusche! Tusche in Kombination mit Kohle. Das Spröde, leicht Brüchige der Kohle und dann dieses Weiche, gut pigmentierte Leuchtende der Tusche, das ist im Augenblick mein Ding.

Wie entstehen deine Bilder?

Der Arbeitsprozess ist in der Regel eigentlich der, dass ich von einer Fotografie ausgehe, einer aktuellen aus der Tagespresse, und mit der passiert dann irgendetwas. Die ist dann sozusagen der Kern, aus dem das Bild hervorquillt. Ein und derselbe Kern führt bei mir oft zu ganz unterschiedlichen Bildinhalten. Der Rechner ist für mich ein ganz wichtiges Element als Skizzenbuch. Die Fotografie auf den Rechner zu ziehen, dann erst mal auszuprobieren, diese weiterzubearbeiten und das dann in die Malerei zu übernehmen, finde ich für mich sehr schön.

Liegt dir eine Werksreihe besonders am Herzen?

Es gibt eher einzelne Bilder, die mir besonders lieb sind. Ich habe früher sehr stark in Reihen gearbeitet, da fängt es mit Bild eins an und geht dann bis 30 und dann ist es irgendwann vorbei. Wenn so eine Reihe abgeschlossen ist, kann ich mit der auch gar nichts mehr anfangen. Das ist aber nicht mehr so. Es ist jetzt kontinuierlicher, es entwickelt sich organischer und von daher kann ich das so gar nicht sagen. Es gibt ein paar einzelne Bilder, die mich noch lange faszinieren. Aber eigentlich ist ein Bild auch fertig, wenn es fertig ist, dann brauch ich das nicht mehr.

Hängt bei dir Kunst an der Wand?

Das kann ich mir nicht leisten (lacht). Doch, ich hab natürlich Kunst zu Hause hängen. Ich hab auch von den Atelierkollegen Bilder gekauft. Ich kann mich an eine Ausstellung erinnern, die hatte ich in Gütersloh im Kunstverein, da ist ein Bild verkauft worden, das war eine Gemeinschaftsausstellung zum Thema Fotografie & Malerei und ich hab 800 Mark für das Bild gekriegt, die hab ich sofort investiert in das Bild von einem Spanier, das ich direkt mitnehmen musste. Also ich kaufe mir schon Kunst, aber ich sammle sie nicht.

Was möchtest du durch deine Malerei bei den Menschen auslösen?

Ich kann mir, während ich ein Bild male, nicht überlegen, was es beim Betrachter bewirken soll. Ich mach das, ich will das und hoffe einfach nur, dass ich irgendwas einfange, das für den Betrachter interessant ist, wo sein Auge dran hängen bleibt. Aber ich kann nicht sagen, was genau das sein soll.

In welcher Stimmung bist du am kreativsten?

Früher brauchte ich immer einen gewissen Blues, aus dem heraus ich gearbeitet habe, und heute ist es eher umgekehrt. Entspannte, gute Laune hilft richtig viel. Ich hab auch immer Musik an beim Arbeiten.

Was für Musik hörst du?

Eher antreibende Musik. Es kommt aber auch auf den Arbeitsprozess an, während ich die Leinwand beispielsweise auf dem Boden liegen habe und Farbe drauf schütte, dann finde ich den Oldschool-Funk sehr schön. Wenn es dann ans Pingeln geht und ans richtige Konzipieren, dann ist auch eine getragene Trompete gut.

Wodurch lässt du dich inspirieren?

Durch ganz viel Fotografie und ich gucke mir natürlich auch ganz viel Kunst an. Nicht weil ich mir etwas abgucken will, es inspiriert mich einfach. Das schönste Erlebnis war eine Ausstellung von Rauschenberg, eine Retrospektive, da bin ich hinterher rausgegangen und war beseelt von der Freiheit, die dieser Mann sich genommen hat, und das hat sich dann auch auf meine Sachen übertragen, das hatte einfach eine positive Wirkung. Ich versuche mit einem Blick durch die Gegend zu laufen, der möglichst offen ist und möglichst alles passieren lässt.

Tauschst du dich auch mit anderen Künstlern aus? Ist so ein Austausch wichtig für dich?

Ganz extrem sogar, ich genieße die Ateliergemeinschaft sehr. Wenn dann mal jemand reinkommt und sagt: Das mit dem Blau meinst du doch nicht ernst?! So was ist immer eine gute Kritik. Dieses im eigenen Saft nur zu schwimmen ist für Kunst nicht so förderlich. Austausch ist wichtig, auch im Atelier.

Du bist ja auch als Lehrer tätig. Zeigst du deinen Studenten auch, was du machst?

Ich lade sie immer mal in mein Atelier ein. Manche kommen dann und es ist toll zu zeigen, dass ich mit den gleichen Problemen kämpfe wie meine Studenten auch. Ich hab so freche Schüler, die dann gern auch mal sagen, wenn sie Arbeiten von mir nicht so gut finden (schmunzelt). Mir gefällt das, ich bin ihnen das auch schuldig. Ich lege die Karten gerne offen auf den Tisch.